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Ökologische Mutterkuhhaltung

 

Die Mutterkuhhaltung ist eine arbeits- und flächenextensive Form der Rinderhaltung, deren Umstellung in der Praxis deutlich weniger Anpassungen erfordert als die Umstellung anderer Tierhaltungsformen. Erzeugte Kälber werden für die Weitermast genutzt oder als Zuchttiere oder Schlachtvieh in den konventionellen Markt verkauft. 

Außer für die Nutzung von Dauer- und Restgrünland gewinnt die Mutterkuhhaltung für die Offenhaltung und Pflege der Kulturlandschaft in extensivern Grünlandregionen verstärkt an Bedeutung. Dabei ist für Mutterkuhhalter auf Grund der üblicherweise geringen Besatzstärke je Hektar Futterfläche eine ökologische Betriebsführung besonders nahe liegend. 

Was ändert sich durch die Umstellung?

Die Vorgaben der EU-Rechtsvorschriften für den ökologische Landbau zu Tierbesatz, Haltungsanforderungen, Fütterung und Tierbehandlung sind entsprechend der ökologischen Milchviehhaltung sowie der Färsen- und Ochsenmast einzuhalten.

Ist ökologische Mutterkuhhaltung eine sinnvolle Alternative?

Die Wirtschaftlichkeit der ökologischen Mutterkuhhaltung wird neben der Produktionstechnik und der Vermarktungsform sowie den Festkosten im Wesentlichen von den Prämien bestimmt:

  • Voraussetzung für eine befriedigende Wirtschaftlichkeit ist intensives Herdenmanagement mit ständiger Kontrolle und laufender Betreuung der Tiere.
  • Eine Rentabilität der Mutterkuhhaltung ist nur bei geringer Festkostenbelastung (Gebäude- und Maschinenkosten) zu erzielen; eine kostengünstige Nutzung von Altgebäuden sollte möglich sein.
  • Die Mutterkuhhaltung ist mehr als andere Betriebszweige von staatlichen Transferzahlungen abhängig. Reine Mutterkuhbetriebe haben ab einer Größe von mehr als 100 Mutterkühen und mehr als 100 Hektar Grünland mit Zahlungsansprüchen eine Perspektive als Vollerwerbsbetrieb.
  • Kleinere Mutterkuhbetriebe führen diesen Betriebszweig zur Verwertung von Restgrünland oder zur Fleischerzeugung für die Direktvermarktung.

Weitere Vorzüge können sich durch höhere Schlachttierpreise (Biozuschläge) sowie Imagevorteile bei der Direktvermarktung ergeben. In vielen Grünlandregionen können Absetzer aus ökologischen Mutterkuhbetrieben nicht von Biomastbetrieben abgenommen werden, so dass diese konventionell vermarktet werden müssen.

Letzte Aktualisierung: 11.01.2012

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