Aufzucht und Umstallung

- Eine frühzeitige Gewöhnung an das Haltungssystem ist wesentlich für den Erfolg.
(c) Fa. Big Dutchman
Die Junghennenaufzucht erfolgt für gewöhnlich in Bodenhaltung mit oder ohne Kotgrube, eventuell mit A-Reutern sowie in Volierenhaltungssystemen. Grundsätzlich sollten die Junghennen in dem Haltungssystem aufgezogen werden, in dem sie auch später als Legehennen leben, um keine Anpassungsprobleme zu bekommen.
Bei Bodenhaltung ohne Kotgrube ist ein Drittel der Futterketten auf Reutern (falls vorhanden) anzubringen, damit die Tiere lernen, oben zu fressen. Bei Bodenhaltung mit Kotgrube sind die Tiere die ersten drei Wochen auf der abgesperrten Kotgrube mit Folienabdeckung zu halten.
In Volieren sind die Eintagsküken auf die unterste oder mittlere Ebene mit ausreichend Futterschalen, Stülptränken, Rundschalen unter den Tränkenippeln und mit Papier-/ Einlegematten auf dem Volierenboden einzustallen. Nach sieben Tagen erfolgt ein Papierwechsel und es werden nur noch 20 Prozent abgedeckt (Futterschalen). Nach drei Wochen wird die Anlage nach unten mit einer Kükenrampe geöffnet (Erlernen von Springen und Fliegen).
Empfehlungen zur Aufzucht:
- Die Stalltemperatur sollte in den ersten Tagen 36 Grad betragen (Alarmanlage wichtig)
- Die Besatzdichte ist von Anfang an möglichst gering zu halten (7 - 10 Tiere/ qm).
- Es ist für ausreichend Tageslicht zu sorgen.
- Es sind von Anfang an ausreichend Futterplätze (zwei Drittel der Tiere fressen gleichzeitig), Tränken, Schutzmöglichkeiten, Sandbad und erhöhte Ruhemöglichkeiten (Sitzstangen) anzubieten. Aufbaummöglichkeiten verringern auch das Abkoten im Scharrraum.
- Es sind Dämmerungsphasen einzuplanen (15 - 30 Minuten), damit die Tiere in Ruhe aufbaumen können.
- Für Tageslicht im Stall sorgen Lichtbänder, die (z.B. mit Klappen) lichtdicht verschlossen werden können.
- Den Tieren muss ein freier Zugang zu Futter und Wasser gewährleistet werden.
- Es müssen Anflughilfen vom Scharraum auf die Kotgrube angeboten werden, falls der Höhenunterschied mehr als 60 Zentimeter beträgt.
- In Volieren müssen Tiere rechtzeitig lernen, dass Futter und Wasser auf unterschiedlichen Ebenen zu bekommen ist.
- Bereits in der Aufzucht sollten Nester zum Kennenlernen bereitgestellt werden.
Empfehlungen zur Umstallung:
- Frühzeitige Einstallung (< 18. Lebenswoche; nach Abschluss des Impfprogramms).
- Der Scharrraum sollte nur flach mit Sand oder Hobelspänen eingestreut werden, um ihn so für die Eiablage unattraktiv zu gestalten.
- Eine ausreichende Ausleuchtung des Raumes vor den Nestern sollte gewährleistet werden.
- Bei jungen Hennen sollten die Nester geöffnet sein und beleuchtet werden.
- Das Nestangebot muss insbesondere in der Anfangsphase groß genug sein (maximal 70 - 80 Hennen/ qm Gruppennest).
- Die Nester können zum Beispiel mit Stroheinstreu attraktiv gestaltet werden. Anfangs sollten die Nester aber bis maximal drei bis fünf Zentimeter eingestreut werden, damit die Eier noch zu sehen sind. Bei guter Nestannahme kann mehr eingestreut werden, so dass die Eier einsinken. So kann das Eierfressen verhindert werden.
- Tränkeeinrichtungen sollten vor den Nestern angebracht sein.
- Zum optimalen Erreichen der Nester sind Anflugstangen oder Plattformen zu installieren.
- Die Eier im Scharrraum oder auf Rosten sollten häufig abgesammelt werden.
Literatur
- Deerberg, Joost-Meyer zu Bakum, Staack (Hrsg.): "Artgerechte Geflügelerzeugung - Fütterung und Management" Stiftung Ökologie und Landbau und bioland Verlags GmbH, 2004, 176 Seiten
Letzte Aktualisierung: 02.01.2012
