Futterkomponenten für die Rationsplanung

- Futtererbsen sind die Körnerleguminosenart, die am häufigsten beigemischt wird.
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Die Palette möglicher Futtermittel für Geflügel ist breit. Je nach Alter und spezifischen Nährstoffansprüchen kann man selbst eine optimale Futtermittel-Kombination zusammenstellen.
Getreide
Getreide ist ein wesentlicher betriebseigener Energieträger in der Futterherstellung, dessen Eiweißzusammensetzung für eine leistungsgerechte Nährstoffversorgung nicht ausreichend ist. Je nach Fütterungszweck liegt der Anteil des Getreides in der Mischung zwischen 40 und 65 Prozent.
Weizen, Roggen, Triticale und Mais können allein oder anteilig in der Mischung eingesetzt werden, wobei die Tiere langsam durch steigende Rationsanteile an Roggen und Triticale zu gewöhnen sind. Der mögliche Anteil liegt üblicherweise in einem Bereich von 20 bis 35 Prozent. Gerste und Hafer können mit Anteilen von 10 bis 30 Prozent, spelzlose Varietäten in noch höheren Anteilen, eingemischt werden. Zur Beschäftigung durch Scharren ist das Getreide gut geeignet, wobei Roggen schlecht akzeptiert wird.
Körnerleguminosen
Körnerleguminosen verfügen über wesentlich höhere Eiweißgehalte als Getreide und sind aufgrund ihrer Zusammensetzung als Energie- und Eiweißlieferanten einzustufen. Die Eiweißzusammensetzung ist jedoch für die Nährstoffversorgung von Küken und Legehennen nicht ausreichend. Auf inländischen Betrieben sind vornehmlich Ackerbohnen, Lupinen und Erbsen vorzufinden. Vereinzelt können auch Sojabohnen und Wicken angebaut werden.
Futtererbsen, die bevorzugten Körnerleguminosen, können einen Mischungsanteil bis zu 30 Prozent erreichen. Bei Ackerbohnen liegt er abhängig von Sorte und Verwendung bei 20 bis 25 Prozent. Die Sojabohnen müssen für eine effiziente Nutzung einer thermischen Behandlung unterzogen werden. Je nach Verfügbarkeit beträgt die Einsatzmenge 10 bis 20 Prozent. Bei Lupinen ist die Einsatzmenge je nach Verwendungszweck ähnlich.
Ölsaaten
Ölsaaten sind aufgrund ihres Ölgehaltes sehr energiereiche Komponenten. Sojabohnen und Lein müssen thermisch behandelt werden. Der Anteil kann bei etwa fünf bis zwölf Prozent in der Mischung liegen. Bei ungeschälten Sonnenblumenkernen können die Schalenanteile der begrenzende Faktor werden, da sie Fließeigenschaften und Futteraufnahme negativ beeinträchtigen können. Raps ist nicht uneingeschränkt im Legehennenfutter einzusetzen, da sich sekundäre Inhaltsstoffe bei Braunleger-Typen geruchs- und geschmacksbeeinträchtigend auswirken können.
Ölpresskuchen (Rückstände aus der mechanischen Ölgewinnung der Ölsaaten) sind wertvolle Futterkomponenten zur Eiweißergänzung. Sie sind noch eiweißreicher als die ursprüngliche Ölsaat und können für einen gezielten Aminosäureausgleich eingesetzt werden.
Weitere Komponenten
Grünmehl wird in der Regel in der Legehennenfütterung mit als Dotterfarbstoffträger mit Anteilen bis zu acht Prozent eingesetzt.
Pflanzenöl dient als ausgleichender Energieträger und zur Feinstaubbindung.
Silagen reichen aufgrund ihrer geringen Nährstoffkonzentration für eine allzeit bedarfdeckende Nährstoffversorgung nicht aus und dienen, ebenso wie der Grünauslauf, der Erweiterung des Nahrungsangebotes.
Verfügbarkeit
Wichtige Komponenten für eine akzeptable Eiweißversorgung sind in ökologisch produzierter Qualität nur sehr begrenzt verfügbar. Für die Rezepturplanung stehen beispielsweise Maiskleber(-futter), Kartoffeleiweiß, Magermilchpulver für eine qualitative Eiweißergänzung zur Verfügung.
Mit diesen Produkten können in Kombination mit Komponenten ökologischer Herkunft Rezepturen zusammengestellt werden, die auch den Nährstoffansprüchen von Küken und Jungtieren gerecht werden, wobei die Versorgung von Putenküken an hohe Qualitäten gebunden ist. Mit der Abstimmung einer Vielzahl von ökologischen Komponenten und hochwertigen, erlaubten Eiweißkomponenten können die erforderlichen Nährstoffgehalte in der Regel erreicht werden.
Im ökologischen Landbau ist eine Versorgung der Tiere ausschließlich mit Futtermitteln aus ökologischem Anbau zulässig. Die Erlaubnis der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau, bestimmte Futtermittel konventioneller Herkunft in begrenzter Menge einzusetzen lief zum 31. Dezember 2011 aus.
Aus der Forschung - für die Praxis:
Bestimmung der Inhaltsstoffe in Ökofuttermitteln
Die schnelle Erfassung der Inhaltsstoffe von Proteinfuttermitteln ist wichtig, damit Landwirte mit den Schwankungen der Inhaltsstoffe in Ökofuttermitteln umgehen und bedarfsgerechte Futterrationen zusammen stellen können. In einem BÖLN-Forschungsvorhaben haben Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) Kalibrierungen für die Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) entwickelt, die eine einfache und kostengünstige Bestimmung der Rohnährstoffe einschließlich Stärke und Zucker sowie Aminosäuren in getrockneten, vermahlenen Futtererbsen und Ackerbohnen ermöglichen. So kann mit Hilfe der NIRS direkt nach Bereitstellung der Ernteproben eine Futterbewertung vorgenommen werden.
Näheres zum Projekt:
Aus der Forschung - für die Praxis
Gekeimte Samen als Futtermittel (Analytik)
In der ökologischen Geflügelhaltung sollen ausschließlich ökologisch erzeugte Futtermittel eingesetzt werden. Nur wenn damit keine ausreichende Nährstoff- und Eiweißversorgung gewährleistet ist, dürfen in begrenztem Umfang konventionelle Futtermittel ergänzt werden. In einem Forschungsvorhaben wurde untersucht, ob sich durch Keimung von Getreide eine hochwertige Futterkomponente aus ökologischer Erzeugung gewinnen lässt.
Näheres zum Projekt:
Gekeimte Samen als Futtermittel – Analytik (BÖL-Projekt Nr. 02OE662)
Aus der Forschung - für die Praxis
100%-Bio-Fütterung von Freilandlegehennen
Mit dem Ziel, Futterrationen aus 100 Prozent ökologisch erzeugten Futtermittelkomponenten für die Fütterung von Legehennen zu entwickeln, haben Wissenschaftler des Versuchs- und Beratungsrings Ökologischer Landbau Schleswig-Holstein e. V. (Ökoring) und der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) Fütterungsversuche mit Legehennen durchgeführt.
Näheres zum Projekt:
Letzte Aktualisierung: 03.01.2012
