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Haltungsverfahren und -systeme

 
Mobiler Geflügelmaststall mit angrenzendem Grünauslauf. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Beweglicher Stall für die Geflügelmast.
(c) F. Deerberg

Eine Differenzierung zwischen Haltungssystem und Haltungsverfahren ist erforderlich, da mit der Einhaltung definierter Mindestanforderungen in einem Haltungssystem Eckpunkte für ein Verfahren festgelegt sind, die zur Nutzung einer bestimmten Deklaration bei der Vermarktung der Schlachtkörper berechtigen.

Haltungssysteme

Der Begriff  "Haltungssystem" beinhaltet die Kombination und Abstimmung von Einrichtungsteilen (Stallbauelementen), die in ihrer Gesamtheit eine funktionale Einheit entstehen lassen. Bei der Mastgeflügelhaltung müssen die in dem entsprechenden Haltungssystem eingebauten Bauelemente die bei der Beschreibung für die Funktionsbereiche genannten Mindestanforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllen.

Für einen ökologisch wirtschaftenden Betrieb führt eine Differenzierung nach Haltungsbereichen in zwei Organisationsformen für Haltungssysteme. Zum einen entspricht die Stallhaltung mit Grünauslauf den Mindestanforderungen der ökologischen Tierhaltung. Zum anderen stellt die Stallhaltung mit überdachtem Minimalauslauf und Grünauslauf ein weitergehenderes Haltungssystem dar. 

Für die Stallhaltung von Mastgeflügel kommen stationäre und mobile Ställe zum Einsatz. Das Haltungssystem der Wahl ist meist eine Bodenhaltung mit gesamter oder teilweiser Einstreu. Ferner sind Elemente einzubauen, die artgemäße Verhaltensweisen, zum Beispiel Gefiederpflege, Fliegen, Aufbaumen, Sonnenbaden, Futtersuche und Scharren unter Tageslichteinfluss gewährleisten. Für Wassergeflügel sind hinsichtlich einer artgerechten Haltung zusätzlich Bademöglichkeiten vorzusehen.

In jedem Fall ist ein Haltungssystem erforderlich, das auch Raum für Aktivitäten im Stallaußenbereich ermöglicht. Dies kann über einen überdachten Minimalauslauf und/ oder einen Grünauslauf realisiert werden.

Der überdachte Minimalauslauf kann von den Tieren bei entsprechender Befiederung unabhängig von der Witterung täglich genutzt werden, während dies bei einem Grünauslauf, vor allem bei ganzjähriger Mast, nur eingeschränkt möglich ist. Häufig lassen Klima-, Boden- und Flächenverhältnisse die uneingeschränkte Nutzung der Weidefläche nicht zu, insbesondere, wenn ökologische und hygienische Aspekte der Weidebewirtschaftung ernsthaft berücksichtigt werden sollen.

Die optimale Kombination für Mastgeflügel ist dann erreicht, wenn Grünauslauf und überdachter Minimalauslauf gleichzeitig vorhanden sind. So wird ermöglicht, dass die Tiere sich jeden Tag mit dem Außenklima auseinandersetzen können und in Abhängigkeit davon eine angepasste und schonende Auslaufnutzung durchgeführt werden kann.

Aus der Forschung - für die Praxis:

Belastungsresistente Pflanzen für den Geflügelauslauf

In der Freilandhaltung von Geflügel wird die Auslauffläche sehr stark belastet; dies hat häufig eine Verkahlung des Bodens zur Folge. Es sind daher in Ergänzung zu den üblichen Maßnahmen der Auslaufpflege auch pflanzenbauliche Strategien nötig, um eine intakte Vegetationsdecke zu erhalten. Wissenschaftler der Uni Göttingen haben in einem Forschungsprojekt vierzehn Grünlandgräser und -kräuter für die Etablierung von belastbaren Grasnarben im Geflügelauslauf untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die untersuchten Kräuter generell weniger zur Bepflanzung von Auslaufflächen für Legehennen geeignet sind als die Grasarten. Insgesamt die höchste Leistungsfähigkeit unter den untersuchten Arten zeigten Poa supina (Lägerrispe) und Festuca arundinacea (Rohrschwingel).

Näheres zum Projekt:

Opens external link in current windowEignung belastungsfester Pflanzenarten für die Etablierung von Grasnarben für die Geflügel-Außenhaltung

Letzte Aktualisierung: 04.01.2012

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