Freiherr-vom-Stein-Schule in Fulda (Mai 2010)
Steckbrief
- Ganztagesschule: Freiherr-vom-Stein-Schule (Gymnasium)
- Ort: Fulda
- Schulleiter: Helmut Sämann
- Leiterin der Verpflegung: Heike Harth (Antoniusheim)
- Gästestruktur: Schüler im Alter von elf bis 19 Jahren
- Mittagessen: ca. 400 Essen pro Tag
- Mitarbeiter: vier Teilzeitkräfte
- Biostatus: 70 Prozent
- Verkaufspreis: 3,00 bis 3,50 Euro inklusive einem Glas Wasser
- Verpflegungssystem: Cook & Serve
- Caterer: Antoniusheim (ein heilpädagogisches Zentrum in Fulda)
Die Schule
Die Freiherr-vom-Stein-Schule (FvS-Schule) ist ein Gymnasium, das neben dem regulären Unterricht besondere Angebote anbietet. Dazu gehören zweisprachiger und naturwissenschaftlich orientierter Unterricht. Nach Beendigung der 6. Klasse kann zwischen den beiden Bereichen gewählt werden. Den rund 1.600 Schülern stehen 100 Lehrkräfte gegenüber. Seit 2007 ist das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium eine G8-Schule und bietet insbesondere für die Schüler, die am Nachmittagsunterricht teilnehmen, eine Mittagsverpflegung an.
Der Beginn
Im Jahr 2007 startete die FvS-Schule als G8-Schule. Damit begann die Einführung des Nachmittagsunterrichts, der die Notwendigkeit einer Mittagsverpflegung nach sich zog. Diese Verantwortung sollte nicht auf der Schule lasten. Stattdessen musste ein geeigneter Caterer gefunden werden, der die Aufgabe einer optimalen Verpflegung übernehmen sollte. Mit dem in Fulda ansässigen Antoniusheim, das Menschen mit Behinderung beschäftigt und auch eine Schulverpflegung anbietet, wurde ein idealer Kooperationspartner gefunden.
Für die Umsetzung des Verpflegungsangebotes an der Schule konnten auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung geschaffen werden. Schnell wurde klar, dass die bisherige Mensa dem Ansturm der neuen G8-Schüler nicht standhalten konnte. Die erweiterte Mensa bietet nun Platz für 400 Personen und erhielt zudem eine weitere Essensausgabe, um den alltäglichen Ablauf noch schneller gestalten zu können.
Die Küche
Die Speisen werden im Antoniusheim frisch zubereitet und an die nahe gelegene Schule ausgeliefert. Die Speisen bestehen aus regionalen und ökologisch erzeugten Produkten. Vor Ort steht ein fachkompetentes Team bereit, das die Speisen an die Schüler- und Lehrerschaft ausgibt. Die Abrechnung erfolgt über ein Chipsystem. Am Ende eines Monats werden per Lastschriftverfahren die Kosten für das Mittagessen abgebucht. Dabei zahlen die Eltern keine Pauschale, sondern die tatsächlich verzehrten Speisen.
Das Konzept
Die anfänglichen Schätzungen von 50 Essen täglich wurden schnell übertroffen. Von den rund 1.600 Schülern kommen täglich 300 bis 330 Schüler zum Mittagessen. Damit gilt die Freiherr-vom-Stein-Schule in Sachen Akzeptanz als Spitzenreiter und Vorbild.
Die Gründe dafür liegen einerseits in der guten Verpflegung, die täglich vom Antoniusheim geliefert wird. Das Mittagsangebot, bestehend aus zwei Auswahlgerichten und zusätzlich einem Nudelgericht mit verschiedenen Soßen, trifft den Geschmack der Schüler. Dabei ist die Zusammenstellung der Speisen ganz auf Regionalität und Saisonalität ausgerichtet. Es werden zu 70 Prozent Produkte aus ökologischem Anbau verwendet, die im hofeigenen Betrieb, dem Antoniushof, erzeugt werden.
Ein weiterer entscheidender Erfolgsfaktor liegt in der exzellenten Führung der verantwortlichen Person vor Ort. Frau Harth findet durch ihre herzliche Art schnell guten Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern. Sie kennt alle Gäste beim Namen und hat stets ein aufmunterndes, tröstendes oder einfach ein nettes Wort auf den Lippen. Sie hat es geschafft, die Mensa als "Heimat" für die Schüler- und Lehrerschaft zu etablieren.
Die ansprechende Gestaltung der Mensa, in deren Konzept die Schüler eingebunden waren, trägt weiter zum Gelingen und zur Akzeptanz der Schulverpflegung bei. Die lichtdurchflutete Mensa ist fester Bestandteil der Schulkultur. Zum Erfolg beigetragen haben auch die Öffnungszeiten von 11.30 bis 14.00 Uhr. In diesem Zeitraum hat jeder Schüler die Möglichkeit, eine warme Mittagsmahlzeit einzunehmen.
Das Beispiel der Freiherr-vom-Stein-Schule macht eines sehr deutlich: Neben dem Standard, eine gute gesundheitsförderliche Schulverpflegung anzubieten, die möglichst regionale und ökologische Aspekte berücksichtigt, sind die Rahmenbedingungen als gleichrangig zu bewerten. Wenn das Ausgabepersonal an der Theke mit seiner Ansprache die Schüler positiv erreicht, kann so manche Unzufriedenheit am Speisenangebot wettgemacht werden. Eine Mensa als Ort der Begegnung sowie des gemeinsamen Essens zu verstehen und dies konzeptionell umzusetzen, unterstützt die tägliche Gratwanderung eines Caterers zwischen den Wünschen der Erwachsenen und den Bedürfnissen der Schüler.
Letzte Aktualisierung: 23.05.2011


