November 2011: Standards für eine vollwertige Verpflegung in Kliniken

- Nicht nur gute Pflege, sondern auch eine bedarfsgerechte Verpflegung kann den Genesungsprozess von Patienten fördern.
Foto: Station Ernährung
Abwechslung im Klinikalltag bringen nicht nur Besucher, sondern auch die Mahlzeiten. Letztere strukturieren den Tag und tragen wesentlich zum Wohlbefinden und zur Genesung der Patienten bei. Allerdings ist laut einer Studie von Matthias Pirlich und anderen (2006) jeder vierte Krankenhauspatient in Deutschland mangelernährt. Dies kann zu einer Verlängerung des Klinikaufenthaltes führen.
Bei der Umsetzung eines bedarfsgerechten und ausgewogenen Verpflegungsangebotes, welches einer Mangelernährung entgegenwirkt, sind die Verantwortlichen und Fachkräfte in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken gefordert. Für diese Zielgruppe hat das Projekt "Station Ernährung - Vollwertige Verpflegung in Krankenhäusern und Rehakliniken" der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft, Praxis und Politik zwei neue Qualitätsstandards im Rahmen des Nationalen Aktionsplans "IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung" erstellt.
Die neuen Qualitätsstandards im Detail
Im "DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Krankenhäusern" bzw. "DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Rehabilitationskliniken" werden die Kriterien für eine vollwertige und gesundheitsfördernde Ernährung von stationären Patienten beschrieben. Insbesondere wird auf die Anforderungen an die Lebensmittelauswahl inklusive Convenience-Produkte, die Speisenplanung und -herstellung sowie die Energie- und Nährstoffzufuhr für sieben Tage eingegangen. Grundlagen für die Lebensmittelauswahl sind die dreidimensionale Lebensmittelpyramide und der Ernährungskreis der DGE. Zur optimalen Lebensmittelauswahl gehören u.a. täglich das Angebot eines ovo-lacto-vegetabilen Gerichts und mindestens zweimal wöchentlich Fisch.
Ferner werden Anforderungen bei speziellen Kostformen dargestellt, wie etwa der leichten Vollkost und der Verpflegung bei Mangelernährung. Weitere Bestandteile der Leitfäden sind die Rahmenbedingungen in den Kliniken und für die Verpflegung. Diese umfassen die Essatmosphäre, die Erfassung des Ernährungszustands, die Diättherapie und Ernährungsberatung als auch die rechtlichen Bestimmungen, Personalqualifikation und Schnittstellenmanagement für Küche, Pflege und Hauswirtschaft. Abschließend werden Kriterien und Ablauf einer Zertifizierung nach den Qualitätsstandards aufgezeigt. Kliniken und Speisenanbieter können ihr vollwertiges Speisenangebot von der DGE auszeichnen lassen. Die Klinik Löwenstein im Landkreis Heilbronn hat es bereits vorgemacht: Als erste Einrichtung in Deutschland erhielt sie das Zertifikat "Station Ernährung".
Im Anhang befinden sich nützliche Informationen für die Umsetzung des jeweiligen Qualitätsstandards, zum Beispiel Orientierungshilfen für Lebensmittelmengen. Hinsichtlich der Herkunft der Lebensmittel wird auf die Verwendung von Fleisch aus artgerechter Tierhaltung, fair gehandelten Produkten und Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung hingewiesen.
Umfassende Informationen zum Thema Verpflegung in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken bietet die Internetseite
www.station-ernaehrung.de.
Weitere Informationen
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Praxisbeispiel: LWL-Kliniken Lengerich und Münster
Betriebsreportage: St. Joseph Krankenhaus Berlin
Das St. Joseph-Krankenhaus in Tempelhof ist mit seinen 500 Betten das größte katholische Krankenhaus Berlins. Seit März 2009 setzt die Küche auf den Einsatz von Biolebensmittel.
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Letzte Aktualisierung: 01.11.2011


