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Einführung: Grundlagen der ökologischen Tierhaltung

 
Ferkel im Auslauf
Die Tiere sollen ihre arteigenen Verhaltensweisen ausleben können.
(c) BLE, D. Menzler

Im Ökolandbau ist die Tierhaltung ein wichtiges Bindeglied im Betriebskreislauf Boden-Tier-Pflanze. Die Kopplung von Pflanzenbau und Tierhaltung trägt dazu bei, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu erhöhen. Zudem sollen die Tiere weitestgehend mit betriebseigenem Futter versorgt werden.

Die Zahl der Tiere auf einem ökologisch wirtschaftenden Betrieb ist flächengebunden. Die Gesamtbesatzdichte darf den Grenzwert von 170 Kilogramm Stickstoff pro Jahr und Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche nicht überschreiten (das entspricht beispielsweise 2 Milchkühen oder 14 Mastschweinen oder 230 Legehennen). Dies trägt auch dazu bei, die Belastung von Boden und Wasser einzuschränken.

Ökolandwirte und -landwirtinnen sind dafür verantwortlich, die arteigenen Bedürfnisse ihrer Tiere zu kennen und sie bestmöglich zu berücksichtigen. Die Tiere sollen gesund bleiben, sich wohl fühlen und ihre arteigenen Verhaltensweisen möglichst uneingeschränkt ausleben können. Forschungsergebnisse aus der Ethologie (Wissenschaft vom Verhalten der Tiere) dienen als Kriterien zur Verhaltensbeurteilung der einzelnen Tierarten. Beim Stallbau geht es deshalb stets darum, einen Kompromiss zu finden - aus optimalen Bedingungen für das Tier und praktikablen Bedingungen für den Landwirt.

Tierhaltung im Öko-Landbau - die Prinzipien

  • Die Tierarten und -rassen sollen an die Standortbedingungen angepasst, vital und widerstandsfähig sein.
  • Die Tiere stammen aus eigener Nachzucht oder von anderen ökologischen Betrieben. Nur in Ausnahmefällen dürfen Tiere aus konventionellen Beständen zugekauft werden und durchlaufen dann eine tierartspezifische Umstellungszeit.
  • Den Tieren ist Auslauf im Freien und je nach Tierart Weidegang zu gewähren.
  • Das Umfeld der Tiere muss hinsichtlich der Belüftung, der Lichtansprüche und des Platz- und Komfortbedarfs artgerecht gestaltet sein und das natürliche Sozialverhalten ermöglichen.
  • Eine ganzjährige Anbindehaltung ist nicht erlaubt.
  • Vollspaltenböden sind nicht zulässig.
  • Ferkel und Hühner werden nicht in Käfigen gehalten.
  • Das Futter muss ökologischer Herkunft sein, soweit wie möglich vom eigenen Betrieb.
  • Der Einsatz von Hormonen, Wachstums- und Leistungsförderern ist verboten.
  • Der vorbeugende Einsatz von Medikamenten, Antibiotika etc. ist nicht erlaubt.
  • Die Fortpflanzung erfolgt grundsätzlich im Natursprung, künstliche Besamung ist jedoch erlaubt. Nicht zulässig sind andere künstliche Fortpflanzungsmethoden.
  • Eingriffe am Tier wie Zähnekneifen, Kupieren des Schwanzes, Stutzen der Schnäbel etc. dürfen nicht systematisch angewendet werden. Das Enthornen von Rindern ist aus Sicherheitsgründen erlaubt.

Letzte Aktualisierung: 05.12.2011

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