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Fliegenmadenbefall beim Schaf

 

Fliegen sind uns vor allem als Lästlinge oder Blutsauger bekannt. Die Schadwirkung wird hier von den ausgewachsenen Insekten verursacht, deren Entwicklung unabhängig vom Wirtstier in der Außenwelt abläuft. Bei den Gold- oder Schmeißfliegen ist die Situation umgekehrt. Während die ausgewachsenen Insekten als weitgehend harmlos gelten, erfolgt die Entwicklung ihrer Larven im lebenden Tier und kann mit schwerwiegenden Folgen verbunden sein. Für betroffene Betriebe bedeutet dieser Parasitenbefall eine sehr ernstzunehmende Problematik.

Bevorzugte Orte für die Ablage der Eier sind Körperöffnungen und Wunden (etwa kleine Körperwunden, wie sie beispielsweise auch beim Scheren entstehen können). Vliespartien, die mit Kot oder Harn verschmutzt sind, üben eine große Anziehungskraft auf die Fliegenweibchen aus. Der Fliegenmadenbefall tritt vor allem zwischen Juni und September auf. Begünstigend sind feucht-warme Witterungsbedingungen und eine hohe Tierdichte.

Zur Erkennung des Krankheitsbildes müssen die Tiere unbedingt aus der Nähe angeschaut werden, denn die wenige Millimeter großen Junglarven sind nur bei genauer Untersuchung verdächtiger Wollpartien erkennbar. Feuchte, unangenehm riechende oder dunkel verfärbte Vliespartien sind eingehend auf Fliegenmaden zu untersuchen. Bei fortgeschrittener Infektion kann es zu Fressunlust, Unruhe, Juckreiz und Wollausfall kommen.

Nicht erkannte Infektionen bei ungenügend kontrollierten Herden können sich für die betroffenen Tiere dramatisch auswirken und sogar ein Tierschutzproblem darstellen. Da das Kupieren der Schwänze als Prophylaxemaßnahme in Biobetrieben untersagt ist, wurde verstärkt nach anderen Ansätzen gesucht.

Seit kurzem steht mit einem biologischen Bekämpfungsansatz eine neue Strategie zur Kontrolle der Fliegen zur Verfügung. Dieser basiert auf einer Falle, welche einen spezifischen Geruchsstoff als Köder verströmt. Über einen Zeitraum von mehreren Monaten lockt der Geruch von fauligem Gewebe die Fliegen in die Falle, wo sie an einem Klebestreifen hängen bleiben. Die Fallen werden an Pfosten und Pfählen entlang den Weideflächen installiert. Besonders sind dabei die Bereiche um Tränken, Tore und weitere Sammelplätze der Schafe zu berücksichtigen. Mit der Installation der Fallen sollte frühzeitig in der Saison (März/ April) begonnen werden, um ein starkes Anwachsen der Fliegenpopulation während dieser Periode zu verhindern. Die Fallen müssen regelmäßig kontrolliert und die Klebestreifen, je nach Fangerfolg, nach mehreren Wochen durch neue Streifen ersetzt werden.

Die bisherigen Resultate sind nach Aussagen von Schafhaltern sehr zufriedenstellend. So konnte der Fliegenmadenbefall mit diesem biologischen Kontrollansatz im Vergleich zu vorangegangenen Jahren in über 80 Prozent der Fälle reduziert werden. Zusätzliche Maßnahmen zur Schmeißfliegenbekämpfung waren in den meisten Herden nicht mehr erforderlich.

Letzte Aktualisierung: 10.01.2012

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