Nachhaltig genießen mit fairen Produkten
Wer heutzutage einkaufen geht, kommt kaum an Produkten aus fairem Handel vorbei. Neben Kaffee und Bananen werden zum Beispiel Tee, Fruchtsaft, Kakao und sogar Textilien sowie Blumen aus fairer Erzeugung angeboten.
"Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte ProduzentInnen und ArbeiterInnen - insbesondere in den Ländern des Südens - leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung."
So lautet die Definition der vier Dachorganisationen des Fairen Handels. Hierzu gehören FairTrade Labelling Organizations lnternational (FLO), World Fair Trade Organization (WFTO), Network of European Worldshops (NEWS!) und European Fair Trade Association (EFTA). In der Praxis bedeutet dies eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzentenfamilien aufgrund von fairen Preisen und verlässlichen Handelsbeziehungen, Natur- und Klimaschutz sowie das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit.
Der faire Handel boomt
Nach Angaben des deutschen Netzwerks "Forum Fairer Handel" hat sich der Konsum von fair gehandelten Produkten in Deutschland in den letzten fünf Jahren verdreifacht. Insgesamt 322 Millionen Euro gaben Verbraucher 2009 in der Bundesrepublik für faire Produkte aus. Das entspricht einem Anstieg von 21 Prozent im Vergleich zu 2008. Neben Preis, Qualität, gesundheitlichen und ökologischen Aspekten gewinnt der faire Handel bei der Produktauswahl somit an Bedeutung.
Dieser Trend lässt sich auch im Außer-Haus-Bereich beobachten. Inzwischen bieten rund 15.000 Betriebsrestaurants, Gaststätten und Bäckereien fair gehandelte Produkte an. Dazu zählen unter anderem Kaffee, Gewürze, Wein, Reis, Eiscreme, Gebäck und Süßwaren, Nüsse und Schokoriegel. Darüber hinaus gibt es für den Gastrobereich Tischtextilien, Gläser, Geschirr und Dekoartikel aus fairer Erzeugung.
FairTrade-Siegel und mehr
Woran erkennen Verbraucher und Großverbraucher fair erzeugte Produkte? Das bekannteste Gütezeichen für Fairen Handel ist das internationale FairTrade-Siegel der FLO. Es gewährleistet das Erfüllen höchster sozialer, ökonomischer und ökologischer Standards. Die Einhaltung der Kriterien wird durch ein unabhängiges Kontrollsystem überprüft.
Die FLO besteht aus 24 internationalen Organisationen, die sich 1997 zusammengeschlossen haben, um weltweit die Standards und die Zertifizierung des fairen Handels zu vereinheitlichen. Darunter ist auch Transfair - Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt e.V. in Köln. Etwa 15 Prozent der FairTrade-Produkte werden in Deutschland im Großverbraucherbereich vertrieben.
Das Naturland Fair Zeichen
Darüber hinaus bieten deutsche Bioanbauverbände die Zertifizierung nach fairen Kriterien an. Als erster deutscher Ökoverband hat Naturland Fair Richtlinien für die Unternehmens- und Produktzertifizierung verabschiedet. Sie umfassen sieben Anforderungen, wie etwa faire Erzeugerpreise, regionaler Rohstoffbezug und soziale Verantwortung. Einzelerzeuger, Erzeugergemeinschaften und Verarbeiter können Naturland Fair Partner werden, wenn mindestens 70 Prozent der Produkte fair erzeugt, verarbeitet oder gehandelt werden. Die Zertifizierung einzelner Produkte ist möglich, wenn mindestens 50 Prozent der Rohstoffe aus fairen Handelspartnerschaften stammen. Fair zertifizierte Unternehmen und Produkte sind am
Naturland Fair Zeichen erkennbar.
Biokreis: 'regional & fair'-Logo
Des Weiteren hat Biokreis e.V. Verband für Ökologischen Landbau und Ernährung die "Richtlinien Regional & Fair für Verarbeiter - Handel - Gastronomie" herausgegeben. Zu den Kriterien zählen unter anderem langfristige, verbindliche Liefervereinbarungen, Beschäftigung von Arbeitnehmern aus dem Umland, der Bezug von regionalen Ökoprodukten und die Förderung einer regionaltypischen Kulturlandschaft und Artenvielfalt.
Grundsätzlich sind in der Gastronomie mindesten 80 Prozent der Biorohstoffe im Umkreis von 200 Kilometern um die Produktionsstätte zu beziehen. Die Zertifizierung erfolgt durch eine Öko-Kontrollstelle und das
Logo "regional & fair" kann nach Bescheid durch die Anerkennungskommission jeweils für ein Jahr verwendet werden.
'Bestes Bio - Fair für alle'
Der
Verein "Bestes Bio - Fair für alle", eine Initiative von Unternehmen aus der Biolebensmittelbranche, beschäftigt sich ebenfalls mit der Zertifizierung von ökologischen Lebensmitteln aus heimischen Rohstoffen nach fairen Standards. Neben der Zertifizierung nach den EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau und den Richtlinien der Ökoanbauverbände werden die Mitgliedsunternehmen, die mit dem Bio&Fair-Siegel werben möchten, jährlich von einer unabhängigen Kontrollstelle auf die Einhaltung der Richtlinien des BioFairVereins überprüft. Zu den Prüfkriterien zählen nachhaltige Erzeugung und Verarbeitung, soziales Engagement und qualitätsorientiertes Handeln.
Angebote für Küchenleiter & Co.
Das Forum Fairer Handel veranstaltet alljährlich eine Faire Woche, um mit zahlreichen Veranstaltungen auf den fairen Handel aufmerksam zu machen. Unter dem Motto "Fair schmeckt mir" lädt das Netzwerk insbesondere gastronomische Betriebe ein, Aktionspartner für die Faire Woche 2010 zu werden, die vom 13. bis 26. September stattfindet.
Auf der Internetseite
www.faire-woche.de sind zahlreiche Praxisbeispiele, Rezepte und Informationen zur Beschaffung der fair gehandelten Waren eingestellt. Außerdem gibt es dort einen Leitfaden mit vielen Anregungen und Tipps für die Durchführung einer Fairen Woche im Außer-Haus-Bereich. Darüber hinaus liefert die
Produktdatenbank einen Überblick mit Bezugsinformationen über das vielfältige Angebot an Transfair-gesiegelten Produkten für Großverbraucher.
Wenn Sie faire Erzeugnisse verwenden, können Ihre Gäste auch beim Essen außer Haus Produkte aus fairem Handel genießen.
Letzte Aktualisierung: 15.09.2010



