Leitfaden für die Qualitätssicherung von Futtermitteln
Leitfaden für die Qualitätssicherung von Futtermitteln für den ökologischen Landbau auf Grundlage von HACCP
Alle Unternehmen, die Futtermittel aufbereiten und mit Hinweis auf den ökologischen Landbau kennzeichnen, unterliegen einer besonderen Kontrollpflicht gemäß der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. Die Unternehmen müssen sich von einer zugelassenen Öko-Kontrollstelle zertifizieren lassen und besondere Anforderungen an die Kennzeichnung erfüllen. Außerdem müssen sie ein risikoorientiertes Eigenkontrollsystem auf Basis des sogenannten HACCP-Konzeptes aufbauen.
Das HACCP-Konzept
"Hazard Analysis and Critical Control Points" (HACCP) bedeutet die Identifizierung der Kontrollpunkte und dabei insbesondere der "kritischen" Kontroll- oder Lenkungspunkte eines Produktionsprozesses auf der Basis einer systematischen Risikoanalyse. Kritische Kontrollpunkte sind die Punkte, an denen die Qualitätssicherung der Lebensmittel bzw. Futtermittel außer Kontrolle geraten und so die Gesundheit des Menschen (bzw. bei Futtermitteln auch die der Tiere) bedroht werden könnte. Die Erstellung von HACCP-Konzepten folgt festen Grundsätzen, die für jeden Betrieb individuell angewandt werden müssen.
Futtermittelhersteller erhalten mit HACCP eine Methode, um die Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau an Futtermittel für die ökologische Tierhaltung abzusichern. Dies ermöglicht den Betrieben, eine einheitliche Arbeitssystematik für die Bewertung von und den Umgang mit möglichen Gefahren - sowohl für Mensch und Tier als auch für den Bio-Status der Produkte - sowie deren Dokumentation zu nutzen.
Leitfaden für die Futtermittelwirtschaft
Im Auftrag der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) hat das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL Deutschland e.V.) einen praxisorientierten Leitfaden für die Futtermittelwirtschaft erarbeitet. Dieser beschreibt alle notwendigen Schritte einer systematischen Qualitätssicherung von Ökofuttermitteln unter Anwendung von HACCP.
Der Leitfaden berücksichtigt Eigenkontrolle und Risikoorientierung als moderne Prinzipien der Qualitätssicherung. Die strenge Orientierung an den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau stellt für die Nutzer sicher, dass die Anforderungen des Gesetzgebers nachvollziehbar erfüllt werden können. Die Betrachtung bezieht sich auf den gesamten Herstellungsprozess von der Rohstoffbereitstellung über die Verarbeitung bis zur Anwendung.
Der Leitfaden benennt kritische Punkte bei der Herstellung von Futtermitteln für die ökologische Tierhaltung. Die Analyse von Kritischen Kontrollpunkten muss jedoch unter den Produktionsbedingungen im Unternehmen selbst erfolgen. Eine Übersicht über typische Gefahren bei der Herstellung von Ökofuttermitteln bietet Unternehmen den notwendigen systematischen Einstieg in die individuelle Risikoanalyse und benennt bewährte Maßnahmen, wie Risiken im eigenen Unternehmen begegnet werden kann.
Für die Futtermittelbranche geeignete qualitätssichernde Maßnahmen werden lösungs- und anwendungsorientiert beschrieben. Als Anleitung zum Aufbau einer Qualitätssicherung im eigenen Unternehmen eignet sich der Leitfaden ebenso wie als Informationsquelle zu einzelnen Aspekten der Qualitätssicherung ökologischer Futtermittelherstellung. Der Leitfaden kann in der Datenbank Organic Eprints kostenfrei abgerufen werden:
Letzte Aktualisierung: 30.01.2012

