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Legehennenfütterung

 

Der Legebeginn ist von einer Reihe von Faktoren wie Alter, Fütterung und Tageslichtlänge abhängig. Wichtig ist jedoch in jedem Fall, dass die Jungtiere ab diesem Zeitpunkt mit einem Futter versorgt werden, das den veränderten Ansprüchen der Tiere gerecht wird

Je nach Rasse und Alter können die Junghennen mit Beginn des Legens noch nicht vollentwickelt sein. In diesem Fall muss die Nährstoffversorgung aus dem Futter sowohl für die Legeleistung als auch für die körperliche Weiterentwicklung ausreichend sein.

Ganz wesentlich steigt ab diesem Zeitpunkt der Bedarf an Mineralstoffen und hier insbesondere der Kalziumbedarf zur Eischalenbildung. Hühner sind zwar in der Lage, in gewissem Maß ihr Nährstoffmenü zusammenzustellen. Voraussetzung hierfür ist jedoch die Verfügbarkeit entsprechender Komponenten. 

Empfehlungen zu Nährstoffgehalten von Alleinfuttermitteln für Legehennen

Legewoche

Alleinfutter I: 1.- 22./ 24.

Alleinfutter II: ab 23./ 25.

*Megajoule Umsetzbare Energie (metabolic energy)

(Quelle: Deerberg, Joost-Meyer zu Bakum, Staack (Hg.)(2004): Artgerechte Geflügelerzeugung. Bioland Verlag und Stiftung Ökologie & Landbau)

Energie (MJ ME)*

11 - 11,5

11 - 10,5

Rohprotein (%)

16 - 18

14,5 - 16,5

Rohfaser (%)

3,5 - 4 ,5

4 - 6

Rohfett (%)

3 - 4,5

3 - 4,5

Lysin (%)

0,75 - 0,8

0,6 - 0,7

Methionin (%)

0,32 - 0,35

0,3 - 0,32

Kalzium (%)

3,5 - 3,7

3,5 - 3,7

Phosphor (%)

0,55 - 0,65

0,5 - 0,55>

Natrium (%)

0,15 - 0,2

0,15 - 0,2

Etwa ein halbes Jahr nach Legebeginn verringern sich die Ansprüche an die Nährstoffversorgung. Nun kann entweder ein anderer Futtertyp verwendet werden oder die Ration wird dahingehend verändert, dass das bisherige Legehennenfutter mit einer anderen Futterkomponente verstärkt gestreckt wird. Für den Mineralstoffausgleich von Kalzium werden spätestens ab diesem Zeitpunkt zusätzlich Muschelkalk oder Austernschalen zur freien Aufnahme angeboten.

Rezepturbeispiel mit Einzelkomponenten für Legehennen-Alleinfutter

Zusammensetzung:

  • 20 % Weizen
  • 20 % Triticale
  • 17 % Körnermais
  • 5 % Erbsen
  • 5 % Ackerbohnen
  • 5,5 % Grünmehl
  • 7 % Soja-Vollbohnen
  • 1 % Pflanzenöl
  • 4,4 % Maiskleber
  • 4,4 % Kartoffeleiweiß
  • 8,2 % Futterkalk
  • 2,5 % Mineralvormischung

Nährstoffgehalt:

  • 11,4 MJ/ kg Energiegehalt
  • 885,0 g/ kg Trockenmasse
  • 45,0 g/ kg Rohfaser
  • 170,0 g/ kg Rohprotein
  • 45,0 g/ kg Rohfett
  • 8,5 g/ kg Lysin
  • 3,1 g/ kg Methionin
  • 6,1 g/ kg Meth./ Cyst. 
  • 37,5 g/ kg Kalzium
  • 5,6 g/ kg Phosphor
  • 1,8 g/ kg Natrium

Rezepturbeispiel mit Einzelkomponenten für Legehennen-Alleinfutter - nur für Trimethylamin (TMA)-gescannte Legehybriden (siehe nachfolgenden Kasten)

Zusammensetzung:

  • 16 % Weizen
  • 16 % Triticale
  • 20 % Körnermais
  • 6 % Erbsen
  • 10 % Sojaexpeller
  • 10 % Rapsexpeller
  • 6,5 % Sesamexpeller
  • 5,5 % Grünmehl
  • 8 % Futterkalk
  • 2 % Mineralvormischung

Nährstoffgehalt:

  • 10,7 MJ/ kg Energiegehalt
  • 880,0 g/ kg Trockenmasse
  • 55,0 g/ kg Rohfaser
  • 175,0 g/ kg Rohprotein
  • 42,0 g/ kg Rohfett
  • 8,2 g/ kg Lysin
  • 3,0 g/ kg Methionin
  • 6,6 g/ kg Meth./ Cyst. 
  • 37,6 g/ kg Kalzium
  • 6,8 g/ kg Phosphor
  • 1,8 g/ kg Natrium

Trimethylamin (TMA)

Trimethylamin (TMA) kann infolge eines unvollständigen Abbauprozesses von Cholin in der Leber der Hennen entstehen und in das Eidotter gelangen, wodurch der "Fischgeruch" im Ei entstehen kann. Die Ursache für diesen "Abbaudefekt" kann auf genetischen und auch externen Faktoren wie zum Beispiel Futterkomponenten beruhen. Besonders häufig stellt sich dieses Risiko bei Herkünften mit braunschaligen Eiern ein. Daher sind Zuchtfirmen bemüht, diesen genetischen Faktor für ihre Herkünfte durch entsprechende Selektion "Scannung" auszuschalten. 

Die in Kreuzblütlern wie beispielsweise Raps enthaltenen Glucosinolate führen bei unvollständigem Abbau zu TMA, da sie bei den oxidierenden Enzymen mit TMA im konkurrierenden Abbauprozess stehen. Daher können auch Probleme mit Fischgeruch auftreten, wenn keine Rapsprodukte verfüttert wurden. Diese Tiere haben dann unter Umständen Futteranteile aufgenommen, welche solche Inhaltsstoffe enthielten. Häufige Ursache hierfür ist die Verfütterung von Ausputzgetreide mit hohem Unkrautsamenbesatz. Weitere mögliche TMA-Quelle ist die Verfütterung von mit Steinbrand (="Stinkbrand") belastetem Weizen. Auch hier wird der Fischgeruch durch TMA in den Brandbutten hervorgerufen.

Rezepturbeispiel mit eiweißreichen Ergänzungskomponenten in Legehennen-Aufzuchtfutter

Zusammensetzung:

  • 35 % Weizen
  • 10 % Triticale
  • 14 % Körnermais
  • 10 % Futtererbsen
  • 1 % Pflanzenöl
  • 30 % Eiweißergänzung

Nährstoffgehalt:

  • 11,4 MJ ME Energie
  • 18,1 % Rohprotein
  • 4 % Rohfaser
  • 4,1 % Rohfett
  • 0,75 % Lysin
  • 0,32 % Methionin
  • 3,6 % Calcium
  • 0,6 % Phosphor
  • 0,16 % Natrium

Aus der Forschung - für die Praxis

Qualitätssicherung für Soja-Futtermittel aus ökologischer Erzeugung

Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau schreiben eine hundertprozentige Biofütterung ab 2012 vor. Um unter diesen Bedingungen eine bedarfsgerechte Versorgung monogastrischer Nutztiere (Geflügel und Schweine) mit Proteinen, insbesondere mit essentiellen Aminosäuren, sicherzustellen, müssen ökokonforme Eiweißfuttermittel zielgerichtet eingesetzt werden. Verschiedene Sojaprodukte aus ökologischer Erzeugung können dabei eine entscheidende Rolle spielen. In einem Forschungsprojekt wurden ökologisch erzeugte Sojabohnen zu Sojakuchen verarbeitet und verschiedenen Wärmebehandlungsverfahren unterzogen. Der Behandlungserfolg der verschiedenen Verfahren wurde in Fütterungsversuchen unter den Bedingungen einer 100-Prozent-Biofütterung bei Broilern, Legehennen und abgesetzten Ferkeln überprüft.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtQualitätssicherung für Eiweißfuttermittel in der ökologischen Tierernährung: Sojabohnen und -kuchen

Aus der Forschung - für die Praxis

Gekeimte Samen als Futtermittel (Analytik)

In der ökologischen Geflügelhaltung sollen ausschließlich ökologisch erzeugte Futtermittel eingesetzt werden. Nur wenn damit keine ausreichende Nährstoff- und Eiweißversorgung gewährleistet ist, dürfen in begrenztem Umfang konventionelle Futtermittel ergänzt werden. In einem Forschungsvorhaben wurde untersucht, ob sich durch Keimung von Getreide eine hochwertige Futterkomponente aus ökologischer Erzeugung gewinnen lässt.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtGekeimte Samen als Futtermittel – Analytik (BÖL-Projekt Nr. 02OE662)

Aus der Forschung - für die Praxis:

Einsatz von Getreidekeimen in der Geflügelfütterung

An der Universität Kassel wurde im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau untersucht, inwieweit gekeimter Weizen zur Proteinversorgung von Küken, Junghennen und Legehennen beitragen kann.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtEinsatz von Getreidekeimen in der Geflügelfütterung

Aus der Forschung - für die Praxis

100%-Bio-Fütterung von Freilandlegehennen

Mit dem Ziel, Futterrationen aus 100 Prozent ökologisch erzeugten Futtermittelkomponenten für die Fütterung von Legehennen zu entwickeln, haben Wissenschaftler des Versuchs- und Beratungsrings Ökologischer Landbau Schleswig-Holstein e. V. (Ökoring) und der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) Fütterungsversuche mit Legehennen durchgeführt.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtEntwicklung von Futterrationen für 100-prozentige Bio-Fütterung von Freilandlegehennen unter besonderer Berücksichtigung von Raps- und Leinkuchen, optimierter Grundfuttereinsatz (Silage) und anderen Eiweißpflanzen (BÖL-Projekt Nr. 03OE434)

Letzte Aktualisierung: 03.01.2012

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