März 2010: Bodenuntersuchungen
Worauf es ankommt
Das zeitige Frühjahr ist ein guter Zeitpunkt, um Bodenanalysen vorzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich am besten abschätzen, welche Nährstoffvorräte für die bereits wachsenden oder noch auszusäenden Kulturen zur Verfügung stehen.
Die klassische (Standard-)Untersuchung erfasst die Gehalte von Phosphor, Kalium und Magnesium mittels Calcium-Acetat-Lactat-Auszug (CAL-Methode) und den pH-Wert in Calciumchlorid-Lösung (CaCl2). Dabei werden nur die leicht pflanzenverfügbaren Nährstoffe erfasst. Im Rahmen der üblichen Untersuchung sind auch relativ kostengünstig zusätzliche Analysen auf organische Substanz sowie auf Mangan, Bor, Zink und Kupfer verfügbar. Neben dem Gehalt an organischer Substanz ist allerdings auch das Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff (C/N-Verhältnis) von Bedeutung, da ein hohes C/N-Verhältnis auf eine schnelle Umsetzung der organischen Substanz hinweisen kann. Es kann bei zusätzlichem Analyseumfang leicht mit erfasst werden.
Ein wichtiges Kriterium neben den Nährstoffgehalten ist auch deren Verhältnis zueinander, da verschiedene Nährstoffe bei der Aufnahme durch die Pflanze in negativer Wechselwirkung zueinander stehen. So kann ein überhöhter Gehalt eines Nährstoffes auch zu Mindererträgen führen, da seine Antagonisten nicht - oder zumindest nicht optimal - aufgenommen werden können. Um auch die Nährstoffverhältnisse abschätzen zu können, eignen sich umfassendere Methoden wie die Analysen nach Balzer, Kinsey oder Husz, die eine ganzheitliche Abschätzung des Bodenzustands bieten.
Bei der Analyse nach Balzer werden 14 einzelne Kenngrößen ermittelt und nach bodenphysikalischen, bodenchemischen, bodenbiologischen und Umwelt-Gesichtspunkten beurteilt. Außerdem berücksichtigt die Methode die Verfügbarkeiten von Phosphor sowie die Phosphor- und Humusdynamik. Bei der Analyse nach Kinsey werden neben den üblichen Kenngrößen auch die Spurenelemente und die Sorptionskomplexe untersucht. Es wird beurteilt, ob die Nährstoffbalance im Boden ausgeglichen ist. Bei dieser Methode werden individuelle Empfehlungen geliefert. Es gibt jedoch in Deutschland bislang kaum Labore, die nach dieser Methode arbeiten. Bei der Methode nach Husz werden ebenfalls Sorptionskomplexe, Nährstoffverhältnisse und Basisparameter untersucht und so das Wirkungsgefüge der bodendynamischen Prozesse dargestellt.
Informationen zu Bodenfruchtbarkeit, Nährstoffversorgung und Bodenuntersuchungen
Bodenbeurteilung im Feld
Feuchtigkeit, Geruch, Farbe: Bei der Bodenbeurteilung werden alle Sinne gefordert. Lesen und sehen Sie, wie Sie selber Ihren Boden nach diesen Merkmalen untersuchen können.
Grundlagen: Bodenfruchtbarkeit
Die Bodenfruchtbarkeit ist im biologisch geführten Landwirtschaftsbetrieb von zentraler Bedeutung. Sie zu erhalten und steigern ist eine der wichtigsten Aufgaben des Biolandwirtes. Ein fruchtbarer Boden ist Ausgangspunkt der Wirkungskette "gesunder Boden - gesunde Pflanzen - gesunde Tiere - gesunde Menschen".
Fruchtfolge und Bodenfruchtbarkeit
Eine Möglichkeit, die Bodenfruchtbarkeit zu steigern, ist mit der Fruchtfolge gegeben. Durch die unterschiedlichen Ansprüche der Pflanzen wird über die Jahre versucht, den Humus- und Nährstoffhaushalt auszugleichen, Krankheitsdruck und Verunkrautung zu regeln.
Düngung und Nährstoffmanagement
Für Ökobetriebe gilt es einen möglichst geschlossenen Nährstoffkreislauf innerhalb des Betriebes zu entwickeln. Der wichtigste Bestandteil der Düngung besteht dabei aus organischer Masse.
Freiland-Gemüsebau: Nährstoffversorgung
Gesunder Boden weist eine beachtliche Nährstoff-Freisetzung über das Jahr hinweg auf. Versuche aus Norddeutschland zeigen, dass im Frühling und Herbst (März bis April und September bis Oktober) mit je zehn Kilogramm "mineralisiertem Stickstoff" (Nmin) pro Hektar und Monat gerechnet werden kann - im Sommer bei höherer Bodenaktivität sogar mit der doppelten Menge.
Nährstoffversorgung beim Feldgemüse
Unterglas-Gemüseanbau: Nährstoffversorgung
Die Hauptkulturen im geschützten Anbau (Tomaten, Gurken, Auberginen und Paprika) sind sehr nährstoffbedürftig. Die Düngestrategie sollte eine Mist- oder Kompostgabe enthalten, um den Boden mit Humus zu versorgen und den Phosphorbedarf des Bodens zu decken.
Letzte Aktualisierung: 25.02.2010

