Parasitenbekämpfung: Einführung
Eine der häufigsten Fragen, die während der Umstellungsplanung von Mutterkuhbetrieben auftaucht, lautet: "Wie halte ich es künftig mit der Parasitenbehandlung?" Weidehaltung und insbesondere die gemeinsame Weide von Kühen und Kälbern erhöhen das Infektionsrisiko und damit auch die Gefahr von Leistungseinbußen sowie Fruchtbarkeitsstörungen durch Parasitenbefall.
Dem gegenüber stehen im ökologischen Landbau die Ansprüche an eine Minimierung des Tierarzneimitteleinsatzes und die damit verbundenen Risiken. Die ökologische Haltung und Fütterung alleine reichen nicht aus, um Parasiten vorzubeugen und sie zu bekämpfen. Auch im ökologisch bewirtschafteten Betrieb ist die Kontrolle des Parasitenbefalls der Weidetiere mit Antiparasitika von zentraler Bedeutung, um die Tiergesundheit zu erhalten. Gerade in der ökologischen Mutterkuhhaltung gilt es daher ein Konzept zu entwickeln, das der Tiergesundheit und den Verbrauchererwartungen gleichermaßen Rechnung trägt.
Ein Parasitenbefall ist eine Herdenerkrankung, das heißt alle Tiere sind betroffen und in ein Kontrollkonzept einzubeziehen. Außerdem ist ein Parasitenbefall eine Faktorenkrankheit: Einfluss auf den Befallsdruck haben beispielsweise Standort, Weideregime, Klima, Besatzdichte, Alter. Besonders gefährdet sind Jungtiere und hier vor allem die Nachzucht zwischen Absetzen und Erstbelegung.
Parasitäre Erkrankungen verlaufen überwiegend subklinisch-chronisch und leistungsmindernd (verringerte Gewichtszunahmen, schlechtere Reproduktionsleistung besonders bei Nachzuchtfärsen etc.). Die Infektionsgefahr besteht von Vegetationsbeginn an, da die Larven auf der Weide überwintern. Verstärkt wird das Ansteckungspotenzial durch die frisch ausgeschiedenen Eier. Würmer können in den Rindern als sogenannte Ruhelarven überwintern, sofern die Tiere im voran gegangenen Herbst nicht ausreichend entwurmt aufgestallt wurden.
Folgende Parasiten sind in Deutschland für Mutterkühe besonders praxisrelevant:
Endoparasiten
- Magen-Darmwürmer (Wurmbefall ist vorwiegend ein Problem während der Weidesaison)
- Lungenwürmer
- Leberegel (in Feuchtgebieten)
Ektoparasiten
- Räudemilben und Haarlinge (besonders im Winter mit klinischen Symptomen)
- Kriebelmücken (vor allem in Norddeutschland)
Schutzmaßnahmen gegen den Wurmbefall umfassen weidehygienische Maßnahmen und den Einsatz von Parasitenbekämpfungsmitteln. Gute Erfolge bei der Bekämpfung von Parasiten in Mutterkuhherden werden durch die Kombination von Maßnahmen erreicht, bei denen nicht die medikamentöse Behandlung der Kühe und Kälber, sondern stets ein auf Weidehygiene zielendes Management im Vordergrund steht.
Letzte Aktualisierung: 10.01.2012

