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Optimierung der Einrichtung und des Managements

 

Jegliche Haltung von (Nutz-)tieren ist mit erheblichen Einschränkungen für diese verbunden; folglich kann auch eine artgemäße Unterbringung nur einen vertretbaren Kompromiss darstellen. Somit ist jeder Tierhalter bemüht, den Tieren eine den Bedürfnissen der Tiere möglichst weitgehend entsprechende Umwelt bei vertretbarem Aufwand zu bieten. Das setzt eine erfolgreiche Abstimmung der "Faktoren" Tier, Mensch, Technik und Umwelt voraus. Und dies nicht nur einmalig, sondern ständig wiederkehrend mit immer anders gearteten Herausforderungen.

Haltungssystem

Der Begriff "Haltungssystem" beinhaltet die Kombination und Abstimmung von Einrichtungsteilen (Stallbauelementen), die in ihrer Gesamtheit eine funktionale Einheit entstehen lassen. Die Einrichtung eines Stalles setzt sich aus einer Vielzahl von Bauteilen mit Zugehörigkeit zu einem oder mehreren Funktionsbereichen zusammen. Hieraus ergeben sich viele Kombinationsmöglichkeiten, die in der Regel eine optimale Anpassung an die betrieblichen Gegebenheiten ermöglichen. Wird der Betrieb wirklich als individuell geprägter Organismus gesehen und verstanden, so kann es kein absolut richtiges Haltungssystem oder Stallkonzept geben.

Die Technik ist als ein Hilfsmittel anzusehen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sie nicht automatisch zu einer Verbesserung der Bedingungen führt; wesentliche Voraussetzung ist die richtige Anwendung. Demzufolge ist eine ständige Optimierung erforderlich für:

  • eine grundlegende und längeranhaltende Veränderung mit dem Ziel einer tatsächlichen Verbesserung oder
  • eine kurzfristige und unter Umständen zeitlich befristete Reaktion auf veränderte (unerwünschte, abnorme, außergewöhnliche) Verhaltensweisen.

Checkliste

Was ist beim Stallbau (Neu- oder Umbau) zu beachten? Die folgende Checkliste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, da die unterschiedlichen einzelbetrieblichen Gegebenheiten nicht alle erfasst werden können. Sie ist eine Zusammenstellung der wichtigsten Fragen, die abgeklärt und beantwortet werden sollten.

1. Phase: Orientierung

Bevor der Tierhalter sich mit dem Stallbau (Neu- oder Umbau ) beschäftigt, sollte er für sich Klarheit darüber verschaffen, was er mit der Maßnahme erreichen will und welche Einflüsse sich daraus auf das Umfeld ergeben. Ein wesentliches Entscheidungsmoment kommt hierbei sicherlich der Einschätzung der jeweiligen Rahmenbedingungen für den Betrieb zu. So werden die Ertragserwartung und Erlöseinschätzung für die Zukunft von großer Bedeutung sein, wenn die Baumaßnahme ein großes Investitionsvolumen beinhaltet. Bei kleineren Umbauten werden eine artgemäßere Unterbringung der Tiere oder arbeitswirtschaftliche Aspekte eher im Vordergrund stehen.

  • Welcher Betriebszweig, welches Produktionsverfahren sollen verändert werden?
  • Wie soll das Ziel aussehen?
  • Wann soll es erreicht sein?
  • Sind Zwischenabschnitte erforderlich oder sinnvoll?
  • Welche vorhandenen, innerbetrieblichen Ressourcen werden benötigt (Gebäude, Maschinen, Arbeitskräfte, Vorräte, Kapital)?
  • Welche innerbetrieblichen Ressourcen sind bereits ausgelastet und müssen ergänzt werden? Die Ergänzung kann erfolgen durch Rationalisierung (frei werdende Kapazitäten durch Umstrukturierung oder Änderung der Organisation) oder Zukauf von Produktionsmitteln (Tiere, Vorräte, Arbeit).
  • Wie ist die wirtschaftliche Situation auf dem Betrieb im Normalfall und wie im ungünstigsten Fall?

2. Phase: Informationsbeschaffung

Die Orientierungsphase ist soweit abgeschlossen, dass eine prinzipielle Entscheidung für die Maßnahme getroffen worden ist. Im folgenden Schritt soll durch eine umfangreiche und sorgfältige Informationsbeschaffung eine Sicherung bzw. Überprüfung der zuvor getroffenen Annahmen erfolgen.

Mögliche Informationsmedien:

  • Zeitschriften/ Bücher
  • Vorträge
  • Messen
  • Betriebsbesuche bei Berufskollegen
  • Beratung
  • Internet

3. Phase: Planung

Hat die weitere Informationsbeschaffung die zuerst getroffenen Annahmen nicht bestätigt, so kann dies bedeuten, dass das Vorhaben nicht sinnvoll zu realisieren ist. Die Rahmenbedingungen bieten keine Alternativen, das Risiko ist nicht überschaubar. Zeigen sich im Verlauf der Informationsbeschaffung weitere Alternativen, so können diese miteinander verglichen werden und eine Entscheidung zur Baumaßnahme getroffen werden. Jetzt geht das Projekt in die Konkretisierung, da alle Einzelheiten abgeklärt und auf einander abgestimmt werden müssen.

  • Welche Reserven haben meine vorhandenen Ressourcen?
  • Wie genau sollen das neue Produktionsverfahren, bzw. der neue Betriebszweig aussehen?
  • Welche Ressourcen werden dafür benötigt?
  • Welche Ressourcen müssen in welchem Umfang ergänzt werden?

1. Block: Umfeld

  • Stallgebäude
  • Futtervorräte
  • Lagerkapazitäten
  • Einstreu
  • Futterflächen
  • Maschinen/ Geräte
  • Arbeitszeit
  • Baumaterialien
  • Kapital (Eigenkapitalanteil, Fördermittel, freie Kredite)

2. Block: Um-/ Neubau

  • Beantragung von Baugenehmigung
  • Welches Gebäude wird wie genutzt?
  • Baumaterialien
  • Haltungsverfahren
  • Welche Arbeiten müssen delegiert werden?
  • Zeitpunkt der Maßnahmen, bzw. Bauabschnitte
  • Wer übernimmt die Bauleitung?
  • Bis wann müssen die Baumaßnahmen spätestens abgeschlossen sein? (Einplanen von Zeitreserven nicht vergessen!)
  • Welche Firma macht was in welchem Umfang? Welchen Service bietet sie?
  • Wer liefert was?
  • Wie sehen Wartungs- und Serviceleistungen aus?

4. Phase: Umsetzung

Die sorgfältige Planung liefert die entscheidende Aussage für die Realisierung des Vorhabens. Sie sollte eventuell noch bestehende Zweifel ausräumen können und somit das Risiko abschätzbar machen. Mit der Auftragserteilung gemäß den Angeboten und der vorgesehen Aufgabenverteilung geht das Projekt in die "heiße Phase" der Umsetzung über.

  • Überprüfung der Liefer- und Montagefristen
  • Überprüfung des Finanzierungsplanes und der Zahlungsmodalitäten
  • Einhaltung der Bauabschnitte
  • Kontrolle der Bauaufsicht
  • Abschließende Funktionskontrolle vor Erstbezug

5. Phase: Kontrolle

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Baumaßnahme und Inbetriebnahme ist sicherlich eine Menge Arbeit verbunden gewesen. Dennoch sollten die Maßnahmen damit noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden.

  • Überprüfung und Beseitigung kleinerer, versteckter Baumängel
  • Überprüfung des Verhaltens der Tiere
  • Überprüfung der Wirtschaftlichkeit

Letzte Aktualisierung: 02.01.2012

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