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Gesundheitsvorsorge

 
Hühner beim Sandbaden in einem überdachten Auslauf
Legehennen beim Staub- und Sandbaden: Artgerechte Ställe bieten den Tieren Gelegenheit, ihr natürliches Verhalten auszuleben.
(c) F. Deerberg

Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau fordern eine tiergerechte Haltung und Fütterung als Grundlage zum Aufbau und zur Erhaltung einer guten körpereigenen Abwehr bei den Tieren. 

Artgerechte Haltung

Unter optimalen Haltungsbedingungen werden beispielsweise vielfältige Bewegungsmöglichkeiten und insbesondere ein trockenes, staub- und schadgasarmes Stallklima mit hohem Sauerstoffgehalt verstanden. Letzteres ist durch häufige Einstreupflege und im Idealfall tägliches Entfernen des Kotes zu erreichen. Tageslicht und die damit verbundene keimabtötende Wirkung der UV-Einstrahlung im Außenbereich ist in der artgemäßen Geflügelhaltung sehr wichtig. Um die zugekauften oder selbst aufgezogenen Jungtiere auf das betriebsspezifische Keimspektrum vorzubereiten, bringen einige Halter kompostierte Einstreu früherer gesunder Herden in den für die neue Herde hergerichteten Stall ein. Auf diese Weise kann sich ein betriebsspezifischer Abwehrstatus aufbauen.

Vorbeugende Fütterungsmaßnahmen

In der Fachpresse wird vom positiven Einfluss wöchentlicher Quarkfütterung zur Ansäuerung des Darmmilieus und der daraus resultierenden Verbesserung der Darmflora berichtet. Ein ähnlicher Effekt wird durch eine zeitweise Beimischung von Essig- oder Milchsäure in das Trinkwasser erzielt. Zur unspezifischen Krankheitsabwehr eigenen sich ferner verschiedene Pflanzenextraktpräparate, zum Beispiel Ropa, ein Präparat aus Inhaltsstoffen des Oreganum. Nach ersten Ergebnissen aus der Praxis wirkt Ropa beispielsweise gegen bakteriell bedingte Darmerkrankungen.

Die Verfütterung von unverdorbenen Obst- und Gemüseabfällen versorgt das Geflügel mit wertvollen Vitaminen. So sind Vitamin-C-haltige Komponenten ein gutes Mittel zum Stressabbau und damit zur Stabilisierung der Körperabwehr. Es ist darauf zu achten, dass die Tiere im Auslauf nicht an giftige Pflanzen gelangen können oder gar verfüttert bekommen.

Spezifische Abwehr durch Impfungen

Für den gezielten Aufbau einer Abwehr gegenüber bestimmten Krankheitserregern, insbesondere viraler, aber auch bakterieller Infektionen, stehen eine Reihe wirksamer Impfstoffe zur Verfügung. Die Impfungen finden meist bereits während der Aufzucht statt. Die Impfung kann jedoch keinesfalls Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen ersetzen, da gegen viele Krankheiten keine Impfung möglich ist. Welche Impfungen durchgeführt werden, hängt mit Ausnahme der atypischen Geflügelpest und Salmonellose (gesetzliche Impfpflicht) von der Situation im Bestand, der Herkunft der Tiere sowie der aktuellen Situation in der Umgebung des Betriebes ab.

Nachfolgend ist eine Übersicht über die in der Praxis angewandten Impfungen (bei Zuchttieren kommen meist erweiterte Impfprogramme zur Anwendung) dargestellt:

Legehühner

Mareksche Krankheit, Infektiöse Bronchitis, Infektiöse Bursitis, Infektiöse Laryngotracheitis, Kokzidiose, Atypische Geflügelpest, Mykoplasmose, Salmonellose, Ansteckender Hühnerschnupfen

Masthühner

Infektiöse Bronchitis, Infektiöse Bursitis, Atypische Geflügelpest, Kokzidiose 

Puten

Rhinotracheitis, Atypische Geflügelpest, Pasteurellose

Gänse

Parvovirose (Zuchttiere), Infektiöse Serositis (stallspezifisch)

Enten

Virushepatitis (Zuchttiere), Infektiöse Serositis (stallspezifisch)

Letzte Aktualisierung: 03.01.2012

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