Aktuelle Daten zur Schulverpflegung

- (c) Agentur für Ernährungsfragen, Frankfurt am Main
Seit verstärkter Gründung von Ganztagsschulen ist das Thema Schulverpflegung so populär wie nie. Der Markt wächst, ist aber sehr heterogen. Es gibt nicht die Verpflegungsform, sondern unterschiedliche Systeme, die individuell auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst sind.
Heterogene Verpflegungssysteme
Mittlerweile existieren auf regionaler Ebene einige Erhebungen, die den Status der Schulverpflegung in einer Stadt oder Kommune aufzeigen sollen. Allgemein ist die Datenlage aber noch sehr dürftig. So fehlt es beispielsweise an Zahlen, die widerspiegeln, wie viele Schulen eigenbewirtschaftet sind und wie viele das Verpflegungsangebot in die Hände eines Catering-Unternehmens geben. Auch über das Kioskangebot gibt es verlässliche Daten. Sie sind teilweise Ersatz für eine fehlende Mensa und deshalb ebenso bedeutsam.
Studie der CMA
Erstmals hat die Centrale Marketing Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) im Jahr 2008 in Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg eine Erhebung durchgeführt, die einen guten Überblick über den Schulmarkt bietet.
Grundlage der schriftlichen Befragungen war eine aktuelle Datenbank, die eine Anzahl von 8.733 Ganztagsschulen umfasst. Von diesen Schulen, die jeweils einen Fragebogen erhielten, haben 2.940 Schulen geantwortet. Dies entspricht 33 Prozent der Grundgesamtheit und ist damit repräsentativ. Die Befragung wurde in allen Bundesländern und in allen Formen der Ganztagsschulen durchgeführt. Mit 61,4 Prozent stellen die offenen Ganztagsschulen die größte Anzahl dar. Der Rest entfiel auf die ganz gebundenen oder teilweise gebundenen Ganztagsschulen.
Warmverpflegung an erster Stelle
Die Anlieferung einer Warmverpflegung ist für viele Schulen die Methode der Wahl. Von den Befragten gaben 51,8 Prozent an, dieses Verpflegungssystem implementiert zu haben. An zweiter Stelle kommt die Frisch- und Mischküche, gefolgt von Tiefkühllieferanten (6,6 Prozent) und Cook-and-Chill-Anbietern (5,9 Prozent). Allerdings machten hier 17,1 Prozent der Befragten keine Angaben.
Hoher Anteil an Bioprodukten
Mit 46,5 Prozent ist der Anteil der Einrichtungen, die Bioprodukte einsetzen sehr hoch. Zwar machten auch hier eine hohe Anzahl keine Angaben (25,5 Prozent) und 28 Prozent sind keine Bioverwender, doch ist der Anteil derer, die bis zu zehn Prozent des Warenwertes in Form von Bioprodukten einsetzen, mit 24,4 Prozent recht hoch. Zwischen 10 und 20 Prozent Bioprodukte, gemessen am Geldwert, setzen noch 13,2 Prozent der Schulen ein und 8,9 Prozent verwenden einen Anteil von mehr als 20 Prozent für ein Mittagessen, der nach den Ergebnissen der Studie bei 2,50 Euro bis 2,80 Euro liegt, ist dies ein erfreuliches Ergebnis. Mehr als ein Drittel der befragten Schulen gaben diese Preisspanne an.
Unterstützende Informationsangebote für Verpflegungsverantwortliche
Ein Erfolg des hohen Einsatzes von Bioprodukten ist sicher auch darin zu sehen, dass die Qualitätsstandards für die Schulverpflegung, die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) im September 2007 veröffentlicht wurden, eine Empfehlung zum Einsatz von 10 Prozent Bio in der Mittagsverpflegung enthalten.
Publikationen zum Thema Bio in der Schulverpflegung, wie etwa "Mehr Bio ist machbar - Zur Außer-Haus-Verpflegung an Schulen und Kindertagesstätten" oder "Bio für Kids und Teens in Schulen Rechenbeispiele" können Sie im Service-Bereich herunterladen oder als Printversion bestellen. Ferner steht im Archiv die Broschüre "Rahmenkriterien für das Verpflegungsangebot in Schulen" zum Herunterladen zur Verfügung. Seit 2003 werden im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau unter dem Motto "Bio kann jeder" Workshops für Verpflegungsverantwortliche in Kitas und Schulen durchgeführt, die über die Möglichkeiten des erfolgreichen Einsatzes von Bioprodukten informieren. Auch hier ist sicher ein Teil des Erfolges zu sehen. Bundesweite Termine für diese Workshops können Sie hier im Portal unter www.biokannjeder.de einsehen.
Dort finden Sie auch verschiedene Praxisbeispiele unterschiedlicher Einrichtungen.Praxisbeispiele Schulen und Ganztagsschulen
Weitere Anregungen können Sie auch in den Broschüren "Mehr Bio in ...." nachlesen. Details und Bestellmöglichkeiten zu diesen und weiteren Informationsmaterialien finden Sie in der Zusammenstellung: Informationsmaterialien.
Letzte Aktualisierung: 22.09.2011
