Bodenhaltung
Die Bodenhaltung ist eine häufig verbreitete Haltungsform in der ökologischen Legehennenhaltung in Deutschland. Kennzeichnend für diese Haltungsform ist die Abdeckung der Kotgrube mit einer Drahtgitter-Holzleisten-Kombination oder mit einem Kunststoffgitter, wobei die Holzleisten als Sitzstangen dienen. Ein eingestreuter Scharrraum (beispielsweise Strohhäcksel, Hobelspäne) macht mindestens ein Drittel der Stallgrundfläche aus.
Als Nester dienen in der Bodenhaltung Einzel- oder Familiennester mit Handsammlung oder Sammelautomatik. Die Futter- und Wasserversorgung erfolgen automatisch über Rundautomaten oder Futterketten bzw. über Nippel, Cups oder Automatik-Rundtränken auf der Kotgrube. Im Bodenhaltungssystem gibt es unterschiedliche Kotgrubenvarianten: flache Kotgruben (50 Zentimeter hoch) mit wöchentlicher Entmistung (zum Beispiel Kotschieber, Kotbänder) und höhere Kotgruben (80 bis 120 Zentimeter hoch) mit einem Kotgrubenvolumen von 0,8 bis 0,9 Kubikmeter bei 15-monatiger Lagerdauer.
Vorteile der Bodenhaltung:
- Fast alle Verhaltensweisen können ausgeführt werden (Scharren, Staub-/ Sandbaden, Laufen, Rennen, Flügel-Bein-Strecken, Fliegen etc.)
- Geringe Einschränkung der Bewegungsfreiheit
- Normale Krallenabnutzung durch Scharren
- Lüftung technisch einfach (nur wenige Einrichtungsgegenstände behindern den Luftaustausch)
- Einfache Kontrolle (leichtes Erkennen von kranken oder verletzten Tieren)
- Geringe Geräuschentwicklung durch Technik möglich
Nachteile der Bodenhaltung:
- Eine Mistlagerung in der Kotgrube bei Entleerungsintervallen von mehreren Monaten birgt die Gefahr schlechteren Stallklimas.
- Eine geringe Aufstallungsdichte kann im Winter zu einer negativen Wärmebilanz führen; dann ist eine zusätzliche Heizung erforderlich.
Eine Vorstufe des Volierenhaltungssystems ist die Bodenhaltung mit erhöhten Sitzstangen. Diese können in Form von A-Reutern, Sitzstangenleitern und erhöhten Sitzstangensträngen (beispielsweise über Futterrinne, Tränkelinie) im Stall eingesetzt werden. Erhöhte Sitzstangen ermöglichen das Aufbaumen der Tiere.
Empfehlungen für die Bodenhaltung:
- Entmistung der Kotgrube mittels Kotbändern oder Seilzug-Entmistung.
- Unterflurabsaugung aus der Kotgrube (größtmöglicher Wärmeerhalt im Winter bei gleichzeitig bestmöglicher Luftqualität).
- Anflughilfen in Form von Anflugstangen oder Leitern bzw. Treppen erleichtern den Übergang zum Scharraum.
Literatur
- Hartmann, I. (2002): Zeitgemäße Legehennenhaltung. Land & Forst, Schriftenreihe: Tierhaltung, DLG-Verlag, Hannover.
- Häne, M. (1999): Legehennenhaltung in der Schweiz 1998. Schlussbericht, Bundesamt für Veterinärwesen.
Letzte Aktualisierung: 02.01.2012


