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Warum sind Biolebensmittel teurer?

Kontrolle eines Feldes
Der ökologische Anbau trägt aufgrund der Richtlinien ein hohes Anbaurisiko
(c) BLE/Foto: D. Menzler

Das Preisgefälle zwischen konventionell und ökologisch erzeugten Lebensmitteln unterliegt nicht der Willkür der Bioproduzenten. Vielmehr liegen die Gründe in den unterschiedlichen Anbau- und Vertriebsbedingungen ökologisch wirtschaftender Erzeuger.

Ein wesentlicher Punkt sind die in der Regel niedrigeren Erträge bei ökologisch erzeugten Produkten. Abhängig von Standort und Pflanzenart liegen die Erträge bis zur Hälfte unter denen des konventionellen Landbaus. Ein Biolandwirt mit entsprechender Erfahrung kann diese Unterschiede zwar minimieren, ein völliges Angleichen an die konventionellen Produktionsmengen ist jedoch nicht möglich.

Durch die Richtlinien des ökologischen Landbaus trägt der Landwirt außerdem ein hohes Anbaurisiko. Mineralische Stickstoffdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel darf er auch bei ungünstiger Witterung oder hohem Schädlingsbefall nicht einsetzen. Das kann in schlechten Jahren zum Totalausfall der Ernte führen. Der Verzicht auf chemische Hilfsmittel erhöht auch den Arbeitsaufwand, denn Unkraut und Schädlinge müssen mit mechanischen Mitteln bekämpft werden. Dies ist nur mit mehr Arbeitskräften möglich. Mehr Personal bedeutet höhere Produktionskosten und damit höhere Preise für das Endprodukt.

Noch trägt der ökologische Landbau einen geringen Teil zur landwirtschaftlichen Gesamtproduktion bei. Lediglich 5,4 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland wurden im Jahre 2008 nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus bewirtschaftet.

Weitere Informationen im Erzeuger-Bereich: Ökolandbau in Zahlen - Deutschland.

Die Vermarktung und der Vertrieb kleiner Warenmengen erzeugt jedoch anteilig höhere Kosten als das bei großen Warenmengen der Fall ist. Auch im konventionellen Bereich ist es üblich, dass selten nachgefragte Produkte teurer sind.

Erschwert wird ein direkter Preisvergleich zwischen ökologischen und konventionellen Produkten auch durch die indirekten Kosten für konventionelle Produkte. Solche entstehen zum Beispiel durch die Vernichtung von Überproduktionen und durch die Beseitigung von Düngeschäden. Sie lassen sich schwer beziffern. Aber im Endeffekt tragen die Verbraucherinnen und Verbraucher diese Kosten durch ihre Steuern mit.

 

Weiter zum Beitrag: Mehrpreise für Produktgruppen

Letzte Aktualisierung: 31.08.2009

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