Topinambur - exotisches Herbstgemüse aus heimischen Regionen
Als Erdartischocke, Indianerknolle, Rosskartoffel, Ewigkeits-oder Diabetikerkartoffel ist die Topinambur in deutschen Gefilden bekannt. Helianthus tuberosus L. - so lautet ihre wissenschaftliche Bezeichnung - gehört wie die Sonnenblume zur Familie der Korbblütler. Die Topinamburpflanze ist eine bis zu drei Meter hohe Pflanze mit gelben Blüten, die ähnlich wie die Kartoffel essbare Sprossknollen bildet. Anfang des 17. Jahrhunderts brachten Seefahrer die robuste Pflanze aus Amerika mit nach Europa, jedoch konnte sie sich neben der ertragreicheren Kartoffel nicht durchsetzen. Vergessen ist sie trotzdem nicht. Von Oktober bis März hat die winterharte Topinambur Hochsaison und bringt wahre Gaumenfreuden auf den Teller. In der badischen Region geht Topinambur als hochprozentige Spirituose die Kehle hinunter.
Fast so vielfältig wie die Bezeichnungen sind die Zubereitungsmöglichkeiten. Die artischockenartig schmeckende Topinambur kann mit oder ohne ihre gelbe, braune oder rotviolette Schale verarbeitet werden. Gut waschen und bürsten, schon ist sie einsatzbereit. Sie kann ungekocht, gedünstet, gebraten oder frittiert serviert werden. Roh gehobelt oder geraspelt peppt sie frische Salate auf. In diesem Fall empfiehlt es sich, das Gemüse mit Zitronensaft zu beträufeln, da sich sonst das weiße Fleisch wie bei geschälten Äpfeln oder Bananen braun verfärbt. Auch in Suppen, Saucen, Aufläufen und als Püree kommt die Topinambur sehr gut an. Wichtig ist jedoch, die geringe Haltbarkeit dieses exotischen Gemüses nach der Ernte zu beachten. Aufgrund der dünnen Schale verliert die Topinambur schnell an Feuchtigkeit und wird runzelig. Im Kühlschrank in Folie eingewickelt ist sie allerdings zwei bis drei Tage haltbar.
Die unregelmäßig geformte Knolle hat es außerdem in sich. Mit nur 30 Kilokalorien pro 100 Gramm ist sie zwar energiearm, aufgrund ihres hohen Inulingehaltes, das im menschlichen Körper als Ballaststoff wirkt, aber sehr sättigend. Inulin ist ein Mehrfachzucker, der nicht verdaut und im Dickdarm von Bakterien fermentiert wird. Die Topinambur eignet sich daher gut für Diabetiker und kann die Darmflora positiv beeinflussen. Darüber hinaus kann die Knolle mit ihrem hohen Kalium- und Eisengehalt punkten. Kalium ist u. a. für die Übertragung von elektrischen Impulsen an Nerven und Muskelzellen im menschlichen Körper notwendig und Eisen für den Transport und die Speicherung von Sauerstoff.
Wer nun neugierig auf die schmackhafte Knolle geworden ist, findet in der Rezept-Datenbank leckere Biogerichte mit Topinambur.
Guten Appetit!
Weitere Informationen zu Topinambur
Topinambur – Bizarr geformte Knollen
Topinambur stammt aus Süd- und Nordamerika und wurde im 17. Jahrhundert von Seefahrern in Europa eingeführt. Später wurde sie jedoch von der besser lagerfähigen Kartoffel fast vollständig verdrängt.
Kraftpaket Topinambur
Topinambur ist eine ausdauernde und buschige Pflanze, die ihren Namen dem Indianerstamm Tobinambas verdankt. Sie ist mit der Sonnenblume verwandt und ihre gelben Blüten verströmen einen süßlichen Duft.
Kraftpaket Topinambur (Kinder-Bereich)
Aus Großmutters Küche: Vergessene Lebensmittel wiederentdeckt
Interview mit BIOSpitzenkoch Jürgen Piquardt über Topinambur und andere Gemüsearten.
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Die Lebensmittelindustrie hat die Kulturpflanze Topinambur (Helianthus tuberosus) mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen nicht nur für den Diabetiker, sondern auch für den ernährungsbewussten Menschen wiederentdeckt.
Rezept-Datenbank
Die Rezept-Datenbank bietet Ihnen aus einer Fülle von Rezeptvorschlägen die Möglichkeit, aus den Kategorien "Jahreszeit" beziehungsweise "Rezeptart" einzelne Komponenten auszuwählen und daraus eigene Menüs zusammenzustellen. Unser Tipp: Topinambur-Borretsch-Suppe und Topinambur gratiniert.
Letzte Aktualisierung: 31.08.2010

