Fütterungsgrundsätze
Ziel der ökologischen Wirtschaftsweise ist eine Fütterung der Tiere ausschließlich mit ökologisch erzeugten Futtermitteln. In der Mutterkuhhaltung ist dies überwiegend gut realisierbar. Die Ration wird ohnehin Grundfutter betont sein und vorwiegend Komponenten vom eigenen Betrieb enthalten. Wegen der Verdauungsphysiologie des Wiederkäuers muss die Ration einen ausreichend strukturierten Rohfaseranteil enthalten.
Die Grundfutterration der Mutterkühe basiert im Sommer auf Weidegang und Grünfutter, ggf. durch Zugabe von Silage und Heu. Im Winter wird der Weidegang durch Anwelksilage, Heu oder Maissilage ergänzt. Neben betriebseigenem Grundfutter können gegebenenfalls Kraftfuttermischungen (beispielsweise ökologisch erzeugte Futtergetreide, Körnerleguminosen) leistungsgerecht eingesetzt werden.
Die Versorgung des Kalbes wird zum einen über die optimale Versorgung der Mutterkuh und eine damit ausreichende Milchleistung sicher gestellt. Aus dem Grundfutterangebot - das Kuh und Kalb ad libitum zur Verfügung steht - sollte die Kuh eine Milchleistung von 2.500 bis 3.000 Kilogramm erbringen. Im Kälberschlupf (möglichst sowohl im Stall als auch auf der Weide) wird Kälbern bis 200 Kilogramm Lebendgewicht energiereiches Grundfutter angeboten. Dazu kommt als Kraftfutter: Getreide oder idealerweise eine Mischung aus Getreide (möglichst mit einem Haferanteil) und 15 bis 25 Prozent Körnerleguminosen und damit einem Rohproteingehalt von mindestens 12 bis 13 Prozent.
Über das Kälberkraftfutter sollte auch eine Mineralstoffergänzung (gegebenenfalls vitaminiert, spurenelementreich) zur Verfügung stehen. GVO-Freiheit ist gegenüber der Kontrollstelle abzusichern.
Eine ausreichende Wasserversorgung in Trinkwasserqualität ist sicherzustellen. Sowohl für die Mutterkühe als auch für die Kälber müssen über die Fütterung hinaus optimale Umweltbedingungen (Haltung, Parasiten etc.) geschaffen werden.
Grundsätze für die Beweidung mit Mutterkühen:
- Die Tiere sollten weder zu junges noch überständiges Futter erhalten.
- Ein rohfaserreiches Beifutter (z.B. Heu, Stroh) im zeitigen Frühjahr und Herbst, bei schlechter Futtergrundlage gegebenenfalls auch von Silagen, sollte bereitgestellt werden.
- Ein rechtzeitiger Abtrieb im Herbst sollte wenn möglich zur Narbenschonung erfolgen.
- Ein Überbesatz ist zu vermieden.
- Der Tierbesatz sollte im Spätsommer zurückgenommen werden.
- Über den Kälberschlupf sollte den Kälbern stets Kraftfutter angeboten werden.
Bei der Winterfütterung der Mutterkühe ist auf eine bedarfsdeckende Nährstoffversorgung und einen ausreichenden Rohfaseranteil zu achten. Ausreichend strukturiertes Futter führt zu einer festeren Kotkonsistenz und zu Einsparungen bei der Einstreu. Ein Mix aus hochwertigen Gras- bzw. Kleegrassilagen und rohfaserreichem Heu ist ernährungsphysiologisch wertvoll und in der Regel auch wirtschaftlich. Energieschwächere Graskonserven kann man durch Getreide als Kraftfutter ausgleichen.

- Auch in der Öko-Mutterkuhhaltung gilt: Bei Energiemangel haben bereits kleine Mengen Kraftfutter eine hohe Effizienz (Kraftfutter-Effizienz nach Coulon und Remond 1991).
Ein Energiedefizit zu Beginn der Laktation sollte möglichst niedrig gehalten werden und ggf. mit Kraftfuttergaben ausgeglichen werden. Die Mutterkühe müssen in der Laktation und während der Trockenstehzeit bedarfsgerecht versorgt sein. Dieses ist besonders bei extensiveren Rassen zu beachten, um Verfettungen zu vermeiden. Den Tieren sollte weiterhin ein vitaminiertes, phosphorreiches Mineralfutter angeboten werden.

- Optimale Energieversorgung der Mutterkuh nach Steinwidder 2001.
(c)BAL Gumpenstein, 2003
Letzte Aktualisierung: 10.01.2012

