Bedeutung der Stallraumstrukturierung für Mastgeflügel

- Masthähne bei der Mittagsruhe in einer Spalierobstanlage.
(c) F. Deerberg
Die Einrichtung eines Geflügelmaststalles setzt sich aus einer Vielzahl von Bauteilen mit der Zugehörigkeit zu einem oder mehreren Funktionsbereichen zusammen. Hieraus ergeben sich Konsequenzen, die in der weiteren Konzeption des Stallbaus zu berücksichtigen sind. Gleichzeitig stehen auf diese Weise viele Kombinationsmöglichkeiten zur Auswahl, die in der Regel eine optimale Anpassung an die betrieblichen Gegebenheiten ermöglichen.
Stallhülle
Die Stallhülle dient den Tieren als Zufluchtsort gegen Feinde, was insbesondere für die Küken bei einer elternlosen Aufzucht in Auslaufhaltungen von großer Bedeutung ist. Ferner ist die Einrichtung des Stalls auf die Bedürfnisse der Tiere abzustimmen, da die Tiere überwiegend hier mit Futter- und Wasser versorgt werden. Die Stallhülle muss den grundsätzlichen Forderungen bezüglich Stallklimaregulierung, Hygiene, Lichtverhältnissen und Raumansprüchen der Tiere genügen. Gleichzeitig ist bei der Planung der höhere Wärmebedarf der Küken in den ersten drei Lebenswochen zu berücksichtigen. Durch entsprechende Isolation und Bereitstellung von Wärmequellen kann das für Küken erforderliche Kleinklima geschaffen werden.
Kotebene und Sitzstangen
Der Anteil der perforierten Bodenfläche sollte sich auf den Bereich der Tränken und der erhöhten Sitzstangen beschränken. In kleineren Beständen sind Kotgruben (Kotkästen) mit Lagermöglichkeit oder auch Kotbretter (Reinigung von Hand) mit kurzen Leerungsintervallen eine praktikable Lösung.
Da das Aufbaumen auch für Mastgeflügel ein entscheidender Verhaltensfaktor ist, müssen den Tieren altersgemäß entsprechende Sitz- bzw. Ruhemöglichkeiten angeboten werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Tiere sich im Wachstum befinden und die erforderliche Sitzplatzbreite mit dem Alter zunimmt.
Scharrraum
Dieser Stallbereich ist üblicherweise in der Geflügelmast nicht so strikt vom Kotbereich abgegrenzt wie in der Legehennenhaltung. Er nimmt einen großflächigen Abschnitt im Stallinnenraum ein. Der überdachte Minimalauslauf ist eine empfehlenswerte Erweiterung dieses Funktionsbereiches.
Einstreu
Die Einstreu muss so beschaffen sein, dass die Tiere in der Lage sind, darin ihrer Nahrungssuche und Körperpflege nachzugehen. Für den Start empfiehlt sich, zumindest in mehreren abgegrenzten Bereichen, eine Schüttung aus zwei bis drei Zentimeter groben Bausand und/ oder gut verrottetem Kompost und einem dünnen Strohschleier. Das Stroh oder auch andere Einstreumaterialien (zum Beispiel) chemisch unbehandelte Hobelspäne, Spelzen) werden von Zeit zu Zeit nachgestreut. Aus gesundheitlichen Gründen für Tier und Betreuer ist eine trockene Einstreu erforderlich. Dies verringert die (Re)-Infektionsgefahr und den Schadgasgehalt.
Wasserflächen
Für Wassergeflügel sind zusätzlich offene Wasserflächen als Bademöglichkeit zur Verfügung zu stellen. Im Kükenalter sind zunächst flache wannenartige Behältnisse im Stall oder stallnahen Bereich ausreichend. Wasseraustausch oder Reinigung sind hierbei unumgänglich, da das Badewasser rasch verschmutzt. Eine Ableitung oder Erfassung des verschmutzten Badewassers ist erforderlich. Bei großen Tierzahlen ist eine Aufbereitung des Schmutzwassers erwägenswert.
Letzte Aktualisierung: 04.01.2012
