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Mast- und Jungvieh

 
Mehrraumstall für Jungvieh. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Der Mehrraumstall hat für das Jungvieh einige wesentliche Vorteile.
Foto: Waiblinger

Heranwachsende Rinder haben einen großen Bewegungsdrang und benötigen einen dementsprechend großen Laufbereich. Zudem erhöht sich aufgrund längerer Liegezeiten mit zunehmendem Gewicht der Liegeplatzbedarf.

Die Haltung von Mast- und Jungvieh kann in Einraum- oder Mehrraumställen erfolgen. Der Mehrraumstall hat einige wesentliche Vorteile gegenüber dem Einraumstall. Durch die Trennung der Funktionsbereiche ist der Einstreubedarf deutlich geringer:

  • Einstreumenge vier bis sechs Kilogramm pro Großvieheinheit und Tag und acht Arbeitskraftstunden (AKh) pro Tier und Jahr
  • Bei Tretmist reduziert sich die Einstreumenge auf drei bis vier Kilogramm und 7,5 AKh
  • Bei Liegeboxen liegt der Einstreubedarf bei 0,03 bis 0,5 Kilogramm und der Arbeitszeitbedarf bei sechs AKh
  • Bei Einraumställen liegt die Einstreumenge bei bis zu 15 Kilogramm pro  Tier und Tag

Weitere Vorteile:

  • Besserer Klauenabrieb durch einen planbefestigten Fressplatz 
  • Keine Gefahr der Versumpfung
  • Keine laufende Anpassung des Fressplatzniveaus notwendig

Die Gruppengröße sollte bei Mastrindern maximal 15 Tiere betragen (Unruhe, Übersichtlichkeit). Werden die Mastgruppen schon im Kälberalter gebildet, kann so das Auftreten von Rangordnungskämpfen verringert werden. An der Buchtenseite sollte man einen Treibgang (80 Zentimeter) vorsehen.

Empfohlene Abmessungen

Schematische Darstellung der Abmessungen für Mast- und Jungviehställe. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Empfohlene Abmessungen für Mast- und Jungviehställe
 

Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau

Schematische Darstellung der Abmessungen für Mast- und Jungviehställe im Rahmen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Abmessungen für Mast- und Jungviehställe im Rahmen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau.
 

Besonderheiten bei Stallsystemen für Jungvieh

Das Jungvieh wird ebenso wie Milch- oder Mutterkühe in Boxenlauf-, Tiefstreu oder Tretmistställen gehalten. Dies erfolgt zumeist im gleichen Stallgebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Futterachse oder in einem getrennten Jungviehstall. 

Werden die Milchkühe im Boxenlaufstall gehalten, kann es sinnvoll sein, auch das Jungvieh in diesem Stallsystem zu halten. Die Vorteile:

  • Das Jungvieh lernt frühzeitig das Abliegen in den Boxen.
  • Liegeboxen bieten Rückzugsmöglichkeiten für rangniedere Tiere.
  • Der Eintreubedarf ist geringer, wodurch die Arbeitszeit verringert werden kann
  • Der Platzbedarf ist geringer.

Allerdings sind mit den starren Liegeboxenabmessungen im Boxenlaufstall für das Jungvieh auch einige Nachteile verbunden:

  • Die Boxenabmessungen sind nur für einen Teil der Tiere ausreichend, was ein erschwertes Abliegen und Aufstehen bedeutet.
  • Steuerung des Liegeverhaltens durch falsch eingestellte Nacken- und Stirnriegel stellt eine Verletzungsgefahr dar
  • Stärkere Verschmutzung der Tiere und der Boxen

Bei unausgeglichenen Gruppen ist eine Art Kälberschlupf für jüngere Tiere empfehlenswert. So kann eine Konkurrenz am Fressgitter vermindert werden. Beim Neubau von Jungviehställen sollte auf Erweiterungsmöglichkeiten geachtet werden (Nutzung der Ställe für Milchvieh usw.). Günstige Stallbaulösungen sind Offenfrontställe und Offenställe mit überdachter Liegefläche (Pultdach). Sollen erwachsene Tiere später im Boxenlaufstall aufgestallt werden, sollten auch für das Jungvieh Boxen angeboten werden (allerdings angepasst an die entsprechende Tiergröße).

Letzte Aktualisierung: 05.01.2012

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