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Bio in der Systemgastronomie

Vom steigenden Außer-Haus-Verzehr profitiert auch der Biobereich

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Foto: Dominic Menzler

Trotz steigender Preise für einen Restaurantbesuch steigt europaweit die Außer-Haus-Verpflegung stetig an, so eine Untersuchung des CHD Expert Deutschland. Der Durchschnittsbon in einem deutschen à-la-carte-Restaurant lag im Jahr 2005 bei 11,70 Euro, während es in Spanien 15,00 Euro und in Frankreich 18,50 Euro waren. Derzeit bezahlt ein Gast in Deutschland im Durchschnitt 14,50 Euro. Dies sind 40 Prozent weniger als in Großbritannien, wo der Durchschnittsbon bei 23,60 Euro liegt. Lesen Sie weitere Details im Informationsportal für den Außer-Haus-Markt: externer Link folgtAußer-Haus-Markt - Zahl des Monats Juli 2008

Zu den Gewinnern dieses Wachstums in der Außer-Haus-Verpflegung gehören die anspruchsvollen Full-Service-Restaurants in fast allen westeuropäischen Ländern. Im Biobereich wachsen die Fast-Food-Branche und die Systemgastronomie.

Gastronomen bieten ihren Kunden Qualität und Transparenz

Ikea-Koch zeigt auf Plakat mit Bio-Menü
Ikea Deutschland gilt als einer der Pioniere in der Bio-Systemgastronomie.
(c) ÖGS; Frankfurt/ Main

Einer der ersten Systemgastronomie-Betriebe, die mit eigenem Biokonzept auf den Markt gingen, war Ikea. Sie haben bereits 2004 in allen 34 Filialen ein Tagesgericht sowie ein Kindermenü in Bioqualität angeboten. Im gleichen Jahr erhielt Ikea das Biozertifikat. Edward Mohr, Ikea Service Manager Deutschland freute sich damals: "Unser Unternehmen legt Wert darauf, dass sich unsere Kunden rundum wohlfühlen. Mit dem Biozertifikat erhalten unsere Restaurant-Gäste größtmögliche Transparenz und Sicherheit." Inzwischen ist das Sortiment an Bioprodukten gewachsen und von der Speisenplanung nicht mehr wegzudenken.

Auch Rolf Kreiner, der 25 Jahre lang das Marketing bei McDonalds Deutschland verantwortet hat, äußert sich positiv zur Entwicklung des Biomarktes. In einem Interview mit der Wirtschaftsfachzeitschrift "Food-service" im Juni 2007 gab er auf die Frage nach dem aktuellen Trend folgende Antwort: "Die Bio- und Qualitätsdiskussion wird Restaurants sicher bald ganz erreicht haben. Die Wucht dieser Welle sollte keiner unterschätzen. Denn Fragen zur Qualität muss man künftig glaubwürdig beantworten können. Und sie kommen von vielen Seiten. Das sieht man an den Supermärkten. Auch in den Restaurants wird der Knoten bald platzen. Dann müssen Gastronomen Farbe bekennen und Konzepte vorlegen. Da reicht es nicht mehr, das vegetarische Restaurant von einst zu kopieren. (...)".

Bio-Store: Coffee Friends

Ende Mai 2008 wurde der erste Bio-Coffee-Shop "Coffee Friends" eröffnet. Rund sechs Wochen nach Eröffnung des direkt an der A7 in Dietmannsried gelegenen "Coffee Friends" zieht der Geschäftsführer Karl Strobl eine positive Bilanz: "In den ersten Wochen kamen täglich rund 250 Gäste." Dabei lag der Durchschnittsbon bei rund 6,50 Euro. Neben Kaffee, Tee, Kakao und Smoothies gibt es auch zahlreiche herzhafte Spezialkreationen, darunter der Bestseller, die gerösteten Sandwiches "Allgäuer Presstini", für einen Preis zwischen 3,90 und 5,60 Euro. Unter den Getränken ist der Latte Macchiato Spitzenreiter (3,50 Euro für 400 ml).

Schon Anfang August 2008 wurde der zweite Coffee-Friends-Store in Kempten eröffnet. Beliefert wird Strobl von umliegenden Biobauern. Trotz Engpässen in der Belieferung am Anfang möchte er die Zusammenarbeit ausbauen: "Wir planen unseren Bereich mit regionaler Handelsware zu erweitern", meint Strobl. Die regionale Ware kommt an. So nehmen sich die Gäste gerne ein Mitbringsel, wie die hausgemachte Himbeermarmelade oder einen Honig aus der Region, mit auf den Weg. Auch Nachhaltigkeit wird groß geschrieben: "Bei uns gibt's auch Biokugelschreiber und Biokleidung. Selbst die Farbe für unsere Werbebroschüren ist ökologisch", erklärt Karl Strobl.

Bio-Fast-Food-Restaurant: Pick-A-Pea

Mit einem anderen Konzept hat am 29. Oktober 2008 im Rhein-Center in Köln-Weiden das Restaurant "Pick-A-Pea" eröffnet. Auf dem Speiseplan des Bio-Fast-Food-Restaurants stehen frisch zubereitete Salate, genauso wie Wraps, saisonale Suppen aber auch Currywurst, Pommes und Hamburger. Alle Speisen und Getränke kommen ausschließlich aus ökologischer Erzeugung.

Schon vor der Eröffnung des Restaurants war das Konzept erfolgreich: Die Geschäftsführerin Kathrin Möntenich wurde im Rahmen des Wettbewerbs des Vereins Neues Unternehmertum Rheinland e.V (NUK) mit dem ersten Platz ausgezeichnet und konnte sich damit gegen 183 Mitbewerber durchsetzen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Das Konzept, so die NUK-Jury, überzeuge durch die innovative Idee, den professionellen Businessplan, gutes Wachstumspotenzial und überzeugende Gründerpersönlichkeiten.

"Wir freuen uns auf die Eröffnung und darauf, dass der Businessplan mit Leben, Menschen und Ware gefüllt wird. Das ganze Team ist hoch motiviert und dem Wissen und den Vorschusslorbeeren aus dem NUK Wettbewerb muss es einfach ein voller Erfolg werden", so Kathrin Möntenich anlässlich der Auszeichnung.

Letzte Aktualisierung: 08.04.2011

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