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MMA-Komplex bei Sauen

 
Ferkelführende Sau in eingestreuter Buchte, Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster
Die Möglichkeit des artgerechten Verhaltens senkt den Stresseinfluss auf die Sau und wirkt einer möglichen Unterdrückung des Immunssystems entgegen.
(c) SÖL

Vorbeugende Haltungsbedingungen

Vor und nach der Geburt muss der Trog immer mit frischem Trinkwasser gefüllt sein, da eine Sau nur soviel Milch geben kann, wie sie Wasser zu trinken bekommt. Nippeltränken sind dann nicht ausreichend. Viele Betriebe mit einer ausgeprägten MMA-Problematik (Mastitis - Gesäugeentzündung, Metritis - Gebärmutterentzündung, Agalaktie - Milchmangel, Milchlosigkeit) wurden mittels Wasserbereitstellung erfolgreich saniert. 

Um MMA vorzubeugen ist es außerdem wichtig, der Sau Bewegungsfreiheit zu ermöglichen. Bewegung fördert nicht nur die Darmmotorik und sorgt somit für eine leichtere Geburt, sie führt auch zu einer Stabilisierung des Kreislaufsystems während der Geburtsphase.

Therapie

Die konventionelle Therapie mit Antibiotika, Kortison, Hormonen (Oxytocin, Prostaglandin), Kreislauf- und Schmerzmitteln, kombiniert mit einer mehrwöchigen Gabe von Medizinalfutter, zeigt längst nicht immer den erwünschten Erfolg und bedeutet einen großen Verbrauch an Arzneimitteln. Das Ziel der homöopathischen Behandlung des MMA-Komplexes muss ganz klar in der Prophylaxe liegen. Im Falle einer Erkrankung ist oft schon alles zu spät. Häufig zeigt sich Milchmangel als erstes klinisches Symptom. Das führt in vielen Fällen zu Ferkeldurchfall und anderen Mangelerkrankungen, die bei den Ferkeln binnen weniger Stunden eine hohe Todesrate bewirken können.

Sehr häufig muss einer direkten MMA-Prophylaxe eine Ausleitung über einen längeren Zeitraum vorangestellt werden. Diese Entgiftung mit geeigneten homöopathischen Arzneimitteln wird durch nicht bedarfsgerechte Fütterung oder Toxinbelastungen des Futters (Mykotoxine) notwendig. Sulfur, Nux vomica oder Okoubaka sind homöopathische Präparate, die dafür in Frage kommen können. Erfahrungsgemäß reagieren viele Bestände danach viel zuverlässiger auf die MMA-Prophylaxe und weitere homöopathische Behandlungen. 

Wurde die Ausleitung sachgemäß ausgeführt und entsprechenden MMA-Prophylaxe-Maßnahmen vorangestellt, kann man in mehr als 90 Prozent der Fälle davon ausgehen, dass die Säue gar nicht oder nicht mehr so stark an MMA erkrankten. Da Milchmangel dann so gut wie gar nicht mehr auftritt, zeigen auch die Ferkel schon in den ersten Lebenstagen eine erstaunlich gute Konstitution und Kondition. 

Kurzbeschreibungen der hier genannten Homöopathika im Beitrag 
Homöopathie bei Schweinen

Prophylaxe mit Homöopathika

Hier hat sich ein starrer Behandlungsplan bewährt, der aus zwei Teilbehandlungen besteht.

Zwei Tage vor dem errechneten Geburtstermin erhält jede Sau ein Homöopathikum, das je nach Problemfall folgende Komponenten enthalten kann:

  •  Wirkstoffe für die Geburtsvorbereitung/Geburtswege: eine komplikationslos eintretende und verlaufende Geburt ist Prophylaxe und Voraussetzung für die Vermeidung von MMA 
  •  Wirkstoffe für die Milchdrüse: genügend Milch ist Voraussetzung für eine gute Gewichtszunahme der Ferkel und beugt Ferkeldurchfälle vor 
  •  Wirkstoffe gegen Infektionen: d.h. kein Fieber, keine Endometritis, keine Mastitis, keine Keimvermehrung und genügend Milch mit richtiger Zusammensetzung 

Hierfür eingesetzte Homöopathika in einem Komplexmittel sind Caulophyllum, Pulsatilla, Sabina, Secale cornutum, Sabal serulatum, Lachesis, Sepia. Sollte die Sau nach zwei Tagen nicht geferkelt haben, so ist eine zweite Behandlung vorzunehmen.

Sofort nach der Geburt erhält die Sau ein weiteres Komplexmittel, das sich aus folgenden Komponeneten zusammensetzen kann: 

  •  Wirkstoffe, die eine Sepsis verhindern können 
  •  Wirkstoffe, die eine rasche Ausheilung der Gebärmutter bewirken 
  •  Wirkstoffe, die die allgemeinen Abwehrkräfte stärken 

Dazu zählen die Homöopathika Lachesis, Pulsatilla, Pyrogenium, Echinacea, Sabina, Aconitum, Belladonna, Phytolacca.

Der behandelnde Tierarzt muss bei der Zusammenstellung der Kombinationen auf eventuelle gegenseitige Antidotierungen der Arzneimittel sowie auf die Auswahl der Potenz achten. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Probleme, die in dem Bestand vorherrschen, müssen die Präparate immer wieder neu zusammengestellt werden.

Letzte Aktualisierung: 11.01.2012

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