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Bio kann jeder

Die Informationskampagne für eine ausgewogene Außer-Haus-Verpflegung von Kindern und Jugendlichen

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Modellvorhaben 'Regional-biologische Schulverpflegung im Schwalm-Eder-Kreis'

 

Eine Schulverpflegung, die ökologisch, regional, gesund und schmackhaft ist und gleichzeitig noch Arbeitsplätze in der Region schafft, gibt es nicht. Oder doch? Das Modellvorhaben"Regional-biologische Schulverpflegung im Schwalm-Eder-Kreis" in Hessen zeigt, wie eine nachhaltige Schulverpflegung aussehen kann.

Das Projekt wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im Zeitraum von März 2004 bis September 2006 vom Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel in Zusammenarbeit mit dem Ökologischen Schullandheim Licherode (ÖSTLI), dem Schwalm-Eder-Kreis (SEK), der Hephata (ein gemeinnütziger Verein der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck) und regionalen Biobetrieben durchgeführt.

Ausgangslage und Ziele

Schüler beim Mittagessen in der Mensa. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Mittagessen in der Schulmensa.
Foto: D. Menzler

Ausgangslage für das Projekt war die Förderung der Einrichtung von Ganztagsschulen und dem damit verbundenen Angebot einer Mittagsverpflegung. Die Außer-Haus-Verpflegung an Schulen ist ein weiterer Absatzweg von Lebensmitteln und bietet der Biobranche die Möglichkeit, in diesem Markt mitzumischen.

In einer Bestandsaufnahme im Schwalm-Eder-Kreis wurde unter anderem die Anzahl an regionalen Erzeugern und Verarbeitern von Biolebensmitteln ermittelt. Die Biolandwirtschaft im SEK verfügt über ein vielfältiges Angebot und bietet gute Voraussetzungen für den Einsatz von regionalen Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung in der Schulverpflegung. Eine weitere Besonderheit im Projektgebiet sind die zahlreichen Hephata-Einrichtungen im Bereich der Lebensmittelerzeugung und -verarbeitung.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurde das Konzept "Regional-biologische Schulverpflegung für den Schwalm-Eder-Kreis" entwickelt und an Modellschulen erprobt. Ziele waren die Verbesserung der Nahrungsqualität durch regionale Biolebensmittel, eine erlebnisorientierte Ernährungsbildung an Schulen sowie die Sicherung beziehungsweise Schaffung von Arbeitsplätzen in der Region.  

Nachhaltige Schulverpflegung in der Praxis

Zu den Modellschulen gehörte die Eckhard-Vonhold-Schule, eine Grundschule in Schwalmstadt-Treysa, deren bestehendes Verpflegungsangebot optimiert werden sollte. Die Hephata-Ausbildungsküche in Schwalmstadt-Ascherode versorgte die Schule bereits mit einem frisch zubereiteten Mittagessen. Ziel war es, 50 Prozent regionale Lebensmittel aus ökologischer Erzeugung einzusetzen.

Ein Projektteam des Ökologischen Schullandheims Licherode (ÖSTLI) übernahm die pädagogische Begleitung der Umstellung. Darüber hinaus führte ÖSTLI mit sieben Schulklassen die "Besser-Esser-Woche" durch. In dieser Projektwoche wurde gesunde Ernährung, regionale Landwirtschaft und biologischer Landbau thematisiert. Neben Elternabenden, einem Schulfest zum Thema "Gesunde Ernährung und Bewegung" und Rundbriefen wurde außerdem eine Arbeitsgruppe aus "Lehrenden und Kochenden" eingerichtet, um eine langfristige Zusammenarbeit zu fördern.

Weitere Ergebnisse

Blühende Kartoffelpflanzen. Klick führt zu Großansicht im neuen Fenster.
Durch Projektwochen erfahren Schülerinnen und Schüler praxisnah, woher die Lebensmittel kommen.
Foto: T. Stephan

Das Projekt "Ernährungsbildung auf dem Kartoffelacker" war ein zusätzliches Element des Modellvorhabens und vermittelte Schulklassen anhand der Kartoffelerzeugung hautnah die regionale Landwirtschaft. Zudem förderte es den Kontakt sowie die Zusammenarbeit zwischen Schulen und landwirtschaftlichen Betrieben.

Darüber hinaus wurde ein "Leitfaden für Entscheidungsträger an Schulen des Schwalm-Eder-Kreises" entwickelt, der unter anderem die Grundsätze der Schulverpflegung im SEK und die Anforderungen an die Verpflegungsqualität sowie praktische Fragen und Tipps beinhaltet.

Ausführliche Informationen zum Modellvorhaben finden Sie im Projektbericht externer Link folgt"Regional-biologische Schulverpflegung im Schwalm-Eder-Kreis" (PDF-Datei).

Aus der Forschung - für die Praxis

Broschüre zur regional-biologischen Schulverpflegung

Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung kochen heute immer seltener selbst. Für Großküchen gibt es ein breites Angebot industriell vorgefertigter Lebensmittel, die nur noch erwärmt und zu Menüs zusammengestellt werden müssen. Aber es geht auch anders: Gesunde Gemeinschaftsverpflegung an Schulen und Kindertagesstätten mit Lebensmitteln aus regionalen Bioprodukten ist realisierbar. Das haben vier Modellvorhaben zur regional-biologischen Außer-Haus-Verpflegung in Berlin, Hamburg, dem Rhein-Main-Gebiet und dem Schwalm-Eder-Kreis ergeben.

Die Erfahrungen aus den Modellvorhaben wurden in einer Publikation zusammengefasst. Die Broschüre "Mehr Bio ist machbar - Praktische Erfahrungen aus vier Modellversuchen zur Außer-Haus-Verpflegung" informiert auf 40 farbigen Seiten über die Einführung von Biokost in Schulen und Kindertagesstätten. Die Broschüre kann kostenfrei über das Online-Bestellformular bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Weitere Informationen:

Zum Online-Bestellformular (siehe Punkt 5 "Großverbraucher")

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft: externer Link folgtProjektbeschreibung 

Letzte Aktualisierung: 26.06.2011

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