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Einleitung

 

Aufrechterhaltung der Gesundheit der Tiere und Tierschutz sind wichtige Aspekte des ökologischen Landbaus. Die Begriffe Gesundheit und Krankheit umfassen allerdings nicht nur die An- oder Abwesenheit von sichtbaren Störungen bei den Tieren.

Tiere sind seit jeher ein wesentlicher Teil des ökologischen Systems der Landwirtschaft. Sie bieten den Menschen eine Grundversorgung mit Lebensmitteln, Kleidung und Düngemitteln und stellen Arbeitskraft zur Verfügung. Dafür haben die Menschen die Fürsorge für die Tiere übernommen. Gleichzeitig wurden jedoch die Vermehrung sowie die freie Wahl des Aufenthaltsortes und des Futters für die Nutztiere eingeschränkt. So betrachtet haben die Haustiere eine ökologische Nische im Umfeld des Menschen besetzt.

Grafik zur Veranschaulichung der Zusammenhänge zwischen Tiergesundheit und weiterer Faktoren. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Die Tiergesundheit steht im Mittelpunkt verschiedener, sich gegenseitig beeinflussender Faktoren.
 

Die Gesundheit eines Tieres ist abhängig von einer Vielzahl von äußeren Faktoren, zu denen auch der Mensch gehört. Tiere sind wie Pflanzen als Teil eines dynamischen Systems mit ihrer Umwelt verbunden. Veränderungen in diesem System setzen bei jedem Tier eine Regulation in Gang und sind damit entscheidend für Krankheit oder Gesundheit.

Es gibt verschiedene Ansätze um die Einflußfaktoren der Tiergesundheit zu betrachten (siehe Abbildung). Im ökologischen Landbau ist es besonders wichtig, eine ganzheitliche Betrachtungsweise zu beherzigen, wobei verschiedene Aspekte und Einflussfaktoren berücksichtigt werden müssen und nicht nur auf einen Grund zurückgehende Zusammenhänge betrachtet werden.

Konzepte der Tiergesundheit

Ökologisch

Kriterien:

  • Tierverhalten
  • Ausscheidungen (Milch, Urin, Kot)
  • Epidemiologie

Ziel:

  • Selbstregulation
  • Fließgleichgewicht

Klassisch-medizinisch

Kriterien:

  • Analytische Parameter
  • Mikrobiologie
  • Pathologie

Ziel:

  • Normwerte

Ökonomisch

Kriterien:

  • Risiko-Faktoren
  • Leistungs-Parameter

Ziel:

  • Optimierte Produktion

Molekularbiologisch

Kriterien:

  • Markergene

Ziel:

  • Optimierte Selektion

Gesundheit

Als Gesundheit bezeichnen wir das Bestreben eines jeden Tieres, für einen bestimmten Zeitraum ein Fließgleichgewicht zwischen Organismus und Umwelt unter den Voraussetzungen physiologischer Gegebenheiten aufrecht zu erhalten. Krankheit wäre dann die Störung dieses Gleichgewichtes, die zunächst durch Stoffwechselveränderungen und nachfolgend durch sichtbare klinische Symptome gekennzeichnet ist.

Tiergesundheit bei Nutztieren muss jedoch auch nach ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Vorbeugende Maßnahmen und therapeutische Behandlungen sind dann rentabel, wenn ihre Kosten niedriger liegen als der Gewinnausfall durch das Auftreten der (zu erwartenden) Erkrankungen. Diese Vorgaben haben zu einem einseitig ökonomisch definierten Begriff der Tiergesundheit geführt. Bei der Behandlung einer akuten Erkrankung werden Folgekosten, wie zum Beispiel Umweltbelastungen durch Arzneimittel oder chronische Krankheiten nicht erfasst.

Die Leistungsfähigkeit, das heißt auch die Stoffwechselleistung der Tiere, wurde durch züchterische sowie haltungs- und fütterungstechnische Maßnahmen immer mehr gesteigert. Durch diese Entwicklung wird das Selbstregulationsvermögen der Tiere eingeschränkt. Das Gleichgewicht zwischen Tier und Umwelt wird zunehmend instabiler.

Ziel sollte sein, dauerhafte Leistungen von weitgehend gesunden Tieren zu erhalten. Behandlungen von Krankheiten können nur dann zu wirklichen Erfolgen führen, wenn das Selbstregulationsvermögen des Körpers nicht überlastet ist.

Daraus folgt, dass es im ökologischen Landbau ein Gesundheitsmanagement geben muss, das die Gesundheit des Einzeltieres und der Herde im Blick hat.

Dazu tragen bei:

  • Artgerechte Fütterung
  • Optimierte Tierhaltung unter Gewährleistung des arteigenen Verhaltens
  • Auswahl von Tieren, die den Bedingungen des landwirtschaftlichen Betriebes bestmöglich angepasst sind.

Um eine erfolgreiche Gesundheitsplanung zu gewährleisten, ist die Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Tierärzten und Beratern erforderlich. Dabei sollte der Tierarzt die zentrale Rolle spielen, denn bei ihm sollten die Kompetenzen im Bereich Diagnostik, Prophylaxe und Therapie vereinigt sein.

Aus der Forschung - für die Praxis

Tiergesundheit in der ökologischen Tierhaltung

Optimales Betriebsmanagement ist eine zentrale Vorraussetzung für die Gesunderhaltung der Tiere. Dies gilt für ökologische wie für konventionelle Betriebe. Der enge finanzielle Rahmen auf den landwirtschaftlichen Betrieben sowie strukturelle Probleme und Zielkonflikte erschweren die notwendigen Bemühungen zur Steigerung der Tiergesundheit.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtStatusbericht zum Stand der Tiergesundheit in der Ökologischen Tierhaltung - Schlussfolgerungen und Handlungsoptionen für die Agrarpolitik (BÖL-Projekt Nr. 03OE672)

Letzte Aktualisierung: 04.01.2012

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