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Fütterungs- und Tränketechnik

 
Gänse an einer automatischen Rohrtränke. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Eine automatische Rohrtränke ist für die Tiere sehr komfortabel.
(c) F. Deerberg

Die Tröge und Tränken müssen an die schnelle Veränderung der Körpergröße wachsender Tiere angepasst und den Bedürfnissen der Tierart gerecht werden können. 

Tröge

Die Förder- und Fütterungstechnik muss den Legehennen, Masthähnchen und Puten das Futter, ohne nachteilige Veränderungen hervorzurufen, vorlegen. Hierzu werden Längs- und Rundtröge in verschiedenen Varianten angeboten. Die Tröge müssen für die Tiere gut zugänglich und die Troghöhe (Abstand der Standfläche der Tiere zur Trogoberkante) der Körpergröße angepasst sein.

Längstrog

  • mind. 10 bis 12 Zentimeter Fressplatzbreite pro Huhn (einseitig)
  • mind. 4 bis 8 Zentimeter in der Aufzucht bei Hühnern (einseitig)
  • mind. 3 bis 5 Zentimeter in der Mastgeflügelaufzucht (einseitig)

Rundtrog

  • mind. 4 Zentimeter Fressplatzbreite pro Huhn
  • mind. 2 bis 3 Zentimeter in der Aufzucht bei Hühnern
  • mind. 1 bis 2 Zentimeter in der Mast

Für das Anfüttern der Küken finden häufig flache Futterschalen Verwendung, die von Hand gefüllt werden und je nach Tierart und Dauer der Fütterungsphase für 50 bis 80 Küken ausreichend sind.

Das Befüllen der Tröge kann von Hand oder mittels geeigneter Fördertechnik erfolgen. Für die automatische Beschickung von Längströgen werden in Abhängigkeit von der Lauflänge Flachketten, Spiralen oder auch Seilförderer verwendet. Als Rundtröge sind Standautomaten mit unterschiedlichem Fassungsvermögen, hängende Kleinautomaten (Schwebetröge) und gekoppelte Kleinautomaten (Pfannenfütterung) erhältlich.

Tränken

Cup-Tränken in einem Hühnerstall. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Eine Cup-Tränke bietet den Hühnern offenes Wasser.
(c) F. Deerberg

Für eine ausreichende Futteraufnahme ist eine freie Wasseraufnahme unerlässlich. Für die ersten Aufzuchtstage werden zunächst häufig drucklose Zylinder- oder Stülptränken benutzt. Diese müssen mindestens einmal täglich gereinigt und mit frischem Wasser neu befüllt werden.

Folgende Platzbreiten pro Henne müssen gewährleistet sein:

  • Rundtränken
    • 2 bis 2,5 Zentimeter 
    • in der Aufzucht: 1 bis 1,5 Zentimeter
  • Rinnentränken: mind. 2,5 Zentimeter
  • Nippeltränken: max. 8 bis 10 Hennen pro Nippel (entsprechend der Durchflussmenge)
  • Cup-Tränken
    • max. 10 bis 15 Hennen
    • 15 bis 25 Tiere in der Aufzucht

Bei nicht automatisch gefüllten Tränken ist eine regelmäßige Wiederbefüllung erforderlich. Mit Ausnahme der Nippeltränke sind alle Tränken regelmäßig von Staub und Futterresten zu reinigen.

Automatische Tränken müssen auf ihre Funktionstüchtigkeit kontrolliert werden. So sollte zum Beispiel vor und nach Impfungen die Tränkeleitung gespült werden, um auch hier Verunreinigungen zu vermeiden, welche die Funktion der Ventile oder die Wirkung nachfolgender Impfungen beeinträchtigen würde.

Neben der laufenden Überprüfung und Sicherung der Wasserqualität durch Reinigung des Wassers (beispielsweise Filter) ist es erforderlich, den täglichen Wasserverbrauch der Tiere erfassen zu können. Für Stör- bzw. Ausfallsituationen der Wasserzuleitung ist die Zwischenschaltung eines Pufferspeichers ein weiterer Sicherheitsfaktor. 

Besonderheiten bei Enten und Gänsen

Enten und Gänse haben als Wassergeflügel im Rahmen ihres Verhaltensrepertoires einen höheren Wasserbedarf als das Hühnergeflügel. Da Enten und Gänse den Schnabel tief und teilweise auch den Kopf in die Tränke eintauchen, benötigen sie einen höheren Wasserstand.

In der Praxis werden ab der zweiten Lebenswoche Tränkerohre mit unterschiedlichem Querschnitt für die Wasserversorgung genutzt. Dadurch kann die erforderliche Wassertiefe geboten und ausreichend Wasser vorgehalten werden. Der Platzbedarf liegt bei vier bis sechs Zentimeter pro Tier.

Letzte Aktualisierung: 03.01.2012

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