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Ausführung einer Legepause

 
Braune Henne im Grünauslauf
In der Umstellung zur Legepause sollten die Tiere ausschließlich Tageslicht ausgesetzt werden.
(c) Hirt, FiBL Schweiz

Damit die Legepause die gewünschten Effekte hervorruft und die Risiken minimiert werden können, empfiehlt sich der folgende Aufbau, der sich in vier Abschnitte aufteilt.

Vorbereitungsphase

In dieser Phase sollten Untersuchungen von Blut, Kot und/ oder Tieren erfolgen, um zu bestimmen, ob eine Therapie gegen Endo- und Ektoparasiten notwendig ist oder ob Impfungen etc. erfolgen müssen. In der Legepause können diese Maßnahmen dann durchgeführt werden.

Umstellungsphase

In der Umstellungsphase sollten die Tiere ausschließlich Tageslicht ausgesetzt werden. Das Legehennenfutter wird durch eine nährstoffärmere Ersatzfütterung ausgetauscht. Dieses Futter muss folgenden Ansprüchen genügen:

  • guter mechanischer Sättigungseffekt (Kropf und Muskelmagen),
  • hoher Beschäftigungseffekt bei der Nahrungsaufnahme,
  • Möglichkeit zur Verabreichung mit derselben Fütterungstechnik.

Die Erfahrungen haben gezeigt, dass es sehr nützlich ist, wenn den Hennen während der Legepause zusätzlich Kochsalzlösung und Mineralstoffe zur freien Aufnahme angeboten werden.

Regenerierungsphase

Die Regenerierungsphase beginnt mit dem Abklingen der Legetätigkeit. Dieser Zeitpunkt lässt sich nicht genau im Voraus bestimmen. In der Regel sind es 10 bis 15 Tage. Ab diesem Zeitpunkt muss die Futterversorgung auf eine höherwertige Nährstoffversorgung abzielen. Zu erreichen ist dies mit einem Junghennenaufzuchtfutter, das die Tiere mit den erforderlichen Aminosäuren versorgt. Je nach vorheriger Rationsplanung ist unter Umständen eine anfängliche Rationierung des Junghennenfutters erforderlich. Dies ist besonders dann der Fall, wenn noch eine Legeleistung oberhalb zehn Prozent vorliegt und diese nicht verfrüht ansteigen soll. In dieser Phase können dann auch zweckmäßigerweise die zuvor bestimmten und festgelegten Behandlungen oder Kuren durchgeführt werden.

Neustart

Der Neustart ist mit dem Beginn oder der ansteigenden Legetätigkeit verbunden. Die Futterversorgung wird auf Legehennenfutter umgestellt. Zu Legebeginn erfolgt eine Vitamingabe. Die Zusatzbeleuchtung wird eingestellt.

Beispiel für die Chronologie einer Legepause

  1. Organisation: Futterkomponenten, Schlachttiere, Untersuchungen, Eiervermarktung
  2. Absetzen der Legehennenmischung, voraussichtlich am: .............
    1. Abschalten der Zusatzbeleuchtung; nur Tageslicht! Vitamin-C-Gabe ins Trinkwasser, zusätzliche Bereitstellung gesättigter Kochsalzlösung in Eimern.
    2. Während der Legepause sollten die Tiere tagsüber freien Zugang zum überdachten Minimalauslauf haben. Im Scharrraum und oder Pavillon sollten ungeöffnete Stroh- oder Heuballen aufgestellt werden. 
  3. Füllen der Futteranlage mit Weizenkleie (mind. eine Woche) und Beibehaltung der bisherigen Fütterungszeiten bis die Hennen keine Eier mehr legen (in der Regel etwa 10 bis 14 Tage). Falls die Weizenkleie nur für eine Woche ausreichend sein sollte, kann mit reinem Gerstenschrot weitergefüttert werden. Jetzt muss spätestens überprüft werden, ob Impfungen oder andere Behandlungen erforderlich sind.
    1. Bis 3. Tag: täglich 10 g Hafer pro Henne in die Scharrraum-Einstreu verteilt auf mindestens zwei besser drei Gaben.
    2. Bis 6. Tag: 15 g Hafer/ Henne und Tag.
    3. Bis 9. Tag: 20 g Hafer/ Henne und Tag.
    4. 10. bis 13. Tag: 25 g Hafer/ Henne und Tag.
    5. Ab 14. Tag: 30 g Hafer/ Henne und Tag.
    6. Ab Anfang der 3. Woche bzw. wenn die Legeleistung quasi Null ist: Aufzuchtsfutter rationiert über die Futteranlage zufüttern: 70 g pro Henne und Tag zuzüglich 30 g Hafer. Nun können auch, falls erforderlich, Impfungen und Behandlungen durchgeführt werden.
    7. Ab der 4. Woche: 80 bis 90 g Aufzuchtsfutter und 30 g Hafer pro Henne und Tag.
    8. Ab der 5. Woche: 90 bis 100 g Aufzuchtsfutter und 30 g Hafer pro Tier und Tag bis die ersten Hennen wieder mit dem Legen beginnen.
    9. Mit Legeneubeginn (ab < 10 % Legeleistung): Futteranlage mit Legemischung füllen und die Körnergabe gegebenenfalls auf 20 g pro Henne herabsenken. Verabreichung von Vitamin A, D und E über das Trinkwasser.

Je nach den betrieblichen Gegebenheiten kann die Vorgehensweise in den einzelnen Phasen der Legepause verändert werden. Wichtig ist, dass die Zielsetzung für die jeweiligen Phasen erreicht wird. Empfehlenswert ist in jedem Fall auch ein Gespräch mit Berufskollegen, die bereits eine Legepause auf ihrem Betrieb durchgeführt haben.

Letzte Aktualisierung: 03.01.2012

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