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Bio für Kids und Teens in Schulen

Bio muss nicht teuer sein. Wie können Bioprodukte nahezu kostenneutral in die Speisenplanung integriert werden? Das wird anhand eines Kalkulationsbeispiels demonstriert. Kostenlose Bestellung oder Download als PDF-Datei im Service-Bereich unter Punkt 5 "Großverbraucher".

Titelseite der Broschüre

Mehr Bio ist machbar

Zur Außer-Haus-Verpflegung an Schulen und Kindertagesstätten
Kostenlose Bestellung im Service-Bereich (Punkt 5: Großverbraucher)

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Die Kampagne

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"Bio kann jeder" ist Teil der Initiative IN FORM und seit 2008 offizielle Maßnahme des Nationalen Aktionsplans der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

 

Haus am Buchenhain - Evangelisches Altenheim

 

Steckbrief

  • Heim: Haus am Buchenhain - Evangelisches Altenheim, Mönchengladbach-Rheydt
  • Geschäftsführerin: Beate Wittland
  • Küchenleiterin: Gerti Cremer
  • Gästestruktur: 3 bis 103 Jahre
  • Mittagessen: 300 Mittagessen
  • Mitarbeiter: 13 Vollzeitkräfte
  • Bio-Status: 45 Prozent (Gemüse, Kartoffeln, Salat, Brot, Getreide, zum Teil Milchprodukte)
  • Biolieferanten: Fünf (zwei Biobauern, ein konventioneller Frischdienst, ein konventioneller Großhandel)

Die Einrichtung...

Küchenleiterin und Geschäftsführerin präsentieren Bioäpfel
Täglich gibt es Bioprodukte für die Heimbewohner
(c) BLE, Bonn

In direkter Nachbarschaft zum "Pongser Wäldchen", einem kleinen Park, liegt das evangelische Altenheim "Haus am Buchenhain", eingerahmt von einer großzügigen Parkanlage in Mönchengladbach-Rheydt. Gesellschafter ist der Verein für "Innere Mission Rheydt", entsprechend steht das Altenheim seit jeher in enger Verbindung zu der evangelischen Kirchengemeinde Rheydt. Küchenleiterin Gerti Cremer versorgt täglich zusammen mit ihrem 13-köpfigen Küchenteam die insgesamt 178 Bewohner des Altenheimes sowie einen Teil der Mitarbeiter und Gäste. Zusätzlich beliefern sie zwei Kindergärten mit insgesamt 60 Essen und die Aktion "Essen auf Rädern" mit 30 Essen.

Der Einstieg...

Im Jahr 2006 kamen Geschäftsführerin Beate Wittland und Küchenleiterin Gerti Cremer quasi zeitgleich auf ein und dieselbe Idee, nämlich Bioprodukte einzusetzen. Beate Wittland erinnert sich: "Damals sah ich einer pflegebedürftigen Frau mit Schluckbeschwerden beim Frühstück zu und fragte mich, was eigentlich in einem Weißbrot mit Marmelade an Substanz und Energie steckt, damit dieser Mensch wieder zu Kräften kommen kann. Ich stellte fest: im Prinzip nichts."

Privat hatte sich Frau Wittland bereits intensiv mit der Vollwertkost nach Dr. Bruker beschäftigt, die dem Grundprinzip folgt "Lasst unsere Nahrung so natürlich wie möglich." Was liegt da näher, als mit der Verwendung von Bioprodukten auch im Altenheim zu starten. Seit dem gibt es für die Bewohner täglich Frischkornbrei. Das Getreide stammt aus kontrolliert biologischem Anbau und wird hierfür am Abend mit der Getreidemühle gemahlen, eingeweicht und am nächsten morgen mit frischem Obst bereichert. Für die Bewohner mit Schluckbeschwerden püriert Gerti Cremer Brei und Früchte. Diese Änderung hat bewirkt, dass die Verdauungsprobleme bei den Bewohnern deutlich zurückgegangen sind und einige sogar auf verdauungsfördernde Medikamente verzichten konnten.

Die Erfolgsfaktoren

"Wir waren begeistert von den ersten Erfolgen und wollten nun auch unser Gemüse in Bioqualität einkaufen", sagt Beate Wittland. Doch die hohen Preise für Biogemüse vom spezialisierten Biogroßhandel stoppten den Enthusiasmus. Bei einem Verpflegungssatz von 4,60 Euro pro Tag muss auf einen kostengünstigen Einkauf geachtet werden.

Zu diesem Zeitpunkt schenkte ein Freund Beate Wittland das Buch "Akademie in aller Munde - Ein Blick in die Küche der evangelischen Akademie Bad Boll". Hier fand Beate Wittland die Lösung. Warum sollten nicht regionale Biobauern für eine Belieferung des Altenheimes gewonnen werden? Nach einer kurzen Recherche fand man in nächster Nähe den Biobetrieb Lenßenhof.

Schnell einigten sich Beate Wittland und Gerti Cremer mit dem Biobauern auf einen Preis, der für beide Seiten zufrieden stellend war. "Jeden Dienstag erhalten wir eine frische Lieferung Biogemüse vom Lenßenhof. Die Qualität ist topp, und wir sind sehr zufrieden mit dieser Lieferpartnerschaft", erklärt die Küchenleiterin. Seit dem steht jeden Mittwoch frischer Biogemüseeintopf auf der Speisekarte, ein traditionelles Gericht, das bei den älteren Menschen sehr gut ankommt.

Köchin präsentiert selbstgebackenen Kuchen
Nach anfänglicher Skepsis schmeckt der Biokuchen allen
(c) BLE, Bonn

Die Bewohner waren anfangs skeptisch über das neue Bioangebot und rührten die groß beworbene Biotorte nur zögerlich an. Daraufhin ließ Gerti Cremer bei den selbstgebackenen Kuchen das Wörtchen Bio einfach weg. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, plötzlich schmeckte allen der Kuchen hervorragend und die Platten waren wie leergefegt.

Um die offensichtlich schlechte Akzeptanz der Biolebensmittel zu steigern, informierte das Altenheim die Bewohner ausgiebig. In Vorträgen und Filmen konnte sich jeder, einschließlich der Mitarbeiter in der Küche, von den Vorteilen des ökologischen Landbaus und der Vollwerternährung überzeugen. Auch in der vierteljährlich erscheinenden Hauszeitung berichtet die Heimleitung regelmäßig über den Einsatz von Lebensmitteln aus ökologischem Anbau.

Der Gedanke dahinter...

Köchin mahlt Getreide in der Getreidemühle
Täglich gibt es Frischkornbrei
(c) BLE, Bonn

Beate Wittland wie auch Gerti Cremer sind überzeugt, zehn Prozent Bio, das kann jeder, aber man müsse dahinter stehen. "Wir sind ein christliches Haus und das soll auch tagtäglich gelebt werden" sagt Wittland. Aus dieser Sicht sei der Einsatz von Bioprodukten für sie ein wichtiger Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung und die konsequente Umsetzung christlich-ethischer Ansätze.

Mittlerweile kauft die Küche Eier ebenfalls in Bioqualität ein. Der durchschnittliche Wareneinsatz ist aber dennoch konstant geblieben. Während es zum Beispiel früher für die Bewohner generell jeden Tag ein gekochtes Ei gab, gibt es das jetzt nur noch sonntags sowie in der Woche auf Bestellung. Auch Brot werde insgesamt etwas weniger benötigt, da das Biovollkornbrot sättigender sei. "Kuchen und Gebäck kam früher ausschließlich vom Bäcker. Jetzt sind wir selbst die Bäcker und verwöhnen unsere Bewohner mit leckerem Kuchen, Schwarzbrot und Käsegebäck in Bioqualität", erklärt Gerti Cremer. Dies senke deutlich die Kosten.

Zertifizierung

Das Altenheim am Buchenhain kennzeichnet die Bioprodukte auf der Speisenkarte für Bewohner, Gäste und Mitarbeiter. Doch wer Bio auslobt und damit wirbt, muss sich von einer Ökokontrollstelle zertifizieren lassen. Als Beate Wittland und Gerti Cremer davon erfuhren, dachten sie, das wäre nichts für sie: zu aufwendig, kompliziert und teuer. Das änderte sich schlagartig, als sie in der Rheinischen Post lasen, dass die Jugendherberge in Mönchengladbach seit März 2005 das Biozertifikat habe. Kurz entschlossen riefen sie bei den Jugendherbergseltern an und vereinbarten einen Termin. "Für uns stand fest, dass was die Jugendherberge kann, können wir erst recht", erläutert Beate Wittland. Dann ging alles relativ schnell. Innerhalb eines Monats erhielt das Altenheim im Mai 2005 als erstes in Nordrhein-Westfahlen das Biozertifikat. Der Mehraufwand halte sich in Grenzen, so die Küchenleiterin.

In Zukunft möchten beide das Bioangebot weiter ausbauen und Kollegen für den Einsatz von Bioprodukten motivieren.

Letzte Aktualisierung: 23.11.2009

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