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Mehrpreise für Produktgruppen

Preisunterschiede zu konventioneller Ware

Koch in Kantine
Großküchen haben inzwischen Erfahrung beim Umgang mit den Mehrpreisen von Bioprodukten und beziehen diese in die Kalkulation hinein.
(c) ÖGS; Frankfurt am Main

Pauschale Mehrpreise für Waren aus ökologischer Erzeugung lassen sich nicht benennen. Wie auch bei konventionellen Produkten gibt es - abhängig von der Region, der Qualität, der Bezugsquelle und der Saison - starke Preisschwankungen innerhalb einer Produktgruppe.

Außerdem hat die Bestellmenge einen großen Einfluss auf den jeweiligen Preis. Der einmalige Einkauf von 100 Kilogramm Bio-Kartoffeln lässt sich nicht mit dem dauerhaften wöchentlichen Bezug von 500 Kilogramm konventioneller Kartoffeln vergleichen.

Viele Anbieter haben für unterschiedliche Nachfragemengen Preisstaffeln. Deshalb kann es sich lohnen, ein Produkt (zum Beispiel Kartoffeln) komplett auf ökologische Qualität umzustellen. Ergebnisse sind in der Regel höhere Einkaufsmengen pro Lieferung und damit geringere Preise pro Einheit. Ein wirklicher Preisvergleich ist in der Regel erst möglich, wenn eine längere Lieferbeziehung besteht, und der Ökolieferant aufgrund einer kontinuierlichen Lieferbeziehung Verhandlungsspielräume sieht.

Aus den bisherigen Erfahrungen von Großküchen lässt sich die ungefähre Preisdifferenz für verschiedene Produktgruppen angeben. Diese Zahlen ermöglichen der Küchenleitung eine erste Einschätzung der anfallenden Mehrkosten beim Einsatz ökologisch erzeugter Produkte.

Gemüse und Obst

Bei Gemüse und Obst ist mit einer durchschnittlichen Preisdifferenz von 30 bis 50 Prozent zu rechnen, die jedoch durch den Einkauf regionaler und saisonaler Ware minimiert werden kann. Insbesondere in der Haupterntezeit (Juli bis Oktober) bieten Bio-Landwirte Gemüse und Salate zum Teil günstiger an als ihre konventionell arbeitenden Kollegen.

Bei Tiefkühl-Gemüse liegt der Einkaufspreis etwa 50 Prozent über dem von konventioneller Ware.

Milch und Milchprodukte

Bei Milch und Molkereiprodukten gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Preis und Fettgehalt des Produkts. Je höher der Fettgehalt, desto höher ist erfahrungsgemäß auch der Preisunterschied. So kann es zu Preisdifferenzen zwischen 40 und 80 Prozent kommen.

Fleisch und Fleischerzeugnisse

Die größten Preisunterschiede gibt es bei Fleisch und Fleischerzeugnissen aus ökologischer Tierhaltung. In der Regel liegen die Preise für Bio-Fleisch zwischen 50 und 100 Prozent über den Preisen für vergleichbare konventionelle Produkte. Die obere Spanne wird beim Einkauf von Edelstücken erreicht. Einige Großküchen vermindern die Preisunterschiede, indem sie ganze Tiere einkaufen, diese von einem Vertragsmetzger in Großverbraucher-gerechte Teilstücke zerlegen lassen und alle Teilstücke in den Speisenplan integrieren.

Trockensortiment

Im Bereich des Trockensortimentes bestehen bei typischen Naturkostprodukten, wie Getreide, Nudeln und Ölsaaten, eher geringe bis keine Mehrkosten.

Andere Bio-Waren, Convenience-Produkte

Bei einigen Bio-Waren, die im konventionellen Bereich selten verwendet werden, z.B. Grünkern oder Kräutersalz, liegen die Preise nur unwesentlich über denen konventioneller Produkte.

Bio-Convenience-Produkte können das Doppelte im Vergleich zu konventionell hergestellten Produkten kosten.

weiter zum Beitrag: Auswirkungen des Mehrpreises

Letzte Aktualisierung: 19.12.2011

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