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Ziegenhaltung

 
Toggenburger Ziegenlamm
In Ökobetrieben werden Ziegen insbesondere zur Erzeugung von Milch und Molkereiprodukten gehalten.

Die Ziegenhaltung hat in der deutschen Landwirtschaft nur noch eine geringe Bedeutung. Früher als "Kuh des armen Mannes" sehr weit verbreitet, werden Ziegen heute vor allem zur Herstellung von Spezialitäten oder zur Landschaftspflege genutzt. Ziegen sind genügsam und geben im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht und ihrer Futteraufnahme viel Milch: Laktationsleistungen von 800 bis 1.200 Kilogramm sind keine Seltenheit.

Ziegenmilch wird wegen ihrer gesundheitsfördernden Wirkung geschätzt und auch Kuhmilchallergiker greifen gerne darauf zurück. Ziegenkäse hat einen festen Platz im Sortiment der Käse-Spezialitäten.

Haltung

Ziegen stellen keine hohen Anforderungen an das Haltungssystem. Ein einfacher Kaltstall mit Tiefstreu reicht für die genügsamen Tiere. Stallhaltung mit Weidegang von Frühjahr bis Herbst ist für die Milchziegenhaltung anzustreben, verursacht aber teilweise - je nach Weidemanagement -  große Probleme mit Innenparasiten. Bei Weidehaltung in der Vegetationszeit ist ein Winterauslauf nicht zwingend vorgeschrieben. Bei ganzjähriger Stallhaltung muss den Tieren, wann immer es die Bedingungen zulassen, Zugang zu einem Auslauf im Freien gewährt werden. 

Die vorgeschriebene Stallfläche beträgt je Ziege mindestens 1,5 Quadratmeter und pro Zicklein 0,35 Quadratmeter. Im Auslauf müssen mindestens 2,5 bzw. 0,5 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Der natürliche Lebensraum der Ziegen ist die Bergregion. Deshalb klettern Ziegen gerne und schätzen einen erhöhten Ruheplatz. Solche Ruhemöglichkeiten in mehreren Etagen sind als Holzkonstruktionen ohne großen Aufwand in Selbstbauweise in den Stall zu integrieren. Allerdings sollte das Holz vor Verbiss geschützt werden.

Fütterung

In der Milchziegenhaltung ist vor allem die Fütterung der jungen Kitze schwierig. Die Aufzucht der Kitze mit Ziegenmilch steht grundsätzlich in Konkurrenz zur Verarbeitung oder Vermarktung der Milch und ist somit in der Regel unwirtschaftlich. Die Erfolg versprechendste Methode ist die Verfütterung von Kuhmilch von Anfang an. Sie kann als Warmtränke oder als Kalttränke leicht mit Wasser verdünnt und angesäuert gegeben werden. Bei dem Einsatz von Milchaustauscher sollte der Fettgehalt bei höchstens 3,5 Prozent liegen.  
Den Jungtieren sollten möglichst schon ab der dritten Lebenswoche Kraftfutter, Heu und Trinkwasser zur freien Verfügung angeboten werden. 

Zur Fütterung der leeren oder niedertragenden Muttertiere reichen Weidegang und Stroh oder Heu. Hochträchtige und laktierende Tiere erhalten je nach Milchleistung zusätzlich Saft- und Kraftfutter. Da Ziegen besonders empfänglich für Listeriose sind, ist es wichtig schimmelfreie Futtermittel einzusetzen. Die Gabe von Mineralfutter ist bei heranwachsenden, hochtragenden und laktierenden Ziegen erforderlich. Lecksteine sollten ständig zur Verfügung stehen.

Rassenwahl

In der Milchziegenhaltung sind vor allem die Bunte und die Weiße Deutsche Edelziege weit verbreitet. Daneben haben auch Saanen-Ziege, Toggenburger und Kreuzungen aus den verschiedenen Rassen größere Bedeutung.

Weitere Informationen:

Grundlagen: Fütterung

Letzte Aktualisierung: 10.01.2012

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