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Legehennenzucht

 
Zwei Hühner beim Sandbaden, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Friedfertige Tiere ohne Neigung zu Ferderpicken oder Kannibalismus sind das Ergebnis von entsprechender Selektion und artgerechten Haltungsbedingungen.
(c) BLE

Zuchtziele

Im Rahmen des Netzwerkprojekts Ökologische Hühnerzucht wurden folgende Zuchtziele für Legehennen formuliert:

Kurzfristig

  • 80 Prozent Legeleistung der Anfangshenne
  • Mindestens 50 Prozent Eigröße M bei 100 Prozent Biofutter
  • 230 bis 260 verkaufsfähige Eier pro Jahr
  • Keine genetisch bedingte Neigung zu Federpicken und Kanibalismus
  • Friedfertigkeit
  • große Stresstoleranz
  • Schnell schließendes, dichtes, stabiles Gefieder
  • Gute Nestakzeptanz, wenig Bodeneier
  • Gute Robustheit, Stoffwechselstabilität auch bei schwankenden Fütterungsbedingungen
  • Geringe Neigung zu Brütigkeit

Langfristig

  • Möglichkeit der zweijährigen Nutzung
  • Gute Auslaufnutzung, gute Futtersucher
  • Gute Grundfutterverwertung
  • Rassen, die auf den Höfen vermehrt werden können

Forschungsprojekte zur Hühnerzucht

In den vergangenen Jahren haben einige Forschungsprojekte die Eignung marktüblicher Hybridlinien unter Bedingungen des ökologischen Landbaus untersucht. Die Aussagekraft dieser Untersuchungen ist jedoch begrenzt, da die Versuche nur auf Praxisbetrieben stattgefunden haben. Parallele Versuche in Leistungsprüfanstalten nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus mit Freilandhaltung fehlen. Die Kapazitäten für eine Prüfung mit Auslauf gemäß den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau sind begrenzt. Da Systeme mit Freilandhaltung - im Gegensatz zu den einheitlichen Bedingungen in Käfighaltung - durch Heterogenität charakterisiert sind, ist die Versuchsanstellung sehr anspruchsvoll.

Um eine Alternative zum gängigen Töten der männlichen Küken der Legelinien zu entwickeln, ist mittelfristig ein legebetontes Zweinutzungshuhn zu entwickeln. In Versuchen am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz ist ein Kreuzungsprodukt aus der Henne einer Legelinie und dem Hahn einer Mastlinie geprüft worden. Die Legeleistung dieser Kreuzung war für eine wirtschaftliche Eiererzeugung noch zu gering. Trotzdem zeigte der Versuch vielversprechende Ergebnisse.

Aus der Forschung - für die Praxis

Parasitenresistenz von Legehennen

In ökologischen Haltungsverfahren für Legehennen zählen die Parasitosen zu den bedeutendsten Erkrankungen. Ein BÖL-Forschungsvorhaben an der Georg-August-Universität Göttingen hat Legehennen verschiedener Herkünfte auf genetisch bedingte Unterschiede in der Resistenz gegenüber Wurminfektionen untersucht. "Mit der Freilandhaltung von Legehennen sind altbekannte Erkrankungsprobleme wie die Parasitosen wieder aktuell geworden", sagt Projektleiter Dr. Matthias Gauly von der Georg-August Universität Göttingen. "Allerdings scheinen nicht alle Legehennen-Genotypen gleichermaßen betroffen. Einige zeigen eine genetisch bedingte Widerstandsfähigkeit, während andere besonders anfällig sind. Dies sollte unter den Bedingungen einer Feldprüfung aufgezeigt werden, damit Landwirte entsprechend ihre Wahl treffen können. Als wesentliches Ergebnis bleibt festzuhalten: Genotypen unterscheiden sich signifikant. Es gibt aber auch sehr große Unterschiede innerhalb der Genotypen, was eine züchterische Nutzung des Merkmals möglich macht. Weil es einen signifikanten Betriebseffekt gibt, der nicht aus der statistischen Analyse eliminiert werden kann, müssen Genotypen künftig gleichzeitig in einem Betrieb (Referenzherde) gehalten werden, wenn die Eigenschaften der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten im Feld getestet werden sollen."

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtUntersuchungen zu genetisch bedingten Unterschieden in der Parasitenresistenz von Legehennen - Testung unter den Bedingungen einer Feldprüfung

Letzte Aktualisierung: 04.01.2012

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