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Bedeutung des Nahrungsaufnahmeverhaltens für die Hühnerfütterung

 
Hühner beim gemeinsamen Fressen
Gemeinsames Fressen hat positive Auswirkungen auf das Verhalten von Geflügel.
(c) Schweisfurth-Stiftung

Ethologische Erkenntnisse sind auch für die Ernährung des Hühnergeflügels von Bedeutung. Die Futteraufnahme kann beispielsweise durch Geräusche und Lichtverhältnisse beineinflusst werden. 

Die Funktionskreise (zum Beispiel Sozial-, Fortbewegungs-, Körperpflege-, Ausscheidungs- und Ernährungsverhalten) des Verhaltens stehen in enger Wechselbeziehungen zueinander. Untersuchungen der Verhaltensforschung haben gezeigt, dass die gemeinsame Nahrungsaufnahme der Tiere eine wichtige soziale Funktion einnimmt.

Die Nahrungssuche und -aufnahme beschäftigt die Hühner einen Großteil des Tages und ist damit für den täglichen Ablauf und den Tagesrhythmus prägend. Angeregt wird dieses Verhalten durch akustische Signale (Lautäußerungen der Tiere, Pickgeräusche, Laufgeräusche der Futteraggregate) und durch Aktionen der Tiere (Picken, Scharren, Kratzen).

Die Lichtverhältnisse im Stall können ebenfalls die Aktivitäten der Nahrungsaufnahme beeinflussen. Diese Verhaltensweisen müssen bereits bei der Planung des Stalls und seiner Einrichtung sowie der Gestaltung der Futterrationen berücksichtigt werden. Sprunghafte Veränderungen, die das Nahrungsaufnahmeverhalten beeinflussen, können sich für Hühnergeflügel als Stressfaktoren herausstellen und in der Folge zu Verhaltensabnormitäten führen.

Art und Farbe des Futters 

Die Futteraufnahme der Hühner wird ferner wesentlich durch dessen Struktur und Farbe beeinflusst. Die Struktur des Futters ergibt sich aus der Form und der Größe der Nahrungspartikel. So werden große, kantige Teilchen besser wahrgenommen als feine, staubartige Partikel.

Im Zusammenhang mit der Struktur ist die Farbe bzw. die Farbintensität ebenfalls von Bedeutung. Die Tiere entwickeln im Laufe ihrer Jugend vermutlich eine Präferenzstruktur für Farben, die jedoch nicht unbedingt zu verallgemeinern ist. Die Farbintensität kräftiger Farbtöne beeinflusst dabei die Wahrnehmbarkeit und führt zu einer besseren Aufnahme des Futters. Derselbe Effekt kann auch durch Anfeuchten des Futters erzielt werden.

Der Geschmackssinn ist bei Geflügel nicht sehr differenziert ausgebildet, so dass keine spontane Futteraufnahme oder -verweigerung durch Qualitäten wie süß, sauer, salzig oder bitter zu erwarten sind. Hühner zeigen z.B. durchaus Interesse an Silagen. Hier sind in der Regel einwandfreie Qualitäten und physiologische Rückkopplungen für das Annehmen des Futters entscheidend. 

Scharren anregen

Das Scharren kann besonders gut durch Komponenten (z.B. Getreidekörner) angeregt werden, welche die Hühner gut erkennen und die sie gut von dem Substrat (beispielsweise Sand, chemisch unbehandelte Holzspäne) trennen können. Die Nahrungssuche durch Scharren und auch Zupfen beschäftigt die Hühner und entspricht den Anforderungen einer artgerechten Geflügelfütterung.

Beim Raufutterangebot im Grünauslauf oder Stallbereich ist darauf zu achten, dass Tiere das Futter zupfen können. Das Verschlingen großer Pflanzenteile führt zur Kropfverstopfung und kann damit die weitere Futteraufnahme stark einschränken.

Letzte Aktualisierung: 03.01.2012

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