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Die Inhalte dieses Themenbereiches stammen aus dem Projekt "Themenbezogenes Netzwerk für Rinder-, Schweine und Hühnerzucht im ökologischen Landbau", das im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau gfördert  wurde.

Weblinks

Praxis der ökologischen Rinderzucht

 
Limousin-Bulle auf der Weide
Um die Rinderzucht auf die Belange des ökologischen Landbaus auszurichten, muss die bäuerliche Zucht intensiviert werden.
(c) BLE

Da das züchterische Geschehen immer mehr durch Zuchtorganisationen und Besamungsstationen bestimmt wird, sind das Interesse und Wissen über Zucht bei Bio-Rinderhaltern häufig begrenzt. Eine tiergemäße Zucht für die Belange des ökologischen Landbaus kann aber nur gelingen, wenn mit und auf den Höfen gezüchtet wird.

Zuchttiere mit guten Abstammungen von langlebigen und gesunden Vorfahren stehen auf dem Markt kaum zur Verfügung. Um künftig den Natursprung auszudehnen und mehr Zuchttiere von Biobetrieben zu erhalten, muss die bäuerliche Rinderzucht intensiviert werden. Tierhalter müssen ihre eigene Herde auf der weiblichen Seite beurteilen können, zum Beispiel mit Hilfe der Beratung und durch die Erstellung von Stammbäumen. Als zweiter Schritt ist die Bildung regionaler Arbeitskreise von Züchtern sinnvoll, um sich in der Nachzuchtbewertung, Natursprungbullenselektion und Erarbeitung von Zuchtzielen fortzubilden und zu einem verstärkten Austausch von Zuchttieren zu gelangen.

Für die Ausdehnung der Stierhaltung für den Natursprung ist es sinnvoll, wenn es in jeder Region einen oder mehrere Betriebe gibt, die jährlich eine Gruppe von Stieren aufziehen, damit auch züchterisch interessante Bullen zur Verfügung stehen. Notwendig ist es auch, den Umgang mit Stieren wieder zu lernen.

Rinderzucht auf Lebensleistung

Die Rinderzucht auf Lebensleistung ist ein langjährig erfolgreicher, praktischer Ansatz für eine ökologische Rinderzucht. Den in den Arbeitsgemeinschaften für Lebensleistungszucht organisierten Pionierprojekten kommt eine wichtige Schrittmacherfunktion zu.

Hintergrund:

In engem Austausch untereinander und mit der Fachberatung von Demeter Bayern entwickeln Ökolandwirte praktikable Haltungsformen, die eine gefahrlose und artgemäße Haltung von Zuchtstieren für den Natursprung ermöglichen. Auch der Austausch von Zuchttieren zwischen den Betrieben wird organisiert. 
Projekt "Stiere zurück auf die Bauernhöfe" (Tierzuchtfonds) 

Von diesen Arbeitsgemeinschaften wurde ein Kriterienkatalog zur Auswahl von Lebensleistungs-Jungbullen erarbeitet. In dem jährlich erscheinenden "Bullenkatalog für Rinderzucht auf Lebensleistung" wird eine Auswahl an Besamungsbullen zusammengefasst. Etwa 90 Prozent der darin aufgeführten Bullen wurden speziell für die Zucht auf Lebensleistung bzw. für den ökologischen Landbau gezüchtet.

Hintergrund:

Der Beitrag Rinderzucht auf Lebensleistung enthält Informationen über Zuchtziele, Zuchtprogramme bzw. züchterische Maßnahmen von drei Initiativen in der Lebensleistungszucht:

  • Arbeitsgemeinschaft für Rinderzucht auf Lebensleistung
  • Arbeitsgemeinschaft Lebenslinien (ALL)
  • Verein zur Erhaltung und Förderung des alten Schwarzbunten Niederungsrindes e.V.

Außerdem werden Informationen gegeben zum Kriterienkatalog für Lebensleistung-Jungbullen, der von den drei Organisationen erstellt wurde.

Ökologischer Gesamtzuchtwert

Den bäuerlichen Ökobetrieben steht außerdem die Zuchtmethode des Ökologischen Gesamtzuchtwertes (ÖZW) zur Verfügung. Er wird zweimal jährlich für Fleck-, Braun- und Gelbvieh publiziert und fasst alle verfügbaren Abstammungs- und Leistungsdaten der süddeutschen Besamungsbullen zusammen. Er erfasst auch sekundäre Leistungen und legt keine einseitigen Höchstleistungen für Milch- bzw. Fleischerzeugung fest, sondern zielt auf die Erhöhung von Nutzungsdauer und Lebensleistung. Allerdings ist die Aussagekraft des ÖZW begrenzt, da die Leistungen der Bullen lediglich anders gewichtet werden. Erbracht werden die Leistungen unter in der Regel konventionellen Bedingungen mit hohen Kraftfuttergaben.

Hintergrund:

Weiterführende Informationen zum ÖZW und eine Online-Ausgabe der Bullenlisten bietet die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft:

Der Ökologische Gesamtzuchtwert für Fleckvieh, Braunvieh und Gelbvieh

Literaturtipp

Landwirt und Stier
© 2007 FiBL Forschungsinstitut für biologischen Landbau

Stierhaltung für die Zucht im Biobetrieb

Heute überwiegt auch auf Biobetrieben die künstliche Besamung. 

Die natürliche Fortpflanzung mit einem Stier geschieht meistens in Fleischrinderherden, die nicht im täglichen Umgang mit dem Menschen sind. Ein neuer Leitfaden soll dazu beitragen,dass wieder vermehrt Zuchtstiere gehalten werden. Demeter Bayern und FiBL erstellten gemeinsam ein Merkblatt, in dem die Vor- und Nachteile der Stierhaltung aufgezeigt werden. Es beschreibt die gängigen Haltungsverfahren und gibt Empfehlungen zur Optimierung von Haltung, Zucht und Management.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: externer Link folgtFiBL-Shop
 

Letzte Aktualisierung: 10.01.2012

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