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Mai 2010: Klimazertifizierung in der Praxis

 

Klimaneutral speisen ist seit Anfang 2010 im Aramark-Betriebsrestaurant der Bauerfeind AG in Zeulenroda angesagt. Im Januar dieses Jahres wurde es als erstes Betriebsrestaurant in Deutschland nach dem anerkannten Zertifizierungssystem "Stop Climate Change" (SCC) der Agra-Tec Agrar- und Umwelttechnik GmbH zertifiziert. Oekolandbau.de befragte hierzu Michael Krug vom Zentraleinkauf Food der Aramark Holdings GmbH & Co.KG, der maßgeblich am Zertifizierungsprozess beteiligt war.

Oekolandbau.de: Am Anfang des Zertifizierunssystems Stop Climate Change steht das Erfassen und Bilanzieren der Treibhausgasemissionen eines Unternehmens. Wie sieht das in der Praxis aus?

Zertifikatsübergabe. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Zertifikatsübergabe: v.l. Peter Amon (Vorsitzender der Geschäftsführung bei Aramark), Beatrix Bauerfeind-Johnson (Vorstandsmitglied Bauerfeind), Marco Lange (Projektleiter von Stop Climate Change).
Foto: Aramark Holdings GmbH & Co.KG

Krug: Die Maßnahmen sind sehr vielfältig. Es werden regelmäßig Mitarbeiterschulungen zum Thema Energieeinsparungen in Küche und Betriebsrestaurant durchgeführt. Darüber hinaus setzen wir ökologische Produkte in der Speisenplanung ein. Der Bioanteil liegt derzeit schätzungsweise bei 20 Prozent. Bei den Reinigungsmitteln achten wir auf klimafreundliche Herstellung und Verpackung.

Des Weiteren ist der Austausch von veralteten Küchengeräten vorgesehen. Außerdem werden im Sommer Mitarbeiter den Weg zur Arbeit per Fahrrad zurücklegen und somit die CO2-Bilanz beeinflussen. Und zu guter Letzt ist die Abfallreduzierung ebenfalls Teil des Minderungskonzepts, mit dem wir die CO2-Emissionen des Betriebsrestaurants im ersten Jahr um zirka 12,5 Prozent senken möchten. 

Allerdings lassen sich nicht alle CO2-Emissionen vermeiden. Was unternimmt Aramark, um das emittierte Kohlendioxid auszugleichen?

Unvermeidbare Emissionen werden durch den Kauf von CO2-Zertifikaten aus Klimaschutzprojekten, sogenannten Carbon Credits, ausgeglichen. Ein Carbon Credit entspricht einer Tonne Kohlendioxid beziehungsweise Kohlendioxid-Äquivalent. Die GLS Bank bietet neben anderen hierfür eine Reihe von Projekten an und verwaltet treuhänderisch die Carbon Credits. Unser Unternehmen unterstützt beispielsweise ein Biomassekraftwerk in Indien. 

Der letzte Schritt hin zu einem klimafreundlichen Unternehmen ist die Zertifizierung. Wie verläuft die Klimazertifizierung?

Die Gesellschaft für Ressourcenschutz (GfRS) mbH, eine anerkannte Zertifizierungsstelle, prüft im Rahmen eines Vor-Ort-Audits die Basisstudie und das Minderungskonzept, insbesondere ob die erfassten Daten der Realität und das Minderungskonzept den SCC-Anforderungen entsprechen.

Nach der erfolgreichen Zertifizierung und nach Abschluss eines Lizenzvertrags ist unser Betriebsrestaurant in Zeulenroda nun berechtigt, den Hinweis "Klimafreundliches Unternehmen nach Stop Climate Change Standard" zu verwenden. Die Umsetzung des Minderungskonzeptes wird zukünftig einmal jährlich von einer Zertifizierungsstelle überprüft. 

Was raten Sie Betriebsgastronomen, die ihr Unternehmen klimazertifizieren lassen möchten?

Die Zertifizierung hat gezeigt, dass Lebensmittel über 70 Prozent der Emissionen in unserem Betriebsrestaurant verursachen. Um also einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, empfehle ich den Betriebsleitern, auch die Emissionen aus der Lebensmittelerzeugung zu kompensieren. 

Vielen Dank für das Interview.

Weitere Informationen zum Klimaschutz

Klimaschutz auf dem Teller

Auf der Tagung des Verbandes für unabhängige Gesundheitsberatung (UGB) im Mai 2007 wurden Strategien vorgestellt, wie jeder Einzelne über sein Essverhalten die Klimaänderung effektiv und leicht beeinflussen kann.

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Eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen durch die Landwirtschaft wirkt sich auch positiv auf den Verlauf des Klimawandels aus. Eine Vorreiterrolle spielt dabei die ökologische Landwirtschaft.

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Lesetipp

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Kulinarischen Genuss unter einem ungewohnten Aspekt - das verspricht das Kochbuch mit klimaschonenden Rezepten. Galt bisher vor allem die Verwendung saisonaler Produkte aus der Region - möglichst aus ökologischem Anbau - als klimafreundlich, so geht dieses Buch noch einen Schritt weiter.

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Letzte Aktualisierung: 07.05.2010

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