Einführung
Die meisten Verhaltensweisen dienen grundsätzlich einer Funktion. Das Verhalten lässt sich daher in verschiedene Funktionskreise aufgliedern. Diese Funktionskreise sind Ruhen bzw. Schlafen, Nahrungsaufnahme, Fortbewegung, soziale Interaktion, Fortpflanzung und Komfort. Den Funktionskreisen entsprechen Funktionsbereiche im Stallsystem, wobei allerdings eine Vielzahl an Überschneidungen zwischen den verschiedenen Funktionskreisen und -bereichen bestehen.
Funktionskreis | Verhalten | Funktionsbereiche im Haltungssystem |
Ruhen/ Schlafen | Stehen, Liegen, Schlafen, Dösen | Sitzstangen (erhöht) |
Nahrungsaufnahme | Picken, Scharren, Zupfen | Raumangebot, bearbeitbares Substrat (Einstreu) |
Fortbewegung | Gehen, Laufen, Fliegen, Flattern | Raumangebot, 3. Dimension, Besatzdichte, Ausläufe |
Soziale Interaktion | Picken, Hacken, Jagen | Raumangebot, Rückzugsmöglichkeit |
Fortpflanzung | Treiben, Walzern, Treten | Hähne, Eingestreute, abgedunkelte Nester mit Anflugstangen bzw. Roste |
Komfort | Putzen, Sandbaden, Sonnenbaden | Sitzstangen (erhöht), Sandbad, Grünauslauf |
Tagesablauf
Das Verhalten von Hühnern wird durch den Tagesablauf bestimmt:
- In der Morgendämmerung beginnen die Hähne zu krähen.
- Vor Sonnenaufgang und nach dem Putzen des Gefieders verlässt die Gruppe ihren Schlafbaum.
- Es folgt das Aufsuchen der Tränke und die morgendliche Futtersuche (der Hahn begleitet und sichert seine Herde).
- Nach der ersten Mahlzeit begeben sich die Hennen, meist unter Begleitung des Hahnes, für die Eiablage zum Nest.
- In der Mittagszeit finden verstärkt Verhaltensweisen wie Putzen, Ruhen, Sand- und Sonnenbaden statt.
- Am Nachmittag und Spätnachmittag erfolgt erneut die Futtersuche mit mehreren kurzen Ruhe- oder Putzpausen.
- Das Staubbaden erfolgt ebenfalls meist nachmittags (Gefiederpflege).
- Kurz vor Einbruch der Dämmerung nehmen die Hühner wieder die Schlafplätze ein.
- Der Hahn achtet auf Vollständigkeit der Herde (dies ist auch bei der Auslaufhaltung zu beobachten).
Letzte Aktualisierung: 02.01.2012

