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Nahrungsaufnahme

 
Weideschritt eines Rindes zur Futteraufnahme. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Durch den Weideschritt erreichen die Rinder ohne Anstrengung das Futter.
(c) Menke

Rinder sind Wiederkäuer. Dies ermöglichte ihnen als wildlebende Tiere, in relativ kurzer Zeit viel zu fressen und die Verdauung im Liegen auf die Nacht zu verschieben (mehr Sicherheit vor Raubtieren).

Futter

Aus dem Stand erreichen Rinder das Futter am Boden nicht. Dies gelingt nur, wenn ihre Vorderbeine versetzt stehen - was beim vorwärts gehen, also beim Weideschritt, der Fall ist. Im Stall muss ein erhöhter Futtertisch den Weideschritt ersetzten.

  • Rinder fressen gern gemeinsam mit ihren Artgenossen zur selben Zeit (synchrones Grasen)
  • Die Hauptfresszeiten sind morgens und abends - letzteres besonders bei großer Hitze.
  • Maximal 50.000 Bisse pro Tag bei mäßigem Bewuchs.
  • Bei hohen Temperaturen nimmt die Fresszeit ab und Anzahl der Fressintervalle zu.
  • Etwa 30 bis 60 Minuten nach dem Fressen wird mit dem Wiederkauen begonnen.
  • Kühe fressen 6 bis 8 Stunden pro Tag bei acht Wiederkauphasen von je 45 Minuten pro Tag und 60 bis 70 Bissen pro Minute.

Wasser

Rinder haben einen großen Wasserbedarf, insbesondere in der Laktation. Wildrinder prüfen die Qualität des Wassers bevor sie trinken (lappendes Trinken).

  • Ist Wasser frei verfügbar, trinken Rinder zwei- bis zehnmal pro Tag (im Anbindestall bis zu 20-mal proTag).
  • Die Trinkgeschwindigkeit liegt bei bis zu 25 Liter pro Minute (bis zu 180 Liter pro Tag werden bei Temperaturen von 28 Grad Celsius und einer täglichen Milchleistung von 45 Kilogramm getrunken).

Selbstfangeinrichtungen

Zu den Stalleinrichtungen im Laufstall gehören Fressgitter mit oder ohne Einsperrvorrichtung und einfache Nackenriegel.

Vorteile 

  • Einfaches Einsperren der Tiere für tierärztliche und besamungstechnische Maßnahmen
  • Individuelle Futterzuteilung
  • Ungestörtes und ruhiges Fressen insbesondere von rangniederen Tieren

Nachteile 

  • Rangniedere Tiere können auch bei geöffnetem Fressgitter nicht immer schnell genug vor ranghöheren Tieren ausweichen (das ist insbesondere bei behornten Tieren zu berücksichtigen).
  • Höhere Lärmbelästigung
  • Stallübersicht ist weniger gut
  • Verletzungsgefahr bei mangelhafter Funktionstüchtigkeit
  • Höhere Investitionskosten

Abmessungen von Fressgittern

Schematische Darstellung der empfohlenen Abmessungen von Fressgittern - Vorderansicht
Empfohlene Abmessungen von Fressgittern - Vorderansicht
 
Schematische Darstellung der empfohlenen Abmessungen von Fressgittern - Seitenansicht
Empfohlene Abmessungen von Fressgittern - Seitenansicht
 

Hinweise und Empfehlungen

  • Bei ausreichender Futtervorlage sind Fressgitter nicht unbedingt notwendig. Hier reichen Nackenriegel aus.
  • Zum Futtertisch geneigte Fressgitter (10-20 Grad) verhindern Druckstellen am Buggelenk.
  • Futterkrippe im Anbindestall sollte eine Betonschale aus Kunstharz sein. 
  • Futterkrippe bzw. Futtertisch im Laufstall sollten mit einem säurefesten Anstrich versehen sein.
  • Höhe bis Krippenrand bei Jungvieh: Widerristhöhe multipliziert mit einem Faktor von maximal 0,4.
  • Höhe vom Fressgitter: mindestens Widerristhöhe (bei Palisaden ohne Selbstfangvorrichtung: Widerristhöhe multipliziert mit dem Faktor von 0,8).
  • Höhe einfacher Nackenriegel: Widerristhöhe multipliziert mit dem Faktor von 0,5.

Wasserversorgung

Der Wasserbedarf von Rindern muss jederzeit und in ausreichendem Maße gedeckt werden können. Laktierende Kühe trinken 80 bis 180 Liter am Tag.

Hinweise und Empfehlungen

  • Wassernachlauf von mindestens 20 Liter pro Minute.
  • Tränken nicht in Sackgassen oder beengten Stallbereichen aufstellen.
  • Maximal 15 bis 20 Tiere pro Trogtränke (mindestens zwei Tränken im Stall).
  • Schalentränkendurchmesser 25 bis 30 Zentimeter und Tiefe mindestens fünf Zentimeter.
  • Pro Schalentränke maximal sieben Tiere.
Schematische Darstellung der empfohlenen Maße von Trogtränken
Empfohlene Maße von Trogtänken
 

Letzte Aktualisierung: 04.01.2012

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