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Die Ausführungen in diesen Beiträgen beziehen sich auf artgerechte Haltungsverfahren, die in der ökologischen Tierhaltung berücksichtigt werden. Hiervon unbenommen ist jedoch, dass im Einzelnen die Vorgaben der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau sowie ggf. der privaten Anbauorganisationen einzuhalten sind.

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Umbau für tragende Sauen: Tiefstreu

 
Eingestreuter Auslauf mit außenliegendem Fressbereich für wartende Sauen, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Der Tiefstreustall mit Außenfütterung für wartende Sauen ist eine kostengünstige Umbaulösung für Altgebäude.
Foto: BAT e.V.

Liegebereich

Fressbereich und Liegefläche sollten nach Möglichkeit einen Höhenunterschied aufweisen. Dieser ist abhängig vom geplanten Entmistungsintervall, also davon, wie hoch die Mistmatratze im Zuge des regelmäßigen Einstreuens anwachsen kann. Im Winter ist eine ausreichend hohe Mistmatratze wegen der Wärmeentwicklung bzw. Isolierung vorteilhaft für die Tiere. Bei hohen Außentemperaturen im Sommer kann dagegen die Wärmeabgabe der Tiefstreu den Organismus der Sauen zusätzlich belasten.

Auf ausreichend Luftraum über der Liegefläche und eine gute Luftführung (Ventilatoren, Offenfrontstall) im Stall ist Wert zu legen. Die Zuluft kann zum Beispiel über eine offene Front in den Stall geleitet, die Abluft über Schächte oder einen offenen First herausgeleitet werden.

Fressbereich

Der Fressplatz ist planbefestigt und je nach erwünschtem Entmistungsintervall erhöht. Stufen von 0,15 bis 0,2 Metern Höhe und 0,25 bis 0,3 Metern Tiefe können von Sauen problemlos bewältigt werden. Alle Betonkanten müssen aufgrund der Verletzungsgefahr gebrochen werden. Absperrbare Einzelfressstände, beispielsweise Selbstfangfressstände mit Wippe und Schulterblende, ermöglichen nicht nur eine ruhige, individuelle Fütterung der Sauen, sondern bieten den Tieren zudem auch geschützte Rückzugszonen.

Für eine artgemäße Körperhaltung der Schweine während der Futteraufnahme sollte der Trogboden etwa fünf Zentimeter über dem Standplatz der Tiere liegen. Sichtblenden im Trogbereich sorgen für Ruhe beim Fressen. Als Fressplatzbreite sollten pro Sau 0,45 bis 0,55 Meter vorgesehen werden.

Auslauf

Um Engpässe am Übergang von der Liegefläche zum Auslauf zu vermeiden, sind bei entsprechender Gruppengröße mindestens zwei Auslauföffnungen zu planen. Im Auslauf muss gemäß EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau Wühlmaterial vorhanden sein. Dies kann entweder im gesamten Auslauf oder in gesonderten Wühlarealen angeboten werden. Möblierungselemente, die dem Wohlbefinden der Sauen dienen, werden im Auslauf untergebracht (zum Beispiel Bürste, Scheuerpfahl, Suhle), dürfen aber den Entmistungsvorgang nicht behindern. Sehr vorteilhaft ist eine Schweinedusche zur Abkühlung der Sauen. Sie kann leicht im Eigenbau aus Schläuchen und gebrauchten Pflanzenschutzdüsen erstellt werden und wird entweder von den Sauen selbst bedient oder kommt zeit- und klimagesteuert zum Einsatz.

Beckentränken sollten im Auslauf installiert werden, da häufig nach dem Trinken ein Absetzen von Kot und Harn stattfindet und die Tiere den Auslauf so auch bei schlechter Witterung nutzen. Zudem findet das Abkoten gerne in feuchten Bereichen des Auslaufes statt. Sie müssen frostsicher, ausreichend groß, leicht zu reinigen und zudem so montiert sein, dass sie nicht verkotet werden können. 

Begrenzte Ausläufe müssen wasserundurchlässig befestigt werden. Für die mobile Entmistung mit dem Schlepper und zur Vermeidung des Austritts von Kot und Harn in die Umwelt muss der Boden als befahrbare Betonfläche gestaltet werden. Die Betonqualität sollte mindestens B 25 wu (wasserundurchlässig) sein. Zur Ableitung der anfallenden Jauche wird an geeigneter Stelle eine Schlitzrinne oder "Grüne Rinne" ohne Gefälle verlegt mit Verbindung zur Jauchegrube. 

Laut EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau kann der Auslauf teilüberdacht sein. Der Jaucheanfall durch zusätzliches Regenwasser wird so geringer gehalten, der Strohverbrauch begrenzt und den Tieren Schatten geboten. Die Sauen sollten sich im Auslauf auf jeden Fall der Witterung, Sonne bzw. Regen aussetzen können.

Wichtige Maße für tragende Sauen

Bereich

Maß

Grund

Fläche innen

2,5 qm

EU-Rechtsvorschriften

Fläche außen

1,9 qm

EU-Rechtsvorschriften

Liegefläche

1,3 qm

Anatomie

Tiefe der Liegefläche

~ 1,9 m

Länge der Sau

Breite Fressplatz ohne Eber

50 cm

Anatomie, Schulterblenden nicht vergessen

Breite Fressplatz mit Eber

55 cm

Anatomie

Montagehöhe Schwenktor Auslauf

13 cm 

Leichtes Schwenken über Einstreu

Maximale Stufenhöhe

35 cm

Anatomie (Kanten entgraten)

Literatur

  • Ganzenhuber, P.; R. Huber; 1995: Auslaufgestaltung in der Rinder- & Schweinehaltung; Ernte für das Leben, Landesverband Oberösterreich, Linz
  • Wiedmann, R.; 2009: Pig Port 1,2,3. Boooks on Demand, ISBN 98-3-83-913277-7

Letzte Aktualisierung: 11.01.2012

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