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Milchschafhaltung

 
Milchschafe im Melkstand
Öko-Schafmilch wird hierzulande vor allem zu Käse verarbeitet.
(c) BLE, Foto: T. Stephan

Ökologisch erzeugte Schafmilch wird in Deutschland vor allem zu Käse und Joghurt verarbeitet. Schafkäse gibt es in verschiedenen Varianten: vom Frisch- bis zum Hartkäse lassen sich aus Schafmilch schmackhafte Produkte herstellen. Die ökologische Schafkäseherstellung ist hierzulande ein Nischenmarkt.

Der Verzehr von Schafkäse hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen und ist sicherlich auch noch steigerungsfähig. Allerdings konkurriert der hiesige Schafkäse-Erzeuger mit denen aus Italien, Griechenland, Frankreich oder Spanien, die den Markt dominieren und deren Schafmilchprodukte einen sehr guten Ruf genießen.

Dennoch beweisen einige ökologisch wirtschaftende Milchschafhalter in Deutschland, dass man in diesem Spezialitätenmarkt mit wirtschaftlichem Erfolg bestehen kann. Voraussetzung ist, dass man einen Kundenstamm aufbaut, der die besondere Qualität des regionalen Produktes wertschätzt.

Haltung

Milchschafe erhalten von Anfang Mai bis mindestens Mitte Oktober Weidegang. Dies ist tiergerecht und fördert die Gesundheit. Die Winterhaltung der Milchschafe erfolgt aufgrund einer höheren Leistung in der Regel im Warmstall, gewöhnlich im Tieflaufstall. Eine Haltung auf vollständig perforierten Böden ist nicht erlaubt.

Wird den Tieren genügend Platz sowie ein trockenes und zugluftfreies Stallklima mit genügend frischer, staubarmer Luft geboten, ist die Stalltemperatur eher nebensächlich. Den jungen Lämmern bietet man in kleinräumigen, wärmeisolierten Schutzzonen mit Infrarotlampen die notwendige Temperatur. Lammenden Tieren, vor allem Mehrlingsmüttern, sollten für einige Tage Einzelstallplätze geboten werden.

Fütterung

Die Schafe erhalten ökologisches Futter. Als Wiederkäuer muss das Milchschaf mindestens 60 Prozent der Futtertrockenmasse als Raufutter erhalten. Von Anfang Mai bis mindestens Mitte Oktober erhalten Milchschafe Weidegang.

Rassenwahl

In Deutschland werden das Ostfriesische Milchschaf und zunehmend das Lacaune-Schaf eingesetzt.

Die etwa 70 Kilogramm schweren "Ostfriesen" haben eine Laktationsleistung von 350 bis 500 Kilogramm bei 240 bis 300 Laktationstagen. Der Fettgehalt der Milch liegt bei etwa fünf bis sieben Prozent, der Eiweißgehalt bei vier bis sechs Prozent.

Das Ostfriesische Milchschaf zeichnet sich durch Frühreife und hohe Fruchtbarkeit aus. Es ist saisonal in der Brunst. Den ersten Nachwuchs haben die Tiere bereits im Alter von etwa zwölf Monaten. Mehrlingsgeburten sind die Regel. Das Milchschaf ist sehr frohwüchsig und eignet sich hervorragend auch für kleine Herden.

 

Aus der Forschung - für die Praxis:

Ökoschafhaltung in Deutschland

Die Entwicklungspotentiale für die ökologische Milch- und Fleischschafhaltung in Deutschland hat die Universität Hohenheim 2003 in einer Studie erfasst und bewertet. Mittelpunkt des Projektes bildeten deutschlandweite Befragungen von Erzeugern und Konsumenten.

Näheres zum Projekt:

externer Link folgtLage und Perspektiven der Öko-Schafhaltung in Deutschland (BÖL-Projekt Nr. 02OE590)

Weitere Informationen:

Letzte Aktualisierung: 21.08.2008

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