Schweinemast

- In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach Öko-Schweinefleisch stark angestiegen.
Foto: SÖL
Die Schweinehaltung spielte im ökologischen Landbau lange Zeit eine untergeordnete Rolle. Kunden ökologischer Nahrungsmittel zeigten in der Vergangenheit eher Präferenzen für das Fleisch anderer Tierarten und kritisierten außerdem die "Nahrungskonkurrenz" der Schweinehaltung zum Menschen.
Ab 2001 stieg - unter anderem bedingt durch die BSE-Krise und Lebensmittelskandale im Fleischsektor - die Nachfrage und damit die Erzeugung von Ökoschweinefleisch deutlich an. Zusätzlich profilierten sich verschiedene Lebensmitteleinzelhandelsketten mit dem Aufbau eines Biofleischsortiments.
Haltung
Das Schwein ist nach seiner Herkunft ein waldbewohnendes, familiäres Gruppentier, welches als Allesfresser ein vielfältiges Nahrungsangebot schätzt. Es zeigt ein lebhaftes Erkundungsverhalten bei seiner Nahrungssuche, suhlt und scheuert sich gerne ausgiebig.
Abgestimmt auf diese Verhaltensweisen, Bedürfnisse und Ernährungsgewohnheiten werden die Stallsysteme für Schweine in der ökologischen Landwirtschaft geplant. Familienstall, Offenfrontstall, Pig Port, Tiefstreustall, und Hüttenhaltung tragen den Bedürfnissen der Tiere Rechnung, indem sie verschiedene Funktionsbereiche für Fressen, Laufen, Liegen und Koten bereitstellen.
Mit Hilfe der landwirtschaftlichen Bauberatung lassen sich häufig auch konventionell angelegte Ställe tiergerecht umbauen.
Einen tiergerechten und damit schonenden Umgang führen ökologisch wirtschaftende Betriebe auch bei Transport und Schlachtung fort: Elektro-Viehtreiber sind verboten.
Fütterung
Wirtschaftseigenes Grundfutter (zum Beispiel Maissilage, Ganzpflanzensilage und Grünfutter) sind in Ökobetrieben als Beifutter auch für Schweine vorgeschrieben. Außerdem kommen Getreide, Körnerleguminosen, Kartoffeln, Rüben und Magermilchpulver in der Ration zum Einsatz. Aber auch Nebenprodukte der Nahrungsmittelverarbeitung aus der pflanzlichen Produktion wie Ölpresskuchen, sind geeignet, sofern damit eine ausgewogene Ration zusammengestellt werden kann. Der maximal zugelassene Anteil konventionell erzeugter Futtermittel an der jährlichen Futteraufnahme (bezogen auf die Trockenmasse) wird schrittweise reduziert: bis Ende 2009 sind noch zehn Prozent erlaubt, fünf Prozent sind die Höchstgrenze bis Ende 2011. Alle verwendeten Futtermittel müssen auf der Futtermittel-Positivliste der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau stehen.
Ferkelherkunft und Rassenwahl
Mastschweine-Betriebe müssen ihre Ferkel von ökologischen Sauen-Betrieben zukaufen.
Robuste, stresstolerante Rassen, die eine gute Futter- und Grundfutterverwertung, eine hohe Fleischqualität und gute Tageszunahmen aufweisen, werden eingesetzt. Ausgesprochene Robustrassen wie die Duroc-Rasse oder das Schwäbisch-Hällische-Schwein können als Kreuzungspartner in Gebrauchskreuzungen mit dem Deutschen Edel- oder Landschwein günstige Eigenschaften einbringen. Wegen der bei Robustrassen stärkeren Neigung zur Verfettung sollten die Rasseanteile aber nicht zu hoch sein.
Letzte Aktualisierung: 11.01.2012
