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Einführung

 
Rinder auf einer verschneiten Auslauffläche. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Kälte wird von Rindern sehr gut toleriert.
Foto: BAT e.V.

Das Rind zählt zu den Paarhufern (Artiodactyla) - Unterordnung Wiederkäuer (Ruminantia), zur Familie der Hornträger (Bovidae), der Unterfamilie Rinder (Bovinae) und schließlich zur Gattung Bos.

Zur Gattung Bos gehört auch der Ur bzw. Auerochse (Artbezeichnung Bos primigeniu):

  • Domestikation: vor etwa 8.000 bis 9.000 Jahren
  • Einwanderung des Urs nach Europa erfolgte vor ca. 3.000 Jahren, der letzte Ur starb 1627 in Polen
  • Nahrung: Gras, Laub, Knospen, Sträucher 
  • Lebensraum: Wälder und Steppen
  • Körpergröße: Widerristhöhe 180 Zentimeter, Hörner bis 80 Zentimeter lang

Sinnesleistungen

Die Hauptsinne des Rindes sind das Sehen und Riechen. Sie dienen in erster Linie der Kommunikation der Tiere mit der Umwelt und der Versorgung mit geeigneten Nahrungsmitteln.

Das Sehen der Rinder ist in erster Linie reines Bewegungssehen, wobei das Auge der Wahrnehmung in der Ferne dient. Das Scharfsehen ist nicht sonderlich ausgeprägt (weniger als 1/50 des Menschen). Das Blickfeld beträgt etwa 330 Grad (beim Menschen beträgt es dagegen nur 140 Grad). Das Riechen dient insbesondere der Kommunikation im Nahbereich im Zusammenhang mit dem Sexualverhalten und dem individuellen Erkennen.

Rinder hören im höheren Frequenzbereich (23 - 35 kHz) besser als der Mensch. Dies ist vor allem im Melkbereich zu beachten. Rinder reagieren empfindlich auf laute Geräusche.

Für den Stallbau ist die Wahrnehmung elektrischer Felder (zum Beispiel Melkstand) von Bedeutung. So reagieren Rinder schon bei geringen Voltzahlen (teilweise schon ab 0,2 Volt - Bodenkontakt über vier Füße). Beim "Zweibeiner" Mensch ist der Widerstand zwei- bis zehnmal höher.

Klimatische Ansprüche

Europäische Rinder sind äußerst anpassungsfähige Tiere. Wobei ihnen allerdings die Anpassung an Kälte sehr viel besser gelingt als an Wärme.

  • Die optimale Temperatur für Rinder liegt zwischen zwei bis 21 Grad Celsius
  • Kälte bedeutet bei ausreichender Fütterung nur sehr selten Stress für gesunde Rinder, Hitzestress, insbesondere bei intensiver Nutzung (z.B. hoher Milchleistung) sollte dagegen vermieden werden (reduzierte Futteraufnahme bei Temperaturen über 25 Grad Celsius)
  • Luftfeuchte: 60 bis 80 Prozent
  • Zugluft: wird von Rindern gemieden und erhöht die Krankheitsanfälligkeit deutlich.
  • Durch Thermorezeptoren, Trockenheit der Haut (zum Beispiel Nase) und Mechanorezeptoren ermittelt das Rind Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit 

Biologie und Verhalten - Grundlage für Haltungssysteme

Die Grundlage für einen tiergerechten Stallbau ist das Wissen über die Biologie und das Verhalten der Tiere in ihren ursprünglichen Lebensräumen. Berücksichtigt man das natürliche Verhalten im Stallbau, so dient dies der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Tiere und letztendlich auch dem wirtschaftlichen Erfolg der Tierhaltung.

Im ökologischen Landbau ist diese Sichtweise Grundlage der gesetzlichen Regelungen auf EU-Ebene und der Richtlinien auf Verbandsebene. Allerdings stellen Richtlinientexte immer einen Kompromiss dar und können das Wohlbefinden der Nutztiere nicht immer in allen Belangen sicherstellen.

Letzte Aktualisierung: 04.01.2012

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