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Vermarktung

Mastschweine

Metzger beim Zerlegen von Schweinehälften, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Teilfleischstücke werden in Metzgereien, in der Direktvermarktung und Gastronomie sowie im Catering angeboten.
(c) BLE, Foto: T. Stephan

Der Markt für Ökoschweine ist klein und die Nachfrage nach ökologischem Schweinefleisch wächst auf kleinem Niveau, jedoch mit teilweise hohen Steigerungsraten. Die Zahl der Biomarkenfleischprogramme steigt (zum Beispiel Bio-KFF, Bio-Gutfleisch, Thönes-Öko-Natur, Edeka-Bio-Wertkost).

Je nach Vermarktungsweg werden die Tiere als Hälften (Versandhandel), Teilstücke (Versandhandel), Frischfleischteilstücke (Metzgerei, Direktvermarktung, Gastronomie, Catering) oder verarbeitete Fleisch- und Wurstwaren sowie Schinkenspezialitäten angeboten. Für traditionelle Fleischwaren (Hausmacher Wurstwaren und luftgetrocknete Rohwürste) werden speziell schwere Mastschweine mit bis zu 200 Kilogramm Schlachtgewicht genutzt. 

Rund 15 bis 20 Prozent der erzeugten Mastschweine gehen über die Direktvermarktung an die Kunden. Spezialisierte Metzger bzw. Fleischverarbeiter beliefern den Naturkosthandel. Der Lebensmitteleinzelhandel wird in der Regel von Tochterunternehmen der Lebensmittelketten mit den Standardsortimenten versorgt, ergänzt durch Spezialitäten von weiteren selbstständigen Verarbeitern bzw. größeren Biometzgern 

95 Prozent der Mastschweine, die an Metzger, Vieh- und Fleischhandel, Verarbeiter und Erzeugergemeinschaften gehen, werden mit Verbandszertifizierung vermarktet. Oft sind die regionalen Erzeugergemeinschaften der Verbände die Sammelstellen für den mehrstufigen Absatz der Mastschweine. 

Der kleine Markt für ökologisch erzeugtes Schweinefleisch hat in den letzten Jahren alle Höhen und Tiefen erlebt, so dass der Einstieg in die Produktion nur über einen Abnahmevertrag mit einer gut am Markt präsenten Erzeugergemeinschaft oder einem Ökofleischverarbeiter anzuraten ist. Altsauen sind zum Teil regional absetzbar.

Stabile Absätze mit leichtem, aber stetigem Absatz versprechen gut eingeführte Metzgereien, die sowohl einen eigenen (Filial-) Abverkauf als auch eine Verarbeitung für den Handel praktizieren.

Die Direktvermarktung kann sehr lohnend sein, wenn die Verarbeitungsqualität stimmt und der Abverkauf professionell gestaltet wird. Untersuchungen bei Direktvermarktern weisen erfolgreiche direktvermarktende Betriebe mit zwei bis zehn Schweinen pro Woche einschließlich eines Fleischangebotes von weiteren Tierarten (zum Beispiel Rind-, Geflügel-, Lammfleisch) auf, was sowohl selbst erzeugt als auch zugekauft wird.

Die für die Verarbeitung zur Direktvermarktung in Frage kommenden lokalen Metzger müssen bereit sein, sich an die Verarbeitungsvorgaben den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zu halten, die bestimmte Zutaten ausschließt und besondere Auflagen bereithält. Verbandsmitglieder müssen unter Umständen weitere Auflagen erfüllen (zum Beispiel Verzicht auf Salpeter, Nitritpökelsalz und Phosphate). Die Vermischung mit konventionellem Fleisch muss ausgeschlossen sein. Der Verarbeiter muss die Bereitschaft haben, sich der Kontrolle nach den EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau zu unterziehen. 

Ferkel und Zuchttiere

Der Absatz von Ökoferkeln wird direkt mit den regionalen Mästern und/ oder der Erzeugergemeinschaft für Ökofleisch abgestimmt. Spezialberatungen, Verbände und Erzeugergemeinschaften geben Auskunft über die aktuelle Marktlage und Marktpartner. 

Der Markt für ökologische Zuchttiere (Zuchtläufer und Jungsauen) ist noch unterentwickelt. Weibliche Jungtiere dürfen bis zu einem Umfang von 20 Prozent des Bestandes an ausgewachsenen Schweinen zugekauft werden, wenn Tiere aus ökologischer Haltung nicht zur Verfügung stehen. Weitere Ausnahmen für zusätzliche Anteile der Herde beim Zukauf konventioneller Zuchttiere können die Rassenumstellung und eine Aufstockung des Sauenbestandes sein.

Letzte Aktualisierung: 11.01.2012

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