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März 2010: Artenvielfalt - gefährdete Nutztierrassen

 

Das "Übereinkommen über die biologische Vielfalt" wird volljährig. Vor 18 Jahren beschlossen die Vereinten Nationen in Rio de Janeiro, dem weltweiten Artenschwund entgegenzuwirken. Seitdem haben sich rund 200 Staaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, zum Schutz der Artenvielfalt verpflichtet. Um der Bedeutung der biologischen Artenvielfalt (Biodiversität) besonderen Ausdruck zu verleihen, haben die Vereinten Nationen das Jahr 2010 zum "Internationalen Jahr der Artenvielfalt" erklärt.

Biodiversität - Motor des Lebens

Zwei Sattelschweine. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Sattelschweine gehören zu den extrem gefährdeten Nutztierrassen.
Foto: T. Stephan

Artenvielfalt ist wichtig - und das nicht nur, um den Gästen eine Bandbreite an kulinarischen Genüssen zu bieten.

Der World Wide Fund for Nature (WWF) fasst die Bedeutung der biologischen Vielfalt wie folgt zusammen: "Sie ist der Antriebsmotor, der alle wesentlichen Lebensvorgänge am Laufen hält. Und damit unsere eigenen Lebensgrundlagen sichert: Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen reinigen Wasser und Luft, dienen als Nahrung und Arzneimittel und sorgen für fruchtbare Böden sowie angenehmes Klima." externer Link folgtHier gibt es weitere Informationen des WWF zum Wert der biologischen Vielfalt.
 
Doch nicht nur in der Wildnis sind Lebewesen vom Aussterben bedroht. Durch die steigende Spezialisierung in der Landwirtschaft macht der Artenschwund selbst vor Nutztierrassen nicht halt. Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung werden bei Pferd, Rind, Schaf, Schwein und Ziege insgesamt 52 der 63 heimischen Rassen in Deutschland als gefährdet eingeordnet. externer Link folgtEinen Überblick gibt dieses Poster (PDF-Datei).

Vielfalt auf dem Teller

Küchenleiter & Co. können zum Erhalt der Biodiversität in Deutschland beitragen, indem sie neben saisonalen und regionalen Lebensmitteln auch Produkte von seltenen Kulturpflanzen und Tierrassen verwenden. Wie wäre es zur Abwechslung mit einem Braten vom Deutschen Sattelschwein?

In Deutschland gibt es zunehmend landwirtschaftliche Betriebe, die bedrohte Nutztierrassen halten und deren Produkte vermarkten. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) hat 1995 das Arche-Projekt ins Leben gerufen. Mittlerweile zählt das Projekt mehr als 80 Höfe, die teilweise nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus arbeiten.externer Link folgt Hier kommen Sie zu der Liste mit den Arche-Höfen.

Vielfalt auf dem Teller sorgt somit für ein abwechslungsreiches Geschmackserlebnis bei den Gästen und kann gleichzeitig die heimische Artenwelt unterstützen.

Weitere Informationen zur Artenvielfalt

Gefährdete Nutztierrassen

In Deutschland stehen zurzeit über 90 Nutztierrassen auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Nutztierrassen e.V. (GEH) hat das Arche-Hof Projekt gegründet, dem mittlerweile über 80 Höfe angehören.

Gefährdete Nutztierrassen

Alte Tierrassen

Sattelschweine, Rotes Höhenvieh, Fuchsschafe - für viele alte Nutztierrassen gibt es in der Landwirtschaft oft keinen Platz mehr. Doch auf Bio- oder Arche-Höfen sind alte Tierrassen, wie etwa das Wollschwein, noch zu finden.

Alte Nutztierrassen

Ökobauern lassen alte Kulturpflanzen aufblühen

Ständig kommen neue Produkte in den Lebensmittelhandel, während gleichzeitig die Vielfalt in der Landwirtschaft schwindet. Einige Ökobauern wirken dieser Entwicklung entgegen, indem sie alte Pflanzensorten anbauen oder seltene Nutztierrassen halten.

Alte Kulturpflanzen 

Schulklasse legt Streuobstwiese an

Die Klasse 3b der Grundschule in Ankum (Niedersachsen) erlebte einen ganz besonderen Schultag: Auf einem Demonstrationsbetrieb sollte sie dabei helfen, eine Streuobstwiese anzulegen. Die 18 Apfel- und Birnenbäume sind allesamt alte Sorten wie der "Finkenwerder Herbstprinz" oder die Birne "Gute Luise von Avranches".

Streuobstwiese anlegen 

Umweltschutz durch Ökolandbau

Eines der stärksten Argumente für den ökologischen Landbau ist sein positiver Einfluss auf Umwelt und Natur. Ökolandbau nutzt die natürlichen Lebensgrundlagen nicht nur verantwortungsbewusst, sondern fördert sie gezielt und vermeidet Umweltbelastungen.

Umweltschutz durch Ökolandbau

Letzte Aktualisierung: 26.02.2010

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