September 2011: Mit dem Betrieb Schule machen

- Die Vermittlung des Ursprungs von Lebensmitteln liegt vielen Landwirten am Herzen.
Foto: BLE, Bonn/Foto: Thomas Stephan
"Lernen auf dem Bauernhof" bietet Kindern und Jugendlichen vom Kindergarten bis in die Oberstufe spannende und praktische Einblicke in die Landwirtschaft und zeigt ihnen, woher die Lebensmittel kommen. Landwirte können sich mit "Lernen auf dem Bauernhof" ein interessantes zusätzliches Standbein schaffen. Das erfordert vor allem eine gute Planung. Was also sollte man beachten, wenn man mit dem eigenen Betrieb Schule machen möchte?
Zunächst sollte man sich über seine Ziele im Klaren werden und das Angebot entsprechend planen. Soll zum Beispiel insbesondere der Ursprung der Lebensmittel vermittelt werden, bietet es sich an, Themenschwerpunkte wie "Von der Milch zum Käse" oder "Vom Korn zum Brot" zu setzten. Soll schwerpunktmäßig die Bekanntheit des Betriebs gesteigert werden, ist es wichtig, dass die Aktionen auf dem Betrieb für die regionale Presse aufbereitet und, falls möglich, auf der eigenen Website dargestellt werden. Mit dem Angebot für Kindergruppen kann auch darauf abgezielt werden, eine Einkommensalternative für den Betrieb zu schaffen.
Steht das Ziel fest, ist es wichtig, Familie und Mitarbeiter in das Vorhaben einzubeziehen und sich ihre Unterstützung zu sichern. Denn wenn ein Lernangebot auf dem Betrieb eingerichtet wird und regelmäßig Kindergruppen anwesend sind, stellt dies für Familie und Mitarbeiter zunächst eine ungewohnte Situation dar. Ist die nötige Unterstützung vorhanden, muss das Pogramm detailliert geplant werden: Welche Themenschwerpunkte sollen angeboten werden und für welche Altersgruppe sind diese geeignet? Sollen neben dem Lernangebot auch Freizeitangebote wie Kindergeburtstage oder Übernachten im Heu angeboten werden? Parallel zu den Themen ist auch der zeitliche Umfang des Angebots in die Planung einzubeziehen. Neben Angeboten, die auf wenige Stunden bis einen Tag begrenzt sind, können mehrtägige Aufenthalte oder ein jahresbegleitendes Projekt (zum Beispiel zum Thema Kartoffelerzeugung) angeboten werden. Allgemein ist es ratsam, in der Anfangsphase mit kleinen und leicht umsetzbaren Aktionen zu beginnen, die keine Investitionen und keine Einhaltung von hygienischen Regeln erfordern. Geeignet sind zum Beispiel Führungen über den Hof und Mithilfe bei der Fütterung. Möglicherweise ist es ratsam, sich bei der planung und Umsetzung Unterstützung hinzuzuholen oder mit dem örtlichen Lebensmittelhandwerk, Naturschutzorganisationen usw. zusammenzuarbeiten.
Planung, Vorbereitung und Durchführung einer Aktion auf den Betrieb kosten Zeit. Deshalb sollte der Aufwand möglichst genau kalkuliert werden. Das Lernen auf dem Bauernhof ist eine wichtige Dienstleistung, die in jedem Fall etwas kosten darf und die zumindest die laufenden Kosten decken sollte. Wichtig ist, dass man in einem Vorgespräch oder bei einem Elternabend den Lehrern, Erziehern und Eltern die Preise gut vermittelt. Die eigene Arbeit und das Engagement sowie das Besondere, einen Biohof zu besuchen, sollte man selbstbewusst und nicht unter Wert verkaufen.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Sicherheit bei den Aktionen auf dem Betrieb. Um die Risiken so gering wie möglich zu halten, sollten die Kinder nur an Arbeiten beteiligt werden, die dem Alter und den Fähigkeiten der Kinder entsprechen. Für den Fall, dass trotz aller Vorsicht doch etwas passiert, sollten die Notfalltelefonnummer immer griffbereit und der Versicherungsschutz geklärt sein. Genehmigte schulische Veranstaltungen werden in der Regel vom Versicherungsschutz der Schule abgedeckt, mit einer schriftlichen Bestätigung sind Sie auf der sicheren Seite. Daneben sollten die Betriebshaftpflicht und die Unfallversicherung über die Planung informiert werden und geprüft werden, ob das geplante Programm vom Versicherungsschutz abgedeckt wird.
Mehr Informationen
Pädagogische Angebote gut kalkulieren
Immer mehr Biobäuerinnen und -bauern sprechen gezielt Kindergärten und Schulklassen mit speziellen Aktionen an. Teilweise möchten sie so über den Biolandbau aufklären, teilweise sich eine zusätzliche Einnahmequelle schaffen.
Mehr...
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: kein Buch mit sieben Siegeln?
Öffentlichkeitsarbeit im Bereich ökologischer Landbau im regionalen Raum ist erstens wichtig und zweitens - wenn man ein paar wesentliche "Gesetze" und Hinweise beachtet - gar nicht so schwer! Für eine erfolgreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, auch "public relations" oder PR genannt, braucht man zunächst eine gute Idee.
Mehr...
Kids auf dem Bio-Bauernhof: Mit allen Sinnen auf Hoferkundung
Lernen durch Erleben: Nur wenige Kindergarten- und Grundschulkinder haben schon mal einen Bauernhof besucht. Anders als in Büchern oder im Fernsehen können sie dort Tiere aus nächster Nähe erleben.
Mehr...
Schülerprojekttage auf dem Bio-Hof: Do it yourself
Heutzutage wissen nur die wenigsten Jugendlichen, wo und wie Nahrungsmittel erzeugt werden. Ziel der Projekttage ist, Schüler für die Themen ökologischer Landbau, Ernährung, Umwelt und Tierschutz zu sensibilisieren.
Mehr...
Sinnesschulung in Kindergarten und Schule: Geschmack auf Zack!
Kinder und Jugendliche haben oft keinen Bezug mehr zur Lebensmittelerzeugung und wissen nicht, wie frische Produkte riechen, schmecken und sich anfühlen. Erstellen Sie zusammen mit Ihren Kindergartenkindern oder Schülern, zum Beispiel im Sachkunde- oder Biologieunterricht einen Sinnesparcours, bei dem Produkte aus dem ökologischen Landbau erfühlt, erschmeckt usw. werden.
Mehr...
Letzte Aktualisierung: 01.09.2011
