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Parasitenbekämpfung: Vorbeugende Maßnahmen

 

Mit vorbeugenden Maßnahmen sollen Schäden durch Parasitenbefall vermieden werden. Gleichzeitig schränken sie die Weidekontamination insgesamt ein, was der ganzen Herde zugute kommt.

In allen klimatischen Gebieten beeinträchtigen Magen-Darm-Rundwürmer - in Feuchtgebieten zusätzlich Lungenwürmer - das Leistungsvermögen der Tiere. Während ausgewachsene Weiderinder meist eine Resistenz gegen Rundwürmer entwickelt haben, können starke Infektionen vor allem bei Kälbern und Jungtieren zu massiven Entwicklungsstörungen führen.

Graphische Darstellung des Verlaufes der Weidebelastung mit Eiern und Larven von April bis November. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Weidebelastung mit Parasiteneiern und Larven während der Vegetationsperiode.
(c) Binder
 

Von Kälbern genutzte Weiden sind unter Umständen in hohem Maße mit Wurmbrut verunreinigt und stellen auch für ältere Rinder eine starke Ansteckungsgefahr dar. Parasitenkontrolle, Weidemanagement und kontrollierter Tierzukauf heißen daher die Stichworte, um einem übermäßigen Befall vorzubeugen. Ziel aller Maßnahmen ist es, den Entwicklungszyklus der Parasiten zu unterbrechen.

Parasitenkontrolle

Eine vorbeugende Parasitenbekämpfung berücksichtigt parasitologische Aspekte und Faktoren des jeweiligen Tierbestandes:

  • Alter der Tiere (Einfluss der Abkalbesaison): Beginn der Gefährdung ab einem Alter von zehn bis zwölf Wochen
  • Besatzdichte: je mehr Tiere pro Fläche, desto größer die Ansteckungsgefahr
  • Weidekontamination: Die Larvendichte auf der Weide nimmt im Verlauf der Weidesaison zu. Sie erreicht ab Mitte August ihren Höhepunkt. Unbehandelte Alttiere kontaminieren die Weide.

Weidemanagement

Das Weidemanagement gehört zu den wichtigsten Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von Wurmbefall in der Mutterkuhhaltung.

Rundwürmer werden circa zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung geschlechtsreif. Ein Weidewechsel ist daher bei jungen Kälbern im Abstand von höchstens drei (besser zwei) Wochen anzuraten. Sinnvoll ist bei der Jungviehaufzucht eine Trennung von Kälberweide und Weiden für ältere Jungrinder, da erstere stets stärker mit Larven verunreinigt sind.
Da dieser Grundsatz in der Mutterkuhhaltung kaum realisierbar ist, gilt die Prämisse: Weideflächen möglichst großräumig anbieten. So verteilen sich die Entwicklungsformen der Parasiten stärker und die Infektionsgefahr wird reduziert.

Mit Blick auf den Parasitendruck sollte jede Koppel nach einer Weidenutzung möglichst lange unbeweidet bleiben. Mähweidenutzung ist daher zweckmäßig und wird empfohlen. Der Aufwuchs von zuvor beweideten Flächen sollte möglichst siliert werden, da nur dann die Dauerformen der Parasiten sicher zum Absterben gebracht werden. Im Heu bleiben die ansteckungsfähigen Formen von Rund- und Lungenwürmern bis zu fünf Monate lebensfähig!

Abschleppen ist nicht nur im zeitigen Frühjahr dem Aufwuchs zuträglich. Es dezimiert auch - durch schnellere Umsetzung von abgestorbenen Pflanzenresten - die Moosmilbenfauna, die als Zwischenwirt für den Bandwurm dient.

Mit Gülle werden viele Dauerformen der Rinderparasiten auf die Weide ausgebracht. Eine Abtötung erfolgt nur, wenn durch intensives Belüfen über mehre Tage eine Temperatur von mehr als 45 Grad Celsius erreicht wird - was jedoch einen hohen Stickstoffverlust zur Folge hat. Daher sollte die Gülle möglichst nur vor einer Schnittnutzung auf Mähweiden ausgebracht werden. Im Rotteverlauf von Mist werden hingegen in der Regel die erforderlichen Temperaturen erreicht.

Die Ausgrenzung von Gräben und Feuchtstellen ist die zentrale Maßnahme, um den Befall mit Leberegeln einzudämmen.

Tierzukäufe

Tierzukäufe aus unkontrollierten Beständen sind zu vermeiden. Vor dem Zukauf von Tieren, ist auf eine Entwurmung zu achten.

Letzte Aktualisierung: 10.01.2012

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