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Betriebseigene Futterherstellung

 
Maiskleber
Maiskleber ist eine verbreitete Einzelfuttermittel-Komponente.
(c) F. Deerberg

Bei der Rationsplanung müssen die physiologische und mechanische Sättigung der Tiere und das damit verbundene Verhaltensrepertoire aufeinander abgestimmt werden. Hier besteht ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Aufbereitung des Futters bzw. der Rationskomponenten. 

Ein auf die Fütterungstechnik abgestimmtes Alleinfutter mit guter Fließeigenschaft aber geringer Strukturwirkung (Ballaststoffe) kann beispielsweise durch andere Futterkomponenten mit entsprechender Wirkung in der Ration ausgeglichen werden.

Ziel der Rezepturplanung ist eine der zu erwartenden Leistung angepasste und ausreichende Nährstoffversorgung, die der Forderung nach Gesundheit und Wohlbefinden gerecht wird.

Die für die Rezepturplanung erforderlichen Daten über die Nährstoffzusammensetzung einzelner Komponenten sind in Broschüren oder EDV-Programmen zusammengestellt. Bei den zugelassenen herkömmlichen Einzelfuttermittel-Komponenten (Kartoffeleiweiß, Maiskleber, Grünmehl etc.) können für die Berechnung in der Regel die angegebenen Durchschnittswerte übernommen werden.

Allerdings sollte beim Kauf von Komponenten Sicherheit über den Nährstoffinhalt geschaffen werden, vor allem wenn diese generell mit unterschiedlichen Eiweißgehalten gehandelt werden (zum Beispiel Schwankungen bei Ölpresskuchen).

Nährstoffanalysen  betriebseigener Komponenten ratsam

Bei den betriebseigenen Komponenten Getreide und Körnerleguminosen gibt es erfahrungsgemäß größere Abweichungen von den Tabellenwerten. Nährstoffanalysen, mindestens aber die Bestimmung des Rohproteingehaltes, sind hier ratsam.

Weichen bestimmte Analysenwerte für den Rohproteingehalt um mehr als 2,5 Prozent von den Tabellenwerten ab, so empfiehlt sich eine genauere Bestimmung des Nährstoffinhaltes. Vom Brotgetreide sind den Betriebsleitern die Schwankungen des Rohproteingehaltes bekannt.

Für die Rationsplanung spielt ebenfalls die Mischfutteraufbereitung, die von der Zustandsform der Komponenten beeinflusst wird, eine Rolle. Findet die vorliegende Form nur geringe oder keine Akzeptanz bei den Tieren, ist eine Bearbeitung erforderlich (zum Beispiel Zerkleinern von großen Körnern wie Mais, Ackerbohnen, Erbsen etc., Binden von Mahlstaub durch Flüssigkeiten wie Öl, Melasse, Nebenprodukte der Milchverarbeitung etc. und Verbesserung der Krümelstruktur und Farbintensität des Futters).

Die gewählte Fütterungs-, Transport- und Lagerungstechnik hat ebenfalls Einfluss auf die Aufbereitung bzw. die Einsatzmenge in der Ration. Dies trifft insbesondere für solche Komponenten zu, die aufgrund ihres Schalen- oder Spelzanteils die Fließeigenschaft beeinträchtigen.

Für eine gleichbleibende und kontinuierliche Herstellung der Futtermischung ist eine sorgfältige Einlagerung sowie Bevorratung und rechtzeitige Bestellung der Komponenten erforderlich. Ein rechtzeitiger Einkauf ist besonders hinsichtlich der Kenntnis von Veränderungen der Nährstoffinhalte in den Zukaufkomponenten erforderlich.

Konzentrierte Ergänzungsfuttermittel sind platzsparend

Der Einsatz vieler Einzelkomponenten ermöglicht eine bessere Anpassung der Rezepturen an unterschiedliche Nährstoffanforderungen. Jedoch stellt die Lagerhaltung vieler Einzelkomponenten eine stärkere Kostenbelastung dar, die sich auf den Futtermittelpreis auswirkt.

Eine häufig genutzte Möglichkeit, die Lagerhaltung zu vereinfachen, besteht im Einkauf konzentrierter Ergänzungsfuttermittel. Diese enthalten in der Regel Komponenten mit nicht ökologischer Herkunft in nach EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zugelassener Menge und ermöglichen somit einen Ausgleich bzw. eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß und Mineralstoffen.

Im ökologischen Landbau ist eine Versorgung der Tiere ausschließlich mit Futtermitteln aus ökologischem Anbau zulässig. Die Erlaubnis der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau, bestimmte Futtermittel konventioneller Herkunft in begrenzter Menge einzusetzen, lief zum 31. Dezember 2011 aus.

Aus der Forschung - für die Praxis:

Bestimmung der Inhaltsstoffe in Ökofuttermitteln

Die schnelle Erfassung der Inhaltsstoffe von Proteinfuttermitteln ist wichtig, damit Landwirte mit den Schwankungen der Inhaltsstoffe in Ökofuttermitteln umgehen und bedarfsgerechte Futterrationen zusammen stellen können. In einem BÖLN-Forschungsvorhaben haben Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) Kalibrierungen für die Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) entwickelt, die eine einfache und kostengünstige Bestimmung der Rohnährstoffe einschließlich Stärke und Zucker sowie Aminosäuren in getrockneten, vermahlenen Futtererbsen und Ackerbohnen ermöglichen. So kann mit Hilfe der NIRS direkt nach Bereitstellung der Ernteproben eine Futterbewertung vorgenommen werden.

Näheres zum Projekt:

Opens external link in current windowSchwankungen der Inhaltsstoffe in Ökofuttermitteln: schnelle Bestimmung der Inhaltsstoffe zum sicheren Umgang mit dem Problem

Aus der Forschung - für die Praxis

Selektion auf Methioninreichtum bei heimischen Leguminosen

Ziel der ökologischen Wirtschaftsweise ist eine Fütterung der Tiere mit ausschließlich ökologisch erzeugten Futtermitteln. Als Eiweißfuttermittel bieten sich heimische Körnerleguminosen an; bei Schweinen und Geflügel kann sich dabei jedoch das Problem einer unzureichenden Methioninversorgung ergeben. Ein Forschungsvorhaben hat untersucht, wie man den Methioningehalt von Ackerbohne, Erbse und Lupine steigern kann.  Die Forscher schätzen die Züchtung von methioninreichen Körnerleguminosen bereits auf Basis der natürlichen Variabilität der Gehalte mit dem bestehenden Sortiment als durchaus erfolgversprechend ein. Sie empfehlen dazu eine breit angelegte Selektion von Einzelpflanzen aus bestehenden Sorten und Linien nach exakt bestimmten Aminosäuregehalten im Samen.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtSelektion auf Methioninreichtum bei heimischen Leguminosen (Vicia faba, Pisum sativum und Lupinus angustifolius)

Aus der Forschung - für die Praxis

Gekeimte Samen als Futtermittel (Analytik)

In der ökologischen Geflügelhaltung sollen ausschließlich ökologisch erzeugte Futtermittel eingesetzt werden. Nur wenn damit keine ausreichende Nährstoff- und Eiweißversorgung gewährleistet ist, dürfen in begrenztem Umfang konventionelle Futtermittel ergänzt werden. In einem Forschungsvorhaben wurde untersucht, ob sich durch Keimung von Getreide eine hochwertige Futterkomponente aus ökologischer Erzeugung gewinnen lässt.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtGekeimte Samen als Futtermittel – Analytik (BÖL-Projekt Nr. 02OE662)

Aus der Forschung - für die Praxis

100%-Bio-Fütterung von Freilandlegehennen

Mit dem Ziel, Futterrationen aus 100 Prozent ökologisch erzeugten Futtermittelkomponenten für die Fütterung von Legehennen zu entwickeln, haben Wissenschaftler des Versuchs- und Beratungsrings Ökologischer Landbau Schleswig-Holstein e. V. (Ökoring) und der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) Fütterungsversuche mit Legehennen durchgeführt.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtEntwicklung von Futterrationen für 100-prozentige Bio-Fütterung von Freilandlegehennen unter besonderer Berücksichtigung von Raps- und Leinkuchen, optimierter Grundfuttereinsatz (Silage) und anderen Eiweißpflanzen (BÖL-Projekt Nr. 03OE434)

Letzte Aktualisierung: 03.01.2012

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