Mastgeflügelfütterung
Die höheren Nährstoffansprüche der Küken gegenüber Alttieren und Halbwüchsigen sind bei der Aufzuchtfütterung besonders zu berücksichtigen.
Die Fütterung der Küken beginnt mit einem Starterfutter, das einen recht hohen Eiweißgehalt hat und eine entsprechende Versorgung mit Aminosäuren sicherstellen kann.
Zusammensetzung: | Nährstoffgehalt: | ||
44,5 % Weizen | 12,1 MJ ME Energie | ||
30,0 % Futtererbsen | 21,0 % Rohprotein | ||
5,0 % Leinsamen | 5,50 % Rohfaser | ||
2,5 % Bierhefe | 4,00 % Rohfett | ||
2,0 % Biertreber | 0,90 % Lysin | ||
1,7 % Mono-Kalzium-Phosphat | 0,36 % Methionin | ||
1,3 % Kohlensaurer Kalk | 1,05 % Kalzium | ||
1,3 % Pflanzenöl | 0,85 % Phosphor | ||
1,0 % Maiskleber | |||
1,0 % Vormischung | |||
0,2 % Natrium-Chlorid |
Da der Verdauungstrakt der Küken am Anfang recht klein ist, empfiehlt es sich, das Starterfutter zunächst als Alleinfutter anzubieten. Mit fortschreitender Aktivität der Küken werden diese sich auch mit der Suche nach anderen Nahrungskomponenten beschäftigen. So ist in den ersten Tagen Augenmerk darauf zu verwenden, dass Futter und Wasser ausreichend und vor allem sauber und frisch zur Verfügung stehen.
Mit dem Heranwachsen der Küken verringern sich die Ansprüche an die Nährstoffkonzentration. Bei einer Haltung in geringem Umfang empfiehlt es sich, das vorhandene Starterfutter mit anderen Komponenten (beispielsweise Getreidekörner) zu verschneiden. Der Anteil dieser Komponenten steigt mit dem Alter an, so dass allmählich eine Absenkung des Rohproteingehaltes auf 17 bis 14 Prozent erfolgt.
Bei der Geflügelaufzucht muss die spätere Verwendung der Tiere berücksichtigt werden. Dies trifft insbesondere auf die Hähne bei betriebseigener Aufzucht zu. Die Futterversorgung dieser Tiere kann mit einem eiweißreicherem Futter erfolgen, so dass die Mastdauer nicht unmäßig verlängert wird, zumal die Tiere immer mehr Platz benötigen.
Zusammensetzung: | Nährstoffgehalt: | ||
21,0 % Weizen | 12,4 MJ ME Energie | ||
19 % Mais | 17,6 % Rohprotein | ||
15,0 % Sojabohnen | 5,6 % Rohfaser | ||
14,0 % Futtererbsen | 0,93 Kalzium | ||
11,2 % Gerste | 0,89 % Lysin | ||
7 % Sonnenblumenkuchen | 0,73 % Phosphor | ||
5 % Leinkuchen | 0,35 % Methionin | ||
2,3 % Mineralstoffvormischung | 0,13 % Natrium | ||
2,0 % Sonnenblumenöl | |||
2,0 % Maiskleber | |||
1,5 % kohlensaurer Kalk |
Im ökologischen Landbau ist eine Versorgung der Tiere ausschließlich mit Futtermitteln aus ökologischem Anbau angestrebt. Die Erlaubnis der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau, bestimmte Futtermittel konventioneller Herkunft in begrenzter Menge einzusetzen, ist zum 31. Dezember 2011 ausgelaufen.
Aus der Forschung - für die Praxis:
Bestimmung der Inhaltsstoffe in Ökofuttermitteln
Die schnelle Erfassung der Inhaltsstoffe von Proteinfuttermitteln ist wichtig, damit Landwirte mit den Schwankungen der Inhaltsstoffe in Ökofuttermitteln umgehen und bedarfsgerechte Futterrationen zusammen stellen können. In einem BÖLN-Forschungsvorhaben haben Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen-Instituts (vTI) Kalibrierungen für die Nah-Infrarot-Spektroskopie (NIRS) entwickelt, die eine einfache und kostengünstige Bestimmung der Rohnährstoffe einschließlich Stärke und Zucker sowie Aminosäuren in getrockneten, vermahlenen Futtererbsen und Ackerbohnen ermöglichen. So kann mit Hilfe der NIRS direkt nach Bereitstellung der Ernteproben eine Futterbewertung vorgenommen werden.
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Aus der Forschung - für die Praxis:
Einsatz der Mikroalge Spirulina platensis in der ökologischen Broilermast
Die Futterversorgung von Mastgeflügel mit ausschließlich ökologisch erzeugten Futtermitteln erschwert die Rationsgestaltung erheblich; dabei ist vor allem die adäquate Aminosäurezusammensetzung der Futtermischung bzw. das Verhältnis von Energie zu essentiellen Aminosäuren schwierig. In einem BÖLN-Forschungsprojekt haben Wissenschaftler der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf das bereits für die menschliche Ernährung zugelassene Algenprodukt Spirulina platensis als Eiweißlieferanten für die ökologische Geflügelmast untersucht. Die Wissenschaftler stellten bei den Tieren keine Probleme hinsichtlich des Verzehrs der Spirulina-Mischungen fest. Im Gegenteil: Je höher die aufgenommene Spirulina-Menge war, desto besser zeigten sich die Schlachtkörpergewichte und die Schlachtausbeuten. Allerdings verschlechterte sich durch die hohen Produktkosten die Wirtschaftlichkeit der Hähnchenmast. Die Forscher empfehlen daher den Einsatz von Spirulina platensis nur für die erste Phase der Aufzucht.
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Einsatz der Mikroalge Spirulina platensis in der ökologischen Broilermast
Aus der Forschung - für die Praxis
Selektion auf Methioninreichtum bei heimischen Leguminosen
Ziel der ökologischen Wirtschaftsweise ist eine Fütterung der Tiere mit ausschließlich ökologisch erzeugten Futtermitteln. Als Eiweißfuttermittel bieten sich heimische Körnerleguminosen an; bei Schweinen und Geflügel kann sich dabei jedoch das Problem einer unzureichenden Methioninversorgung ergeben. Ein Forschungsvorhaben hat untersucht, wie man den Methioningehalt von Ackerbohne, Erbse und Lupine steigern kann. Die Forscher schätzen die Züchtung von methioninreichen Körnerleguminosen bereits auf Basis der natürlichen Variabilität der Gehalte mit dem bestehenden Sortiment als durchaus erfolgversprechend ein. Sie empfehlen dazu eine breit angelegte Selektion von Einzelpflanzen aus bestehenden Sorten und Linien nach exakt bestimmten Aminosäuregehalten im Samen.
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Aus der Forschung - für die Praxis
Qualitätssicherung für Soja-Futtermittel aus ökologischer Erzeugung
Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau schreiben eine hundertprozentige Biofütterung ab 2012 vor. Um unter diesen Bedingungen eine bedarfsgerechte Versorgung monogastrischer Nutztiere (Geflügel und Schweine) mit Proteinen, insbesondere mit essentiellen Aminosäuren, sicherzustellen, müssen ökokonforme Eiweißfuttermittel zielgerichtet eingesetzt werden. Verschiedene Sojaprodukte aus ökologischer Erzeugung können dabei eine entscheidende Rolle spielen. In einem Forschungsprojekt wurden ökologisch erzeugte Sojabohnen zu Sojakuchen verarbeitet und verschiedenen Wärmebehandlungsverfahren unterzogen. Der Behandlungserfolg der verschiedenen Verfahren wurde in Fütterungsversuchen unter den Bedingungen einer 100-Prozent-Biofütterung bei Broilern, Legehennen und abgesetzten Ferkeln überprüft.
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Qualitätssicherung für Eiweißfuttermittel in der ökologischen Tierernährung: Sojabohnen und -kuchen
Aus der Forschung - für die Praxis
Ökohähnchenmast - Rationsgestaltung und Eignung unterschiedlicher Herkünfte
Eine Versorgung von Masthähnchen ausschließlich mit ökologisch erzeugten Futtermitteln erschwert die Rationsgestaltung; schwierig ist dabei die adäquate Aminosäurezusammensetzung der Futtermischung bzw. das Verhältnis von Energie zu essentiellen Aminosäuren. Ferner schreiben die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau für die ökologische Hühnermast ein Mindestschlachtalter von 81 Tagen vor. In einem Forschungsprojekt wurden zwei Fütterungsstrategien an Tieren verschiedener Herkünfte getestet.
"Auch langsam wachsende Masthähnchen müssen schnell genug wachsen, damit Geflügelfleisch effizient erzeugt werden kann", sagt Professor Dr. Eggert Schmidt von der Fachhochschule Weihenstephan. "Wenn die Tiere dann noch einen hohen Gesundheitsstatus und ansprechende Schlachtkörper aufweisen, spricht es Erzeuger, Vermarkter und Verbraucher gleichermaßen an. In zwei Mastversuchen konnten wir verschiedene Zuchtprodukte unter den zukünftig geltenden Bedingungen des ökologischen Landbaus (ausschließlich ökologisch erzeugte Futterkomponenten) vergleichend testen. Die Schlussfolgerungen sind klar: Die Wahl der Herkunft ist entscheidend, wenn am Ende der Mast vermarktungsfähige Schlachtkörper mit hohen Brustfleischanteilen zur Verfügung stehen sollen. Diese lassen sich auch mit 100 Prozent Biofutter erzeugen. Wenn die Futterration ausgewogen ist, entsprechen die Zuwachsleistungen mindestens den Erwartungen der Züchter."
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Rationsgestaltung und Eignung unterschiedlicher Herkünfte für die ökologische Hähnchenmast
Aus der Forschung - für die Praxis
Gekeimte Samen als Futtermittel (Analytik)
In der ökologischen Geflügelhaltung sollen ausschließlich ökologisch erzeugte Futtermittel eingesetzt werden. Nur wenn damit keine ausreichende Nährstoff- und Eiweißversorgung gewährleistet ist, dürfen in begrenztem Umfang konventionelle Futtermittel ergänzt werden. In einem Forschungsvorhaben wurde untersucht, ob sich durch Keimung von Getreide eine hochwertige Futterkomponente aus ökologischer Erzeugung gewinnen lässt.
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Gekeimte Samen als Futtermittel – Analytik (BÖL-Projekt Nr. 02OE662)
Aus der Forschung - für die Praxis:
Ackerbohnen als Futterkomponente für Mastgeflügel
Ackerbohnen enthalten in den Keimblättern die sekundären Inhaltsstoffe Vicin und Convicin. Literaturdaten zeigen, dass sich höhere Anteile von Ackerbohnen im Geflügelfutter negativ auf das Eigewicht und die Futterverwertung auswirken können. Im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau wurde untersucht, ob sich Ackerbohnen mit reduzierten Gehalten an Vicin/Convicin als Futterkomponente für Mastgeflügel eignen.
Aus der Forschung - für die Praxis
Nährstoffversorgung von Mastbroilern mit Öko-Futtermitteln
Wie sollte ökologisch erzeugtes Futter für Mastbroiler zusammengesetzt sein, damit die Tiere in jeder Phase bedarfsgerecht mit Nährstoffen versorgt sind? Lässt sich die Proteinversorgung bei langsam wachsenden Mastbroilern durch eine mehrphasige Fütterung optimieren? Zur Beantwortung dieser Fragen wurden am Institut für Tierernährung der Bundesanstalt für Landwirtschaft Fütterungsversuche mit langsam wachsenden Mastbroilern durchgeführt.
Näheres zum Projekt:
Letzte Aktualisierung: 22.10.2009
