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Bio für Kids und Teens in Schulen

Bio muss nicht teuer sein. Wie können Bioprodukte nahezu kostenneutral in die Speisenplanung integriert werden? Das wird anhand eines Kalkulationsbeispiels demonstriert. Kostenlose Bestellung oder Download als PDF-Datei im Service-Bereich unter Punkt 5 "Großverbraucher".

Titelseite der Broschüre

Mehr Bio ist machbar

Zur Außer-Haus-Verpflegung an Schulen und Kindertagesstätten
Kostenlose Bestellung im Service-Bereich (Punkt 5: Großverbraucher)

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Die Kampagne

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"Bio kann jeder" ist Teil der Initiative IN FORM und seit 2008 offizielle Maßnahme des Nationalen Aktionsplans der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

 

Ganztagesschule: Montessorischule Gilching (Februar 2011)

Steckbrief

  • Schulleiter: Johannes Bauer
  • Köchinnen: Devrim Kachelmann und Christine Numberger
  • Gästestruktur: Kinder von sechs bis elf Jahren
  • Mittagessen: Etwa 60 Essen pro Tag
  • Mitarbeiter: Drei Teilzeitkräfte
  • Biostatus: 90 Prozent
  • Biolieferanten: Großhändler Ökoring, Naturkostfachgeschäft Keimling, Gilching, Pichler Biofleisch
  • Verkaufspreis: 1,80 Euro

Die Schule

Das Schulgebäude der Gilchinger Ganztagesschule wurde im Jahr 1905 erbaut. In zwei großen Klassenzimmern werden zwei jahrgangsgemischte Klassen mit je 26 Kindern unterrichtet. Um eine gesunde und nachhaltige Mittagsverpflegung für die insgesamt 52 Kinder und acht PädagogInnen zu gewährleisten, wird an vier Wochentagen in der eigenen Schulküche frisch gekocht.

Die Küche

Ein kleiner Raum wurde mit gebrauchten Profigeräten zu einer funktionellen Küche ausgestattet. Die Essensausgabe findet in zwei angrenzenden Räumen in zwei Schichten statt. Die erste Gruppe nimmt von 12:15 bis 12:45 Uhr ihr Mittagessen ein, während die zweite Gruppe von 13:00 bis 13:30 isst. Die Schüler können sich selbst aus Schüsseln auf den Tischen bedienen, nur bei einigen Gerichten wie Lasagne hilft eine Köchin beim Portionieren.

Die Köchinnen Devrim Kachelmann und Christine Numberger haben beide eine Ausbildung in Hauswirtschaft und Kinderpflege. Für sie steht im Vordergrund, den Kindern eine schmackhafte und attraktive Mittagsverpflegung zu bieten.

Der Beginn

Der Impuls für die Umstellung des Mittagessens auf eine ausgewogene und kindgerechte Ernährung mit Produkten aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft kam 2007 aus der Elternschaft. Seitdem arbeiten in der Bio-AG ca. sechs Eltern an der Umsetzung, der von der Schule beschlossenen Ziele. Ziele der Bio-AG sind neben der Umstellung auf biologische Produkte die Unterstützung der Köchinnen bei der Beschaffung der Lebensmittel, Begleitung im Küchenmanagement und die Themeneinbindung in das Schulleben. Seit Anfang an ist allen Beteiligten wichtig, die Kosten möglichst niedrig zu halten.

Das Konzept

An vier Schultagen pro Woche wird von den beiden Köchinnen frisch gekocht. Neben der Hauptspeise gibt es täglich entweder Salat, Rohkost oder Suppe oder eine Nachspeise. Auf Lebensmittelallergien und Kinder, die vegetarisch essen wollen, wird Rücksicht genommen. Inzwischen werden die Gerichte fast vollständig aus Biolebensmitteln zubereitet.

Der Bezug der Waren findet zum großen Teil über regionale Großhändler zu günstigen Konditionen statt. Zusätzlich benötigte Lebensmittel werden im örtlichen Naturkostfachhandel mit einem vereinbarten Rabatt eingekauft. Gemüse wird teils direkt beim Erzeuger bezogen. Ergänzt wird das Mittagessen durch gespendete Desserts einer regionalen Molkerei.

Seit der Umstellung auf Bio gibt es nur noch einmal pro Woche Fleischprodukte. Die Köchinnen nutzen Sonderangebote und passen die Speisepläne durch geschickte Produkt- und Mengensteuerung flexibel an. Die Lebensmittel werden meist nach regionaler und saisonaler Verfügbarkeit ausgewählt. Diese Maßnahmen erhöhen die Nachhaltigkeit der Mittagsverpflegung und halten gleichzeitig die Kosten im angemessenen Rahmen.

Köchin Christine Numberger ergänzt: "Kosten können wir gut über eine Vereinfachung des Speiseplans in den Griff bekommen. Das kommt den Kindern sogar oft entgegen." Wichtig ist den beiden Köchinnen, möglichst oft Convenience-Produkte durch frische Ware zu ersetzen und die Kinder in den Entstehungs- und Verarbeitungsprozess der Nahrung einzubinden. An der Montessorischule passiert dies regelmäßig an einem Kinderkochtag pro Woche, bei dem jeweils zwei Kinder das Küchenteam verstärken und so Küchenarbeit und Verantwortung für die Zubereitung des Essens kennen lernen können.

Die Schulkinder erfahren so unmittelbar, dass Biolebensmittel nicht nur gesünder sind, sondern meist auch sehr lecker schmecken. Einzelne Themenbereiche rund um Bio werden mit den Schulkindern in separaten Projekten vertieft, zum Beispiel beim Besuch eines Biobauernhofes oder durch die Einladung eines Biokochs an die Schule. Die Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb "Bio-find-ich-Kuh´l" brachte im Jahr 2009 mit einer Hörfunkreportage über Biolandwirtschaft den ersten Platz bei den 3./4. Klassen.

Um die Attraktivität des Mittagessens für die Schüler weiter zu erhöhen, gibt es seit Kurzem einmal monatlich von den Klassen ausgewählte Wunschgerichte sowie Aktionstage, bei denen schulische Themen durch die Mittagsverpflegung aufgegriffen werden.

Zu Beginn der Umstellung gab es sowohl Fortbildungsanbote für die Köchinnen zum Thema Bioverpflegung wie auch größere Veranstaltungen an der Schule für Eltern und Fachleute, um das Thema Bioernährung an der Schule zu verankern.

Die Basis für die erfolgreiche Umstellung auf eine ausgewogene Biokost war ein schlüssiges Konzept sowie die Klarheit, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen.

Letzte Aktualisierung: 16.02.2011

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