oekolandbau.de - Das Informationsportal



Mehr Infos

Bitte beachten

Die Ausführungen in diesen Beiträgen beziehen sich auf artgerechte Haltungsverfahren, die in der ökologischen Tierhaltung berücksichtigt werden. Hiervon unbenommen ist jedoch, dass im Einzelnen die Vorgaben der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau sowie ggf. der privaten Anbauorganisationen einzuhalten sind.

Portaltipps

Ökonomie: Arbeitszeit- und Strohbedarf

Ökonomie: Investitionen in Stallneu- und Umbauten

Mastschweine: Haltung

Weblinks

Ferkelbettenaufzuchtstall

 
Neubau eines einfachen Ferkelaufzuchtstalles
Neubau eines einfachen Ferkelaufzuchtstalles.
Foto: BAT e.V.

Als Neubau für die Ferkelaufzucht ist der Außenklimastall mit Ferkelbetten zu empfehlen. Jede Bucht ist in den Fress- bzw. Bewegungsbereich und den Liegebereich mit Ferkelbetten gegliedert. Der Kotbereich wird im Auslauf angelegt. Somit besteht eine klare Trennung der Funktionsbereiche. Zudem werden den Ferkeln verschiedene Klimabereiche angeboten.

Liegebereich

Der Liegebereich ist mit Ferkelbetten in Form von isolierten Ruhekisten ausgestattet, die mit einer Fußbodenheizung ausgestattet sein können. In der Regel sind diese senkrecht zum Versorgungsgang in zwei gegenüberliegenden Reihen angeordnet. Die Ferkelbetten sind eingestreut, so dass ein zusätzliches Heizsystem nur in extremen Klimazonen notwendig ist. Um das Stroh in der Kiste zu halten, ist eine Streuschwelle nötig.

Die Liegekisten sind mit einer Fläche von 0,2 Quadratmeter pro Ferkel so bemessen, dass die Tiere parallel nebeneinander liegen und dabei den Rüssel durch den Lamellenvorhang nach draußen stecken können. Die Kistentiefe beträgt 0,8 Meter. Zur Tierkontrolle und im Sommer müssen die Kistendeckel mittels Winden und Umlenkrollen zu öffnen sein. Geteilte Deckel ersparen dabei Kraftaufwand.

Wichtig ist, dass zu Beginn der Aufzucht zunächst nur eine Kistenreihe zum Liegen angeboten wird. Die andere wird hochgeklappt oder der Platz mit Strohballen im Kistenbereich reduziert. Dies ist notwendig, damit die Ferkel die Kisten sauber halten und zum Koten in den Auslauf gehen.

Fressbereich

Der Bewegungsbereich zwischen den Ferkelbetten wird als Fressbereich genutzt. Dort sind Trockenfutterautomaten aufgestellt. Um der Durchfallproblematik entgegenzuwirken, ist ein enges Tier-Fressplatzverhältnis anzustreben und eine ausreichende Wasserversorgung zu gewährleisten. 

Eine andere Strategie ist die Verabreichung des Futters am Längstrog, so flüssig wie möglich. Wegen der in den Aufzuchtrationen üblichen, hygienisch anspruchsvollen Futterkomponenten, muss besonderes Augenmerk auf die Sauberkeit des Fressplatzes gelegt werden. Gegebenenfalls muss dieser nach jeder Mahlzeit gereinigt werden.

Auslauf

Der eingestreute Auslauf ist als befahrbare Betonfläche angelegt. Um den Austritt von Exkrementen in die Umwelt zu unterbinden, ist je nach örtlichen Bauvorschriften eine Betonqualität von mindestens B25 wu (wasserundurchlässig) gefordert. Unterteilt ist der Auslauf mit Gittertoren. Diese werden zur mobilen Entmistung (Schlepper, Hoftrac) vor die Auslauföffnungen geschwenkt, um die Ferkel in den Stall zu sperren.

Die Gitterstrukturen im Auslauf (im Gegensatz zu geschlossenen Buchtenwänden im Stall) ermöglichen den Ferkeln den Kontakt zu Nachbargruppen. Das so provozierte Revierverhalten führt dazu, dass die Ferkel im Auslauf koten und harnen. Dies wird ebenfalls durch das Anbringen der frostsicheren Ferkeltränken (Beckentränken) im Auslauf begünstigt. Raufutter in bester Qualität sollte hier den Ferkeln in Raufen angeboten werden.

Wichtige Maße für Aufzuchtbuchten mit Ferkelbetten

Bereich

Maß

Grund

Fläche innen

0,6 qm

EU-Rechtsvorschriften

Fläche außen

0,4 qm

EU-Rechtsvorschriften

Reine Liegefläche

0,2 qm

Ausreichend Platz, Aufbau Mikroklima

Höhe Ferkelbett

0,7 m

Erhaltung Mikroklima

Buchtenbreite

3 m

Auslauf möglichst quadratisch, Maschinenbreite

Fressplatz Breite/ Tier 

18 cm

Tier-/ Fressplatzverhältnis 1 : 1

Montagehöhe Schwenktor Auslauf

10 cm

Hinderung Durchschlupf, keine Klemmgefahr

Maximale Stufenhöhe

15 cm 

Tiergröße (Kanten entgraten)

Literatur

  • KTBL; 1998: Außenklimaställe für Schweine; Sonderveröffentlichung 026; KTBL, Darmstadt
  • Wiedemann, R.; 1997: Schweinehaltung in Außenklimaställen; VUA DLG-Verlag, Frankfurt

Letzte Aktualisierung: 11.01.2012

Seitenende