oekolandbau.de - Das Informationsportal



Stallsysteme

 

Kommt aus klimatischen Gründen, wegen der Bodenbeschaffenheit (zum Beispiel bindige Böden, Narbenschonung) oder der Flurordnung (kleinteilige Schläge) eine ganzjährige Freilandhaltung nicht in Frage, sollten nach Möglichkeit Altgebäude zu einfachen Laufställen umgenutzt werden. Ein Neubau entsprechend der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau wird nur in Ausnahmefällen wirtschaftlich vertretbar sein und sollte auch mit Blick auf die Baugesetzgebung sorgfältig geplant werden.

Von den Richtlinien vorgegeben sind Einstreusysteme. Liegeboxenställe findet man in der Mutterkuhhaltung nur selten. Es werden überwiegend Tiefstreusysteme (zehn bis 14 Kilogramm Stroh pro Tag) oder Tretmistställe (fünf bis sieben Kilogramm Stroh pro Tag) gewählt.

Umbauvarianten

Am Beispiel eines Standard-Anbindestalles werden die Grundsätze einer Umnutzung nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus dargestellt.

Umbauskizze eines Anbindestalls. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Vorschlag für den Umbau eines Standard-Anbindesatlls zur Nutzung für Ökomutterkuhhaltung
(c) J. Binder
 

Links vom Futtertisch ist die vorhandene Aufstallung im Anbindestall unverändert dargestellt. Es werden zwei Umbauvarianten skizziert:

  • Variante 1: Der vorhandene Güllekanal mit Gitterrost wird teilweise mit Flächenspalten abgedeckt oder als planbefestigte Lauffläche ausgeführt. Ein Teil des Stalles wird als Tiefstreu-Liegebereich tiefer gelegt, wodurch ein Anwachsen der Mistmatratze bis maximal auf das Niveau der Lauffläche möglich ist.
    Angrenzend zum Stall wird ein Auslauf angeordnet.
  • Variante 2: Der Anbindebereich wird zum Fressbereich (planbefestigt oder teilperforiert) umgestaltet. Über einen teilüberdachten Auslauf erreichen die Tiere einen Tiefstreu- oder Tretmist-Liegebereich. Die Liegehalle kann alternativ auch als Boxensystem erstellt werden. Der Tierbesatz ist den Vorgaben der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau angepasst.
Zum Fressbereich für Mutterkühe umgebauter ehemaliger Anbindestall. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Hier ist ein Anbindestall zum Fressbereich für Mutterkühe umgebaut worden.
(c) Binder
 

Nach dem gleichen Prinzip kann auch ein vorhandener Bullenmaststall angepasst werden. Der Spaltenbereich im vorhandenen Stall wird zum Fressbereich (planbefestigt oder teilperforiert). Über den teilüberdachten Auslauf erreichen die Tiere einen Tiefstreu- oder Tretmist-Liegebereich. Der Tiefstreu-Liegebereich kann auch direkt an den Stall angegliedert werden.

Offenfront-Tiefstreuliegebereich (Erweiterung eines vorhandenen Stalles). Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Zusätzlichen Raum und Außenklimaanschluss ermöglich der Tiefstreuliegebereich in Offenfront-Bauweise als Erweiterung eines vorhandenen Stalles.
(c) Binder
 

Der Stallinnenbereich sollte so umgestaltet werden, dass den Kälbern ein höhen- und seitenverstellbarer Kälberschlupf zur Verfügung gestellt werden kann.

Weitere Umbaulösungen für Altgebäude

Bei der Umnutzung von Altgebäuden für die Mutterkuhhaltung können die Kosten durch umfangreiche Eigenleistungen reduziert werden. Wichtig ist, eine auf den eigenen Betrieb angepasste Umbaulösung zu finden.

Im Folgenden zeigen Bilder eine Auswahl praktikable Beispiele für Umnutzungen in der Mutterkuhhaltung.

Rinder in einem eingestreuten Außenliegbereich mit vorhandenem Pultdach. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Einfacher Außenliegebereich unter Pultdach.
(c) Binder
 
überdachterAußenfressbereich an einer vorhandenen Liegehalle. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
An eine vorhandenes Stallgebväude (Liegebereich) wurde ein einfacher Außenfressbereich angebaut.
(c) Binder
 
Rinder in einem Tretmiststall mit selbstgebauten Palisadenfressgitter. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Selbstbau-Palisadenfressgitter in Tretmiststall.
(c) Binder
 
Laufhof zwischen Fressbereich und Offenfront-Liegebereich. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Laufhof zwischen Fressbereich und Offenfront-Liegebereich angrenzend zur Weide.
(c) Binder
 
Außenliegeboxen. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Eigenleistung spart Kosten: Liegeboxen im Außenbereich.
(c) Binder
 
Rinder in einen planbefestigten Auslauf zwischen Stallgebäuden. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Auch bei wenig Platz realisierbar: ein Minimalauslauf für die Winterstallhaltung.
(c) Binder
 
am Stall angrenzende Ausläufe
Stallerweiterung um Gruppenausläufe.
(c) Binder
 

Letzte Aktualisierung: 10.01.2012

Seitenende